Einen Rettungsring in Sachen Sanierung brauchte das Hallenbad Hombruch dringend. Jetzt, nachdem alles fertig ist, gibt es Unstimmigkeiten. Unklar ist, wann das Bad öffnen kann. © picture alliance / Fredrik von E
Grünes Licht

Hallenbad-Entscheidung: Nach viel Ärger fertig machen zum Schwimmen

Es gibt neue Nachrichten für das Hombrucher Hallenbad: Nach viel Ärger und aktuell auch Streit, gibt es jetzt eine gute Nachricht: Das Bad kann voraussichtlich in den nächsten Tagen öffnen.

Es war lange ein Trauerspiel und so manch einer wollte wohl am liebsten abtauchen und davon nichts mehr hören. Nun aber gibt es neue Nachrichten über das Hombrucher Hallenbad – und die bringen ganz offenbar endlich die ersehnte Nachricht: Bei der Sportwelt Dortmund geht man nach einem Schreiben von Mittwochnachmittag (7.7.) davon aus, das Bad jetzt öffnen zu dürfen.

Noch am Mittwochmorgen hatte sich die Stadt auf eine Anfrage eher nebulös geäußert: Eine Entscheidung über eine möglich Eröffnung werde „zeitnah“ getroffen. Genaueres zum Zeitpunkt könne man nicht sagen. Man befinde sich noch in der „Prüfung der statischen Ausgangslage“. Nun aber ging es offenbar sehr schnell. Es vergingen nur ein paar Stunden von dieser Antwort auf eine Anfrage, bis die Mail an die Sportwelt rausging.

Die statische Prüfung sei nunmehr abgeschlossen, habe die Stadt mitgeteilt, berichtet Jörg Husemann, Geschäftsführer der Sportwelt. Das Bad könne nun aus bauordnungsrechtlicher Sicht öffnen. Bis sich die Türen tatsächlich öffnen, werden noch ein paar Tage ins Land gehen. Es muss desinfiziert werden, die Heizung muss ans Laufen gebracht werden. Voraussichtlich nächste Woche soll es soweit sein.

Bad ist seit über einem Jahr geschlossen

Seit mehr als einem Jahr ist das Hombrucher Hallenbad an der Deutsch-Luxemburger-Straße geschlossen. Die erzwungene Pause durch die Corona-Pandemie wurde für dringend nötige Sanierungsmaßnahmen genutzt. Unter anderem stiegen die Bauarbeiter dem Bad aufs Dach.

Das Dach des Hombrucher Bades. Die Stadt sagt, es gebe erhebliche Mängel bei der Bausausführung der Sanierung.
Das Dach des Hombrucher Bades. Die Stadt sagt, es gebe erhebliche Mängel bei der Bausausführung der Sanierung. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Und dieses sorgte bis zum Schluss für Ärger. Denn neben der letztlich guten Nachricht hagelte es seitens der Stadt ordentlich Kritik Richtung Sportwelt. Während die beklagt, dass bereits 2020 bei der Stadt angeforderte statische Unterlagen bis jetzt nicht angekommen seien, diese aber für eine Abnahme nötig seien, widerspricht die Stadt.

Man könne nicht bestätigen, dass die Sportwelt statische Unterlagen in 2020 angefordert habe. Diese wären aber in der Tat „die seriöse Grundlage für eine Sanierung und für weitere Berechnungen (Windlast, Regenwasserabführung, etc.)“ gewesen.

Stadt spricht von einer „unangemessenen Herangehensweise“

Die Stadt erklärt weiter auf Anfrage: „Ohne solche Nachweise, gerade bei öffentlich genutzten Gebäuden, sollten prinzipiell solche Sanierungen nicht beauftragt werden.“ Unabhängig von einer abschließenden Bewertung durch die Bauaufsicht spricht die Stadt von einer „prinzipiell unangemessenen Herangehensweise und insbesondere an der zweifelhaften Qualität der baulichen Ausführung.“

Der beauftrage Sachverständige für Dachtragwerke habe „gutachterlich erhebliche Mängel bei der Bauausführung“ bestätigt. Deutlich werde dies daran, dass es bei den Starkregenereignissen der letzten Tage zu erheblichen Wassereinbrüchen in das Bad kam. Man erwarte, dass die Sportwelt von der „ausführenden Firma die gutachterlich belegten Mängel umgehend beseitigen lässt“.

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Redaktion Dortmund
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Britta Linnhoff