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Fantastische Einblicke: Die mystischen Seen unter der Dortmunder Erde

Es gibt sie, aber sie sind kaum zu sehen. Geheimnisvolle Wasserspeicher, die ein wertvolles Gut beherbergen: unser Trinkwasser. Nur wenige Menschen bekommen die Gelegenheit für einen Besuch.

Wenn die Batterie am Schlüssel leer ist, dann gibt es auch keinen Eintritt. Adam Himmel von DEW21 musste warten. Durch das äußere Tor ging es noch mit einem normalen Schlüssel. An der hochgesicherten Tür zum Innenraum war dann Ende. Erst mit Ersatzschlüssel mit frischer Batterie konnte der Weg fortgesetzt werden.

Der Eingang in den Untergrund ist gut gesichert

Die Alarmanlage kreischt dem Gast förmlich ins Gesicht. Der bekommt einen Eindruck, dass sich in dem unscheinbaren Gebäude, von dem nur ein kleiner Teil aus dem Boden ragt, etwas Wichtiges befindet. Eigentlich etwas sehr Wichtiges. Ein Teil des größten Schatzes der Menschheit: Trinkwasser.

Im Dortmunder Stadtgebiet gibt es mehrere dieser Gebäude. Der Grund ist das Ardeygebirge. Das Dortmunder Trinkwasser kommt aus dem Ruhrtal und wird von dort auf die Erhebungen um Dortmund gepumpt. „Ein Leitungsnetz durch das Gebirge wäre einfach zu kostenintensiv“, sagt Adam Himmel von der DEW.

Vom Kamm des Ardeygebirges geht es nach Dortmund

Zudem habe das Hochpumpen einen großen Vorteil. Vom Dortmunder Süden aus könne das Trinkwasser in Richtung Innenstadt einfach bergab fließen. Aber warum dann noch die großen Wasserbehälter im Süden von Dortmund und Herdecke?

„Diese Wasserreserven brauchen wir für die Stoßzeiten, wenn der Wasserverbrauch in den Dortmunder Haushalten erhöht ist“, erklärt Adam Himmel.

Zwei von diesen Wasserreservoirs befinden sich im Niederhofer Wald. Gut getarnt und noch besser gesichert. Der eine Behälter fast 15.0000 Liter, ein zweiter 7.500 Liter Trinkwasser. „Die Behälter sind von der Architektur alle verschieden. Es gibt auch welche, die in einem Wohngebiet stehen. Die sehen dann aus, wie ein normales Haus“, sagt Adam Himmel.

Die Größe der beiden im Niederhofer Wald kann man von außen nur erahnen. Richtig beeindruckend wird es im Innern. Gesichert durch ein hochmodernes Alarmsystem schlummern dort gigantische Trinkwasserreserven.

Füllstand wird regelmäßig überprüft

„Der Füllstand wird täglich von den Mitarbeitern der Wasserwerke Westfalen überprüft“, sagt Adam Himmel. Und nicht nur das, auch die Wasserqualität steht immer wieder auf dem Prüfstand. In den riesigen unterirdischen Hallen wird das auch optisch deutlich. Wie ein kristallklarer Bergsee wirken die großen runden Behälter.

Unzählige Säulen halten das Dach, Scheinwerfer werfen ihr Licht in den weiten Raum. Auf dem Trinkwassersee unter der Erde sind lediglich ein paar Staubpartikel zu sehen. Keine Bewegung ist auf der Wasseroberfläche zu erkennen, die von den Scheinwerfern in ein türkisfarbenes Licht getaucht wird. Fast mystisch wirkt der Ort.

„Hier haben nur wenige Menschen einen Zugang“, sagt Adam Himmel. Das Wasser in den Behältern im Niederhofer Wald kommt im Übrigen aus dem Wasserwerk in Schwerte-Westhofen. Von hier werden Teile von Dortmund und Herdecke mit frischem Trinkwasser versorgt.

Über den Autor
Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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Jörg Bauerfeld