So könnte es aussehen am 5. Juni im Romberpark: Das jedenfalls wünscht sich Bernard Austermann. © picture alliance/dpa
Weltumwelttag

Dortmunder: „Es muss uncool sein, Müll wegzuschmeißen und cool, ihn aufzuheben“

Der 5. Juni ist der Weltumwelttag. Jetzt ruft ein Dortmunder dazu auf, der Umwelt vor der eigenen Haustür zu helfen und mit anzupacken – Corona-konform und in individuellen Aktionen.

Mit der Umwelt und leider auch mit ihrer Vermüllung kennt sich Bernard Austermann aus. Weltweit hilft er als Mitglied bei den Rotariern und der Aktionsgruppe „End Plastic Soup“, die Umwelt sauber zu halten. Es ist ihm eine Herzensangelegenheit.

Bernard Austermann war schon bei der Reinigung von Flüssen und Seen aktiv, zum Beispiel an einem zugemüllten Stausee in Bosnien-Herzegowina oder in einem Naturschutzgebiet an der Donau nahe Belgrad. Jetzt wünscht er sich, dass „sich jeder überall in seinem Beritt tatsächlich mal bückt, und Müll, der herumliegt aufhebt“. Das sei sein Traum, so Bernard Austermann.

Lose Mülleimer und Müll auf der Wiese: Der Rundweg um den Teich im Rombergpark gab in diesen Tagen kein schönes Bild ab. © Marc D. Wernicke © Marc D. Wernicke

Und diesem Traum will er ein kleines bisschen näher kommen am 5. Juni: Dieser Tag ist der Weltumwelttag. Und da, so hofft Bernard Austermann, könne doch jeder ein bisschen mithelfen. Er selbst hat den Rombergpark ins Auge gefasst.

Es gibt keine organisierte Sammel-Aktion

Aber da sich in diesen Pandemie-Zeiten größere Menschenansammlungen verbieten, muss es eben anders gehen: „Das kann ja jeder selbst entscheiden, wo er aufräumt, wir organisieren nichts“, sagt der Dortmunder. Er hofft, mit dieser Art Aufruf auch über den Tag hinaus zu einem anderen Bewusstsein beitragen zu können: „ Es muss uncool sein, Müll einfach auf den Weg zu schmeißen und cool sein, den Müll aufzuheben.“

Für den Rombergpark hat er in Absprache mit der Parkleitung doch ein bisschen was organisiert: So sollen sowohl auf dem Zoo-Vorplatz als auch am Torhaus Müllsammelbehälter aufgestellt werden, damit die Müllsammler den Abfall nicht mit nach Hause nehmen müssen.

Viel Bereitschaft, mitzumachen

Mittlerweile habe er in verschiedenen gesellschaftlichen und politischen Gruppen die Bereitschaft vorgefunden, an diesem Tag ebenfalls mit einer ähnlichen Aktion die Initiative zu ergreifen. Bernard Austermann ist optimistisch, dass es zu vielen „individuellen Müllsammelaktionen“ kommen wird.

Doch auch vor dem 5. Juni oder danach könne jeder mit dem Müll-Aufheben einen kleinen Beitrag zu einer sauberen Umwelt leisten.

Im Rombergpark hat man zwischenzeitlich einen Wachdienst eingesetzt. Der ist nach 18 Uhr und an den Wochenenden unterwegs. Seitdem haben die Vermüllung und der Vandalismus im Park deutlich abgenommen, resümierte Parkleiter Dr. Patrick Knopf Anfang des Jahres.

Aber zu tun werden wohl alle, die am 5. Juni auf ihren Spaziergängen bereit sind, Abfall aufzusammeln, vermutlich ganz sicher trotzdem etwas bekommen. Es sei nur eine kleine Minderheit, die achtlos alles in die Gegend werfe, sagt Patrick Knopf. Dennoch reicht das aus, dass sich die Mehrheit ärgert.

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Britta Linnhoff