Das Dach dieses schwarzen Mercedes ist von der Wucht des Baumaufpralls eingedrückt worden. Der Besitzer erzählt, wie er praktisch dabei zugesehen hat, als es passierte. © Martina Niehaus
Sturmtief „Ignatz“

Dortmunder (38): „Ich sah zu, wie der Baum auf meinen Wagen stürzte“

Am Donnerstagmorgen (21.10.) stürzte in Hombruch ein Baum um – und begrub ein Auto unter sich. Nur wenige Stunden später erzählt uns der Besitzer, was er erlebte.

Wenige Minuten, möglicherweise nur Sekunden, haben einem Dortmunder am Donnerstagmorgen vermutlich das Leben gerettet – oder ihn zumindest vor schweren Verletzungen bewahrt.

Der 38-jährige Anwohner des Eschenwegs in Hombruch möchte seinen Namen nicht nennen, erzählt uns aber am Nachmittag von dem riesigen Schreck, den er erlebt hat. Während er erzählt, kümmert sich gerade ein Mitarbeiter des Abschleppunternehmens Widliczek darum, die traurigen Überreste seines Mercedes abzuschleppen.

Der 38-jährige Autobesitzer ist noch etwas blass um die Nase, macht aber schon wieder kleine Scherze mit dem Widliczek-Mitarbeiter. „Vorsicht mit dem Rückspiegel“, sagt er zu ihm. Der Rückspiegel, an dem der Mitarbeiter ruckelt, hängt allerdings nur noch an einem dünnen Kabel.

So sah der Wagen in der Eschenstraße am Morgen aus.
So sah der Wagen in der Eschenstraße am Morgen aus. © Julien März © Julien März

„Fast hätte ich hier dringesessen, als der Baum umgefallen ist“, sagt der Dortmunder. Gegen neun Uhr morgens hatte er festgestellt, dass die Windböen des Herbststurms „Ignatz“, die bereits in der Nacht eingesetzt hatten, allmählich immer stärker wurden. Besorgt schaute er aus seinem Fenster auf die Straße.

„Ich dachte, na, das ist ja ganz schön windig“

„Ich dachte, na, das ist ja ganz schön windig, Ich sollte den Wagen besser mal umparken.“ Der Dortmunder holt um 9.15 Uhr seine Autoschlüssel, dreht sich dann aber noch einmal zum Fenster um. Denn dort hört er ein lautes Knacken.

Es ist der knapp 15 Meter hohe Baum, mit einem Stamm von einem halben Meter Durchmesser. Wie ein Streichholz knickt er ab. „Ich habe vom Fenster aus nur noch zugesehen, wie er auf meinen Wagen gekracht ist. Mit den Schlüsseln in der Hand“, sagt der 38-Jährige fassungslos.

Glassplitter liegen im Wageninneren, das Dach ist eingedrückt wie eine dünne Blechdose.
Glassplitter liegen im Wageninneren, das Dach ist eingedrückt wie eine dünne Blechdose. © Martina Niehaus © Martina Niehaus

Wenig später hätte er darin gesessen. Und im Innenraum der E-Klasse ist nicht mehr viel Kopffreiheit. Das stellt man fest, als der Besitzer die Tür öffnet. Die Windschutzscheibe ist zersplittert, die Sitze sind von Glasscherben bedeckt. Das Dach ist der Länge nach komplett eingedrückt, teilweise sogar aufgerissen. Regen wirbelt auf die Sitzpolster, doch das ist jetzt auch egal.

Hätte der Wagenbesitzer im Auto gesessen, hätte er schwer verletzt werden können.
Hätte der Wagenbesitzer im Auto gesessen, hätte er schwer verletzt werden können. © Martina Niehaus © Martina Niehaus

„Der Wagen ist Baujahr 2019. Das ist jetzt viel Ärger und Versicherungskram“, gibt der Dortmunder zu. Dann zuckt er mit den Schultern – resigniert, aber auch erleichtert. „Am Ende isses halt nur ein Auto.“

Dann sieht er zu, wie der schwarze Mercedes auf dem Hänger des Abschleppers aus der Parklücke gezogen wird. Vom Baum, den die Einsatzkräfte der Feuerwehr am Morgen abgesägt haben, ragt nur noch ein spitzer Splitter in die Höhe.

Der Mercedes des Hombruchers wird abgeschleppt. Von dem Baum ist nur noch ein gezackter Splitter übrig.
Der Mercedes des Hombruchers wird abgeschleppt. Von dem Baum ist nur noch ein gezackter Splitter übrig. © Martina Niehaus © Martina Niehaus
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Begegnungen mit interessanten Menschen und ganz nah dran sein an spannenden Geschichten: Das macht für mich Lokaljournalismus aus.
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Martina Niehaus