Feiert sein Trainerdebüt für Türkspor Dortmund: Ex-Profi Sebastian Tyrala. © Schröer
Fußball-Landesliga

Verspürt Türkspor-Trainer Tyrala vor dem Topspiel gegen Horsthausen Druck?

Am Sonntag treffen der Dritte Türkspor Dortmund und der Erste Horsthausen in der Landesliga aufeinander. Mit einem Sieg könnte der Tabellenführer auf sechs Punkte wegziehen: Ein Grund zur Panik?

Mehr Topspiel geht nicht: Türkspor Dortmund gegen SpVgg Horsthausen, dritter gegen erster Platz, beste gegen zweitbeste Offensive. Von Druck möchte Türkspor-Trainer Sebastian Tyrala vor dem Landesliga-Kracher am Sonntag (24. Oktober, 15 Uhr) aber nichts wissen. Und sein Gegenüber Marc Gerresheim hält davon sowieso nichts.

Marc Gerresheim: „Persönliches Glück ist nicht von der Tabelle abhängig“

„Druck führt zu nichts. Trainiere ich dadurch besser? Wer Dinge gerne macht, macht sie gut“, sagt Horsthausen-Trainer Gerresheim. Mit Druck und konkreten Zielen kann man beim Herner Stadtteilverein sowieso nicht viel anfangen. „Die Mentalität gibt der Verein vor. Man kann entweder ein konkretes Tabellenziel ausrufen oder sagen, dass jeder das gibt, was er kann. Es ist nie optimal, wenn man zu Leistungen gezwungen wird. Mein persönliches Glück ist nicht von der Tabelle abhängig.“

Horsthausens Trainer Marc Gerresheim hat in der neuen Saison jede Menge Spielerpässe in der Mappe.
Horsthausens Trainer Marc Gerresheim hat in der neuen Saison jede Menge Spielerpässe in der Mappe. © Jens Lukas © Jens Lukas

Anscheinend geben die Horsthauser in dieser Saison alles: Aus acht Spielen gab es acht Siege mit 29:3 Toren. „Sie sind eine tolle Mannschaft, die eingespielt ist und schon länger so zusammenspielt“, lobt Türkspors Tyrala den Tabellenführer. „Aber wir haben trotzdem individuell die bessere Mannschaft.“

Sebastian Tyrala geht von keiner Vorentscheidung im Aufstiegskampf aus

Die Dortmunder stehen mit nur drei Punkten weniger auf dem dritten Platz, da es gegen den Kirchhörder SC eine Niederlage (1:3) gab. Muss Türkspor also Sonntag auf dem heimischen Kunstrasenplatz gewinnen? „Wir reden hier vom neunten Spieltag. Selbst wenn wir verlieren sollten, ist das noch keine Vorentscheidung. Das Spiel ist auch nicht richtungsweisend und kein Sechs-Punkte-Spiel.“

Trotzdem ist die Motivation hoch: „Wer freut sich nicht auf das Spiel? Das merkt man auch in der Trainingswoche. Ich habe den Jungs gesagt, dass wir gewinnen wollen – mit zehn Ausrufezeichen.“ Und was ist, wenn nicht? „Zu mir ist noch keiner gekommen und hat gesagt: Wenn du verlierst, bist du weg.“

Türkspor Dortmund bleibt seiner Spielweise treu

Türkspor stellt mit 33 Treffern die beste Offensive, dahinter kommt Horsthausen mit 29 Toren. Können sich die Zuschauer also auf ein Offensivspektakel oder ein eher defensiv geprägtes Spiel freuen, weil beide Teams die gegnerischen Angreifer neutralisieren wollen?

„Wir werden sicher keinen Beton anrühren. Ich erwarte einen offenen Schlagabtausch. Wir werden für das Spiel jetzt nicht alles über den Haufen werfen“, bleibt Tyrala sich treu.

SpVgg-Trainer Gerresheim lobt Türkspor. „Das ist der beste Kader der Liga. Ömer Akman ist der beste Amateurfußballer, den ich gesehen habe. Auch Marcel Reichwein und Justin Braun sind sehr stark. Alle anderen Spieler haben auch Top-Landesliga-Niveau.“

Sven Jubt gegen Florian Juka: Duell der Torjäger

Seinen Spielstil werde Horsthausen aber trotz der starken Gegenspieler nicht ändern, generell hat der Trainer einen ganz eigenen Blick auf den Fußball. „Ein Spiel ist bis zu 85 Prozent berechenbar. Den Rest machen Glück, Talent und die Tagesform aus. Möglichst wenig soll der Zufall eine Rolle spielen.“

Ein Spieler, der besonders viel Talent hat, ist Stürmer Sven Jubt. Mit 12 Toren führt der Horsthauser die Torjägerliste der Landesliga 3 an. Allein viermal traf er im vergangenen Spiel beim 9:0 gegen den FC Frohlinde. Auf dem geteilten zweiten Platz liegt Türkspors Florian Juka mit sieben Treffern. „Mal gucken, wer den besseren Torjäger hat“, ist Tyrala gespannt.

Nicht mitwirken können auf Türkspor-Seite Youssef Yesilmen und Nino Saka, dafür wird Kimaz Hamza nach Bänderriss wahrscheinlich in den Kader zurückkehren. Bei Horsthausen werden Kapitän Tim Kilian und Marvin Rupieper wohl ausfallen.

Über den Autor
Volontär
Hat im Mai 2020 in der für den Lokal-Journalismus aufregenden Corona-Zeit bei Lensing Media das Volontariat begonnen. Kommt aus Bochum und hatte nach drei Jahren Studium in Paderborn Heimweh nach dem Ruhrgebiet. Möchte seit dem 17. Lebensjahr Journalist werden.
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Tobias Larisch