Ein gutes Beispiel, wie rücksichtslos in einer Anliegerstraße im Dortmunder Süden gefahren wird. Die wird als Umleitung einer Baustelle genutzt. © Privat
Rücksichtsloses Fahrverhalten

Chaos in Anliegerstraße: Anwohner verzweifeln, Polizei mit kurioser Aussage

Aufgrund der Sperrung der Wittbräucker Straße werden Anliegerstraßen als Umleitung genutzt. Erlaubt ist das nicht. Trotzdem werden die Verkehrsverstöße nicht geahndet, so die Anwohner.

Mit so einer Antwort hatte Sabrina Schorning bei ihrem Anruf auf der Poilzeiwache Aplerbeck nicht gerechnet. Die junge Frau wohnt mit ihrem Mann an der Schwerter Straße. Dort ist im Moment verkehrstechnische der Teufel los. Aufgrund der Sperrung der Wittbräucker Straße in Höhe der Fuldastraße hat sich die Anliegerstraße zu einer Hauptverkehrsachse entwickelt.

Gefühlt jeder Autofahrer, der aus Fahrtrichtung Süden nach Aplerbeck möchte, nutzt die enge Straße als Umgehung der Baustelle – ob mit Anliegen oder ohne.

Die Antwort der Polizei war schon kurios

Das mahnte die Hochschwangere bei der Polizei an und bekam folgende Antwort: Die Polizei werde die Verkehrsverstöße in der Anliegerstraße nicht ahnden. Man fände es unmoralisch, da in den Augen der Beamten keine Alternativmöglichkeit für die Autofahrer geboten werde.

Die Anwohner an der Schwerter Straße fühlen sich alleingelassen. Von der Politik und von der Polizei.. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

„Ich habe gedacht, dass kann doch wohl nicht wahr sein“, sagt Sabrina Schorning. Die Polizei äußerte sich auf Nachfrage unserer Redaktion wie folgt: „Wir kommentieren diesen Satz nicht, da wir den Inhalt des ganzen Gesprächs nicht kennen.“

Die Autos fahren frech über die Bürgersteige

Sabrina Schorning und ihre Nachbarn fühlen sich indes seit Tagen in der engen Wohnstraße nicht mehr sicher – und mit der Situation alleingelassen. Denn die Autofahrer vergessen scheinbar jegliches Benehmen. Es gilt das Recht des Stärkeren. Es wird über Bürgersteige gefahren, es kommt zu Hupkonzerten und Beschimpfungen.

Für Fußgänger und auch Kinder sei das schon ziemlich gefährlich. Zumal doch erst im Februar in Aplerbeck ein schlimmer Unfall passiert sei, bei dem ein Kind ums Leben gekommen ist.

Die „Harakiri-Fahrten“ der Verkehrsteilnehmer sind auch sehr gut auf den Fotos zu erkennen, die Sabrina Schorning aus ihrem Fenster zur Straße hin gemacht hat. „Man kommt ja nicht mal mehr aus der eigenen Garageneinfahrt“, sagt Susanne Lauer, die ebenfalls an der Schwerter Straße wohnt.

So soll zwar die Polizei mit einem Fahrzeug einmal vor Ort gewesen sein, ob sie aber auch Knöllchen verteilt hatte, konnte niemand von den Anwohnern sagen.

Die Schwerter Straße wird schon immer als Abkürzung genutzt

Schon immer sei die Schwerter Straße in Richtung Sölde als Umfahrung der Ampeln auf der Wittbräucker Straße genutzt worden. Das sei schon schlimm genug. Aber was jetzt hier los sei, sei damit nicht zu vergleichen. Also hoffen die Anwohner auf ein Ende der Baustelle an der Wittbräucker Straße.

Die wird aber noch ein paar Tage erhalten bleiben. Zumindest bis nach Pfingsten. Laut Donetz sind die Arbeiten an den Versorgungsleitungen am Freitag (21.5.) abgeschlossen. Dann folgt aber noch die Wiederherstellung der Fahrbahn, was voraussichtlich bis zum Mittwoch (26.5.) der kommenden Woche dauern wird.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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