Melanie Braun vor der Grundschule im Dortmunder Süden. Die liegt an einer schmalen Zufahrt, was viele Eltern mit ihren Autos nicht im Geringsten stört. Für die Kinder eine gefährliche Situation. © Jörg Bauerfeld
Chaos vor Grundschule

Anwohner genervt: „Ich möchte nicht erst ein Kind vor der Tür liegen haben“

Rasende Radfahrer und massiv Elterntaxen: An der Ostenberg-Grundschule ist der Weg aufs und vom Schulgelände gefährlich für die Kinder. Anwohner sind auf der Palme, die Politik hat Hilfe zugesagt.

Manchmal fragt man sich schon, was war zuerst da, die Schule oder das Elterntaxi? Vor allen Schulen in Dortmund spielen sich beim Bring- und Abholverkehr die gleichen Bilder ab. Am liebsten würden Vater und Mutter mit ihrem Fahrzeug wohl bis ins Klassenzimmer fahren, um ihren Nachwuchs, der nicht in der Lage zu sein scheint, 50 Meter auf den eigenen zwei Beinen zu laufen, abzuholen.

Vor dem Schulgebäude spielen sich dann die wildesten Ein- und Ausparkszenarien ab. Dazwischen sind kleine Kinder, die aufpassen müssen, nicht unter die Räder zu kommen. Führt dann auch noch ein Radweg dicht an der Schule vorbei, auf dem nach Aussagen des Schulpersonals auch alles andere als langsam gefahren wird, wird‘s für die Grundschülerinnen und Grundschüler gefährlich.

Die Schule versucht es mit Gesprächen und Briefen

Vor allem die Autos vor der Schule machen nicht nur der stellvertretenden Schulleiterin Gundel Maurer die größten Sorgen. Sondern besser gesagt die Ignoranz der Eltern. „Wenn wir die Eltern darauf hinweisen, doch bitte nicht die kleine Straße in Richtung Schule zu nutzen, wird man noch angepampt.“ Briefe an die Eltern gehen regelmäßig raus, verbessert hat sich die Verkehrssituation nicht.

So sieht es oftmals vor der Ostenberg-Grundschule aus. Elterntaxen, die sich durch die schmale Straße An der Margarethenkapelle gekämpft haben. © privat © privat

Jetzt ist diese Diskussion vermutlich schon so alt wie die Menschheit. Im Falle der Ostenberg-Grundschule will nun die Politik einschreiten. Die Besonderheit hier ist nämlich, dass die Schule in einer Sackgasse liegt. Am Ende der Straße „An der Margarethenkapelle“. Auch die wenigen Anwohner der kleinen Straße wollen die Verkehrssituation in den Schul-Stoßzeiten nicht mehr hinnehmen.

Schon viele Versuche unternommen worden – ohne Erfolg

So wie Melanie Braun. Die wohnt nur einen Steinwurf von der Schule entfernt und bekommt das Verkehrschaos hautnah mit. „Hier muss etwas passieren, ich möchte nicht eines Tages ein angefahrenes Kind vor meiner Haustür liegen haben.“

Dabei gäbe es durchaus schon Parkverbote in der schmalen Straße. Die würden nur regelmäßig ignoriert. Auch Bring- und Abholpunkte an der Palmweide wurden schon eingerichtet, um den Abholverkehr von der Schule wegzubekommen – nichts hilft.

Zusammen mit einer Nachbarin machte die Baroperin eine Eingabe an die Bezirksvertretung in Hombruch. Und die reagierte. „Es soll hier einen Ortstermin geben“, sagt Melanie Braun. Aber was kann man machen? „Vielleicht eine Schranke oder aus der Straße eine Spielstraße machen?“, fragt sich die Anwohnerin. Die Politik muss nun zusammen mit der Verwaltung an dem Problem arbeiten – bevor etwas passiert.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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