Der VfL Kemminghausen um Rasit Tekin (r.) enttäuschte gegen den FC Nordkirchen. © Schaper
Fußball-Bezirksliga

VfL Kemminghausen verliert die Ordnung: „Keine Gegenwehr mehr da“

Im Spitzenspiel gegen den FC Nordkirchen erwischte der VfL Kemminghausen einen Alptraum-Start und ging in der Schlussphase unter. Der Trainer beobachtete fehlende Gegenwehr.

Mit 1:5 verlor der VfL Kemminghausen das Spitzenspiel der Bezirksliga 9. Eigentlich hatte sich der VfL an Tabellenführer Mengede 08/20 heften wollen. Doch diese Position hat nun der FC Nordkirchen inne.

Dieser ging schon nach 25 Sekunden durch Joachim Mrowiec in Führung. Der VfL war da noch gar nicht auf dem Platz. Zwar stabilisierte sich Kemminghausen am heimischen Gretelweg im Laufe des ersten Durchganges, zwingende Torgefahr strahlten die Dortmunder aber nicht aus – nicht zuletzt aufgrund der physisch starken Defensive Nordkirchens.

VfL Kemminghausen kassiert das 0:2 gegen den FC Nordkirchen

Kurz vor der Pause köpfte Simon Mors unbedrängt zum 2:0 für den FCN ein – ein Nackenschlag zum psychologisch undankbaren Zeitpunkt. Kemminghausen war zu diesem Zeitpunkt dem Ausgleich nicht ferner als Nordkirchen dem 2:0.

„Da ist es klar, dass man von der Motivation her nicht voll dabei ist“, sagte VfL-Torwart Tugay Ayasli nach Abpfiff. Dennoch hatte sich Kemminghausen in der Halbzeitpause nochmal einiges vorgenommen.

Bülent Kara sah seine Mannschaft zwischenzeitlich die Ordnung verlieren.
Bülent Kara sah seine Mannschaft zwischenzeitlich die Ordnung verlieren. © Schaper © Schaper

„Man hat in der Kabine gemerkt, dass die Jungs wollten. Wir waren die ersten zehn Minuten dran“, so Trainer Bülent Kara. Doch dann nahm das Unheil der Schwarz-Grünen seinen Lauf.

Mrowiec stellte mit seinem zweiten Treffer (64.) endgültig die Weichen auf Sieg für den FCN. „Dann ist natürlich keine Gegenwehr mehr da“, so Kara, der beobachtete, wie seine Elf vorübergehend völlig die Ordnung verlor.

Nordkirchen bestrafte nun jeden Kemminghauser Fehler im Stile einer Spitzenmannschaft eiskalt. „Wir müssen konzentriert bleiben von der ersten bis zur letzten Minute“, so Kara.

Sein Appell dürfte für die ersten Sekunden genauso gelten wie für die 15 Minuten nach dem 0:3. Lukas Bregenhorn stellte auf 4:0 für Nordkirchen, drei Minuten später erzielte Florian Siemerling das 5:0. Dazwischen spielten nur die Gäste. Erst in den Schlussminuten fing sich Kemminghausen wieder.

Tugay Ayasli (r.) musste im VfL-Tor fünf Gegentreffer hinnehmen. © Schaper © Schaper

Zwischenzeitlich zeigte der VfL dabei keine gute Körpersprache. Die Akteure auf dem Rasen rechtfertigten sich untereinander, der Ton war dabei nicht immer konstruktiv. Rasit Tekin musste gelb-rot-gefährdet ausgewechselt werden (56.).

Bülent Kara: „Es ist kein Genickbruch“ für den VfL Kemminghausen

„Es war einfach heute nicht unser Tag. Es ist kein Genickbruch, es geht weiter. Wir müssen davon lernen“, sagte Kara. Ayasli war wohl der VfL-Akteur, der seine Teamkollegen noch am ehesten konstruktiv zu motivieren versuchte.

„Das mache ich auch, das ist meine Aufgabe“, so der Schlussmann. Und schob schnell hinterher: „Das ist von jedem die Aufgabe – macht auch jeder.“ An der Motivation habe es jedenfalls nicht gelegen. „Jeder wollte gewinnen, jeder wollte die drei Punkte mitnehmen. „Wir sind nicht in den Boden gestampft worden“, sagte Ayasli.

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freier Mitarbeiter
Amateursportler bewegen vielleicht weniger Menschen als die Profis, dafür aber umso intensiver. Sie schreiben die besseren Geschichten - vor allem im Ruhrgebiet. Diese zu erkennen und aufzuschreiben, darum arbeite ich seit 2017 für Lensing Media. Darüber hinaus Handballtrainer im Jugendbereich. Gebürtig aus Lünen.
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Timo Janisch