Direkt am sogenannten Landschaftskeil, wird der neue IT-Campus entstehen. Im Hintergrund sind die Phoenix-Arcaden zu sehen. © Jörg Bauerfeld
Wirtschaft in Dortmund

Die IT-Branche boomt – auf Phoenix-West entsteht ein neuer IT-Campus

Das Ende der Stahl-Ära kam im Jahr 1998. Heute ist das ehemalige Werksgelände Standort einer Dortmunder Erfolgsgeschichte in der IT-Branche. Und die Firma Bechtle möchte sich noch erweitern.

Das alte Werksgelände Phoenix West zieht die großen Dortmunder Unternehmen an, wie der Honig die Bienen. Nimmt man das große Wilo-Areal noch mit hinzu, das im Süden daran grenzt, ist hier praktisch das Herz der Dortmunder Wirtschaft zu finden. Der Stromversorger Amprion hat einen riesigen Komplex errichtet und möchte sich noch erweitern.

Das IT-Unternehmen Dr. Materna hat sich im Westen schon einen Bauplatz gesichert. Und da ist die Bechtle GmbH, die bisher eine beachtliche Erfolgsgeschichte geschrieben hat und zusammen mit der Dortmunder Baufirma Derwald einen neuen IT-Campus am Landschaftskeil plant.

Frank Wrede, Geschäftsführer Bechtle Dortmund, in dem jetzigen Firmengebäude: Gegenüber entsteht der Neubau.
Frank Wrede, Geschäftsführer Bechtle Dortmund, in dem jetzigen Firmengebäude: Gegenüber entsteht der Neubau. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

2022 soll der neue Komplex für 300 Mitarbeiter fertig sein. Inklusive eines Parkhauses, einer neuen Logistikzentrale und einer Kindertagesstätte – der ersten auf Phoenix-West.

Ort für Schulungen und Veranstaltungen

„Es wird ein richtiger IT-Treffpunkt für Dortmund. Ein Ort für Schulungen und Veranstaltungen auf Phönix West“, sagt Frank Wrede, Geschäftsführer Bechtle Dortmund. Es gehe bei dem neuen Komplex auch darum, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu optimieren.

So soll der neue IT-Campus auf Phoenix-West aussehen.
So soll der neue IT-Campus auf Phoenix-West aussehen. © Derwald © Derwald

Deshalb habe man sich auch dazu entschieden, einen Kindergarten einzuplanen. Bauen wird das neue Gebäude die Firma Derwald, Bechtle wird Mieter sein. Genauso wie bei dem Gebäude auf Phoenix West, in das die IT-Firma erst 2018 einzog. Aber warum dann ein weiterer Umzug?

Es liegt an dem enormen Wachstum der IT-Branche. Das war schon vor der Corona-Pandemie so, ist aber im letzten Jahr praktisch explodiert. Der Grund ist einfach: Deutschland hängt in der Digitalisierung weit hinterher. Eine Pandemie, wie schlimm sie auch ist, zeigt diese Versäumnisse brutal auf.

Draufsicht auf den geplanten Neubau: Der wird in L-Form errichtet.
Draufsicht auf den geplanten Neubau: Der wird in L-Form errichtet. © Derwald © Derwald

Für Bechtle, die 2010 auf dem TU-Campus gegründet wurde, bedeutet das einen enormen Wachstum. Gab es bei dem IT-Unternehmen beim Einzug auf Phoenix-West im Jahr 2018 noch 90 Mitarbeiter, ist die Zahl im letzten Jahr auf 150 angestiegen – Tendenz steigend.

„Wenn man so will, haben wir uns verplant. Aber von so einem Wachstum konnten wir nicht ausgehen“, sagt Frank Wrede. Also muss expandiert werden. Aber warum gerade Dortmund?

Dortmund ist ein guter Standort für die Zukunftsbranchen

Zum einen habe die Erfolgsgeschichte von Bechtle in Dortmund begonnen, zum anderen habe Dortmund sechs Hochschulen und zahlreiche wissenschaftliche Institute und Forschungseinrichtungen. Und damit großes Innovationspotenzial für die ansässigen Zukunftsbranchen.

Die ersten Erdbewegungen für den neuen Bechtle-Campus haben im Übrigen schon begonnen. Direkt am Landschaftskeil neben den Phoenix-Arcaden. Ein keilförmiges Grundstück, das mit einem L-Förmigen Komplex bebaut wird.

Der eigentliche Baubeginn ist für das erste Quartal 2021 geplant, die Fertigstellung für das dritte Quartal 2022.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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