Mein Biolädchen

Biolädchen nach einem Jahr: „Corona haben wir zu spüren bekommen“

Aus dem Bio-Supermarkt in Schwerte wurde nichts, das Ehepaar Borgstädt eröffnete im Dortmunder Süden. Jetzt ist das Biolädchen in Kirchhörde ein Jahr alt geworden. Wie hat man die Corona-Pandemie bisher überstanden?

Aus dem Traum vom eigenen Schwerter Bio-Supermarkt wurde für das Ehepaar Borgstädt nichts. Lange hatten sie eine Immobilie gesucht, aber nie gefunden. 2020 eröffneten sie im Dortmunder Süden, ein Jahr später haben wir sie besucht.

Am Freitagmorgen ist immer viel zu tun im Biolädchen an der Hagener Straße 341. Denn morgens kommt immer die Ware an und muss verpackt werden. Trotzdem freut sich Christian Borgstädt über das, was er berichten kann: Das Lädchen, das eigentlich gar kein Lädchen ist, begeht nämlich seinen ersten Geburtstag.

Wie – kein Lädchen? „Viele Leute wissen gar nicht, wie groß der Laden eigentlich ist“, sagt der Inhaber. Von vorn sehe man die Backtheke und die Frischetheke mit Käse und Wurst. Doch dahinter geht es um die Ecke. Insgesamt hat das „Lädchen“ rund 230 Quadratmeter Verkaufsfläche.

Viele Pendler halten gern am Biolädchen

Vor rund einem Jahr haben Christian Borgstädt und seine Frau Andrea den Bioladen gegründet. „Wir sind supersolide gestartet“, erzählt Christian Borgstädt. An der viel befahrenen Hagener Straße hielten vor allem diejenigen zum Einkauf, die zwischen Witten, Herdecke und Dortmund zur Arbeit pendelten. Oder ihre Kinder zur Schule brachten.

Dann schlugen die Pandemie und damit einhergehende Beschränkungen wieder zu – es kamen Homeschooling und Homeoffice. Diejenigen, die auf dem Weg zur Arbeit, zur Schule oder auf dem Heimweg „mal eben“ hielten, blieben weg. Auch andere Kunden fehlten. „Das ganze Einkaufsverhalten hat sich gewandelt. Die Leute sind lieber in den großen Supermarkt gefahren, um alles in einem Rutsch zu erledigen“, erinnert sich der Inhaber.

„Wir haben es überstanden“

Doch dann betont er: „Natürlich haben auch viele andere Läden das zu spüren bekommen. Ich will auch nicht jammern – immerhin haben wir es überstanden.“ Die Leute kommen wieder regelmäßig, und innerhalb eines Jahres habe sich auch eine solide Stammkundschaft aufgebaut. „Es kann nur noch besser werden, ich sehe das ganz positiv.“

Eine dieser Stammkundinnen ist Cornelia Parisi. Gerade bezahlt sie ihre Einkäufe bei Mitarbeiterin Elisa Uliczka. Was ihr an dem Biolädchen besonders gefällt? „Das ganze Ambiente hier ist toll. Der Chef und die Mitarbeiterinnen sind sehr nett, bestellen für mich und beraten mich gut. Ich gehe nur noch hier einkaufen.“

Früher sei die Kirchhörderin eher in den großen Bio-Supermarkt nach Hombruch gefahren. „Hier ist es aber viel persönlicher. Das gefällt mir.“ Der Chef hört das natürlich gerne. „Durch den Service versuchen wir, uns von anderen Läden abzugrenzen. Wir wollen für unsere Kunden alles Machbare machbar machen.“

Besondere Produkte aus der Region

Rund 4000 Artikel gebe es im Sortiment. „Das ist weniger als im großen Supermarkt, dafür sind die Produkte auch ausgewählter.“ Regional sind die natürlich auch – die Waren kommen von Bauernhöfen und Betrieben aus dem Münsterland, Iserlohn, Bad Sassendorf, Bottrop oder Düsseldorf. Es gibt Rapsöl aus Witten oder die neuen Soßen und Öle aus der Bottroper „Ruhrmühle“.

Zum Jubiläum gibt es auch besondere Aktionen und Produkte für die Kunden – wie zum Beispiel den leckeren Jubiläumskäse aus der Hafenkäserei in Münster. Für den ganzen Monat September gibt es außerdem einen Rabatt von zehn Prozent auf alle Einkäufe. „Die Gutscheine liegen hier im Geschäft“, sagt Christian Borgstädt. Dann geht der Bioladen-Inhaber wieder an die Arbeit. Denn es gibt noch viel zu tun. Zum Glück.

Liefern oder verpacken – das geht auch

  • „Mein Biolädchen“ bietet für Kunden aus dem näheren Umkreis von Kirchhörde auch einen Lieferservice an. Per E-Mail kann man einen Einkaufszettel schicken und die Lieferung vereinbaren. Lieferservice gibt es ab einem Einkaufwert von 50 Euro, für die Lieferung werden 5 Euro berechnet.
  • Wer es eilig hat, kann sich seine Waren auch vorab von den Mitarbeitern einpacken lassen und muss sie dann nur noch abholen. Für den Einpackservice bezahlt man 3 Euro.
  • Auf der Homepage gibt es weitere Infos.
Über die Autorin
Redakteurin
Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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Martina Niehaus