Eines der drei Kätzchen, die dem Tod sehr nahe waren. Sie werden jetzt mit der Flasche großgezogen. © Arche90
Tierquälerei

Drei frisch geborene Katzenbabys in Eiseskälte ausgesetzt

Wer macht sowas? Drei Kätzchen wurden nach der Geburt in Dortmund ausgesetzt, wären fast erfroren. In Unna werden sie nun aufgepäppelt. Und es gibt Hinweise, die zum Tierquäler führen könnten.

Die ausgetrocknete Nabelschnur hing noch an den kleinen Bäuchlein. Drei schwarze Katzenbabys waren höchstens zwei, drei Tage alt, als sie von jemand Unbekanntem vermutlich am Samstag (30. Januar) in Dortmund-Syburg ausgesetzt wurden. Es war kalt, die Temperatur lag um den Gefrierpunkt.

Am Nachmittag entdeckten Passanten die hilflosen, unterkühlten Kätzchen dort in einem verschlossenen Schuhkarton, der nur spärlich mit einem ausrangierten T-Shirt ausgelegt war. Die Spaziergänger brachten die Tiere zur Polizeiwache in Hörde, und die Beamten verständigten daraufhin die Dortmunder Tierschutzorganisation Arche90.

„Wir haben die Kätzchen in unsere Obhut genommen“, berichtet Arche-Sprecherin Gabi Bayer. „Da so junge Kätzchen dringend ein ,Ammen-Tier‘ brauchen, dass die Versorgung anstelle der Mutter übernimmt, haben wir sie zum Verein „Flaschenbabys in Not – Tierwaisen e.V. in Unna übergeben. Dort werden sie gut versorgt“, so Gabi Bayer.

Alle zwei Stunden füttern

Eine in der Katzenaufzucht erfahrene Rentnerin füttert die Tierchen nun alle zwei Stunden rund um die Uhr, sieben Tage in der Woche, massiert ihre Bäuchlein und wiegt sie zweimal am Tag. Zurzeit trinken die drei ganz gut. Doch es bestehe die Gefahr, dass sich das innerhalb von Stunden ändert, erläutert Veronika Jann vom Vorstand des Vereins „Flaschenbabys in Not“.

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Wer hat diese drei Katzenbabys ausgesetzt? – Arche90 sucht Zeugen

Wenn das sogenannte Kolostrum, die Erstmilch der Katzenmutter, die zumindest am Anfang einen gewissen Immunschutz gewährleiste, abgebaut und der eigene Immunschutz der Kätzchen erst aufgebaut werde, sei das eine kritische Zeit, in der Viren und Bakterien ein leichteres Spiel hätten, sagt Veronika Jann.

Hätten die Spaziergänger die kleinen Katzen nur eine halbe Stunde später gefunden, wären sie den Kältetod gestorben, glaubt Gabi Bayer. Zudem habe der unbekannte Tierquäler nicht nur den Kätzchen geschadet, sondern auch dem Muttertier. Bei der Katze sei die Milch jetzt eingeschossen, und lasse ihr Gesäuge verhärten, sagt die Arche-Sprecherin. Das wiederum könne zu schmerzhaften Entzündungen führen.

Karton der Schuhgröße 45

Arche90 sucht nun Hinweise auf den Täter, und hofft, dass der Karton und das T-Shirt auf seine Spur führen könnten. Die Tierschützer fragen, ob jemand in der zurückliegenden Woche etwas Verdächtiges im Bereich Syburg beobachtet hat oder den Besitzer des auffälligen T-Shirts (Marke Jack & Jones) und des Schuhkartons, (Marke Lacoste, Größe 45) kennt.

Mit diesem T-Shirt der Marke Jack & Jones war der Karton ausgelegt.
Mit diesem T-Shirt der Marke Jack and Jones war der Karton ausgelegt. © Arche90 © Arche90

Wer etwas weiß, möge sich per Mail unter info@arche90.de melden oder eine Nachricht auf dem Arche-Anrufbeantworter (0231 – 87 53 97) hinterlassen. Ein Rückruf ist garantiert.

Katzenschutz

Spendenkonto

  • Um langfristig ehrenamtlich tätig zu sein, ist der Verein Flaschenbabys in Not – Tierwaisen e.V. auf Unterstützung angewiesen.
  • Spendenkonto: Flaschenbabys in Not – Tierwaisen e.V., Sparkasse Unna Kamen, IBAN: DE85 4435 0060 1000 3660 78, BIC: WELADED1UNN
  • Mehr Infos unter https://www.flaschenbabys-in-not-tierwaisen.de/
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Stellvertretende Leiterin der Dortmunder Stadtredaktion - Seit April 1983 Redakteurin in der Dortmunder Stadtredaktion der Ruhr Nachrichten. Dort zuständig unter anderem für Kommunalpolitik. 1981 Magisterabschluss an der Universität Bochum (Anglistik, Amerikanistik, Romanistik).
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Gaby Kolle