In dieser Zusammensetzung wird das Stadtbezirksparlament in Hombruch nie mehr zusammen tagen. © Jörg Bauerfeld
Politik vor Ort

Blumensträuße und warme Worte – nur für Hans Semmler nicht

Es gibt wohl keine Bezirksvertretung in Dortmund, in der es nach der Kommunalwahl so große Veränderungen gibt - vor allem altersbedingt. Acht engagierte Mitglieder sagen in Hombruch adieu.

Blumensträuße, Beifall und warme Worte. Das gab es vor der letzten Sitzung der Bezirksvertretung (BV) Hombruch in dieser Legislaturperiode am Dienstag (15.9.) zuhauf. Hans Semmler ging dabei leer aus.

Der scheidenden Bezirksbürgermeister hatte mal wieder nur an seine Mitstreiter gedacht, alles vorbereitet und sich in den Hintergrund gestellt. „Wir werden das noch nachholen“, sagte Verwaltungsstellenleitern Silvia Hollmann-Schiek.

Rose-Marie Wille und Hans-Jürgen Grotjahn (beide CDU) nahmen nach jeweils 26 Jahren Zugehörigkeit Abschied von der Bezirksvertretung Hombruch. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Es wird sich einiges verändern in dem Hombrucher Stadtbezirksparlament. Die Bürger müssen sich auf zahlreiche neue Gesichter innerhalb des Gremiums einstellen. Die im Stadtbezirk bekannten „grauen Köpfe“ wie Hans Semmler, Hans-Jürgen Grotjahn (beide CDU) und Klaus Ulrich Steinmann (SPD) hören auf. Auch Ursula Steden, Rose-Marie Wille und Antje Griesbach (alle CDU) sowie die parteilosen Hasan Ilgün und Klaus-Werner Schröter sind nicht mehr dabei.

Zeit für das eine oder andere Scharmützel

Aber, es wurde natürlich auch Politik gemacht – und noch einmal das eine oder andere Scharmützel ausgetragen. Vor allem die kleinen Spitzen gegen den FBI-Ratsvertreter Detlef Münch, der es sich nicht nehmen ließ, an fast jeder Sitzung der BV Hombruch teilzunehmen. Zwar ohne Stimmrecht, aber mit Wortbeiträgen.

Zahlreiche Mitglieder der Bezirksvertretung werden in der nächsten Legislaturperiode nicht mehr dabei sein.

Diese Beiträge ließen nicht nur bei Hans Semmler das eine oder andere Mal die Gesichtsfarbe in Richtung Dunkelrot tendieren. Münch, mit Bierkrug (gefüllt mit alkoholfreien Getränken) auf dem Tisch, musste die eine oder andere Spitze schlucken. Besonders mit Michael Twardon (SPD) gab es das eine oder andere eloquente Scharmützel.

Routiniert, aber doch mit einem weinenden Auge

Wer Detlef Münch allerdings kennt, weiß, dass dieser auch immer austeilen kann. Dass die Sitzung für das eine oder andere Mitglied aber doch etwas Besonderes war, ließ sich gut an den Gesichtern ablesen.

Bei Hans Semmler beispielsweise. Semmler, der seit 20 Jahren Bezirksbürgermeister in Hombruch ist, zog die Sitzung ziemlich routiniert durch.

Nur ab und zu blickte er dann doch mal ins Leer und schluckte merklich – dann hieß es aber „Mund abwischen und weiter“. Genau um 17.50 Uhr beendete der CDU-Politiker dann seine letzte öffentliche Sitzung der Bezirksvertretung in Hombruch – die letzte für insgesamt acht Mitglieder und über 120 Jahre politische Kompetenz in Hombruch.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld

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