Sebastian Chedor ist Inhaber des BC-Moto-Service. Seit 13 Jahren ist er Kunde bei DEW21. © Jörg Bauerfeld
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DEW21-Geschäftskunde: Nach 13 Jahren kam plötzlich die Kündigung

13 Jahre lang war der Inhaber des BC-Moto-Service Geschäftskunde bei der DEW21. Dann kam die Kündigung – ohne Voranmeldung und ohne neues Angebot.

Sebastian Chedor ist wahrlich kein Typ, der wegen jeder Kleinigkeit sofort an die Öffentlichkeit geht. „Ich wusste ehrlich nicht, ob ich mich an die Presse wenden sollte“, sagt der Besitzer der Firma BC-Moto-Service in Dortmund-Aplerbeck.

Doch nach reiflicher Überlegung konnte er nicht anders. „Ich habe in 13 Jahren Selbständigkeit schon viel erlebt. Nur das war echt die Krönung.“ Es war Donnerstag, der 30. September, als Sebastian Chedor unerwartet Besuch bekam.

„Ich war gerade an einem Auto beschäftigt, da kam ein Herr auf den Hof“, erzählt er. „Der hat mir einen Brief in die Hand gedrückt. Er hat sich nicht vorgestellt, nichts weiter gesagt, sondern wollte sofort wieder gehen“, sagt Sebastian Chedor, der eine ganz spezielle Werkstatt an der Ostkirchstraße führt. Oldtimer-Restauration, Rennwagenaufbau und Autoservice jeglicher Art sind im Angebot.

Es kam kein Gespräch zustande

„Ich hab ihm dann hinterhergerufen, wer er denn überhaupt sei.“ Die Antwort des unbekannten Mannes: Er sei von der DEW21 und das sei eine Kündigung. Ein Angebot für einen neuen Vertrag bekam Sebastian Chedor indes nicht. Nur die lapidare Antwort: Er würde ohnehin kein neues Angebot machen, außerdem sei die DEW21 sowieso zu teuer. „Das macht man nicht, so benimmt man sich nicht. Das war menschlich einfach eine Nummer, die nicht in Ordnung ist.“

Dabei ist die Kündigung ist für Sebastian Chedor in Ordnung. Nur die Art und Weise stört ihn: Ohne Vorankündigung, ohne Erklärung und das, obwohl er immer pünktlich bezahlt habe. „Ich hatte immer den Glauben, der Kunde ist König, aber das…“ Sebastian Chedor hat sich schon um einen neuen Vertrag gekümmert. Ab dem 1. Januar 2022 hat er einen neuen Anbieter.

Auf die DEW21 ist er immer noch wütend. Doch was sagt das Unternehmen überhaupt zu dem Vorfall? Nicht viel. Doch zumindest gibt es eine Begründung für die Kündigung des Vertrages.

DEW21 kann die alten Preise nicht mehr halten

„Viele Gewerbekunden und -kundinnen von DEW21 besitzen Verträge für die Strom- und Gasversorgung, die über einen längeren Zeitraum laufen. Für diese Vertragslaufzeit haben die Kundinnen und Kunden einen gesicherten Energiepreis. Vor dem Hintergrund des exponentiellen Anstiegs der Energiepreise in den vergangenen Monaten kann DEW21 diese Kunden nicht mehr über den vertraglich vereinbarten Zeitraum hinaus zu den gleichen Preisen versorgen“, sagt Jana-Larissa Marx, Leiterin der Unternehmenskommunikation bei DEW21.

Aus dem Grund habe DEW21 fristgerecht die Verträge zum Ende der Vertragslaufzeit zum Beispiel zum 31. Dezember 2021 gekündigt, da sich diese ansonsten automatisch zu den vereinbarten Konditionen verlängern würden, so Marx. Und das würde, wie Sebastian Chedor auch richtig vermutete, für die Nutzer dann vermutlich erheblich teurer werden. Ein Wort über das Auftreten ihres Mitarbeiters verlor die DEW21 im Übrigen nicht.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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