Bis 2022 sollten eigentlich alle Haltestellen barrierefrei sein, doch wird das auch gelingen? © Jörg Bauerfeld
Barrierefreier Umbau

Haltestellenoffensive – oder doch nicht? Das hat die Stadt bis 2022 in Hombruch vor

Bundespolitisch liegt die Latte hoch. Bis 2022 sollten eigentlich in jeder Stadt alle Haltestellen barrierefrei ausgebaut sein. Aber ist das so? Wir haben uns einmal in Hombruch umgesehen.

Als „Mammutprojekt“ hatten die DSW21 und die Stadt Dortmund schon 2019 die Aufgabe bezeichnet, die vorhandenen Haltestellen barrierefrei auszubauen. Dabei scheint dies noch untertrieben, denn 2022, wo eigentlich alles fertig sein sollte, wird nur ein Bruchteil der Haltestellen wirklich umgebaut sein.

Es gibt eine lange Prioritätenliste

In ihrem Nahverkehrsplan gibt die Stadt Dortmund zumindest preis, welche Haltestellen als nächstes an der Reihe sind. Dafür gibt es eine Prioritätenliste. Von Prio 1, so bald wie möglich, bis Prio 8.

Bei Haltestellen wie der Schondellenstraße in Lücklemberg wird es bis zum Umbau noch Jahre dauern.
Bei Haltestellen wie der Schondellenstraße in Lücklemberg wird es bis zum Umbau noch Jahre dauern. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Dabei sind definitiv die Bürger im Vorteil, die in der Nähe vom Hombrucher Zentrum oder auch von Schulen oder Seniorenzentren wohnen. Hier gilt eine höhere Priorität als in den ländlichen Gebieten wie Menglinghausen, Kruckel oder Großholthausen. Wer hier wohnt, darf noch einige Jahre auf einen Umbau warten.

Aktuell werden lediglich vier Haltestellen umgebaut

Auffällig auch: Wo Straßen saniert werden, wie zum Beispiel die Straße „Am Hombruchsfeld“, nutzt die Stadt Dortmund die Gunst der Stunde und baut auch gleich die Haltestellen barrierefrei um.

Dazu Stadt-Pressesprecher Christian Schön: „Im Stadtbezirk Hombruch sind derzeit vier Haltestellen aktuell in Bearbeitung. Im Rahmen der Maßnahme ‚Am Hombruchsfeld‘ werden in beiden Fahrtrichtungen die Haltestellen ‚Reichenberger Straße‘ und ‚Am Hombruchsfeld‘ sowie der westliche Haltepunkt der Haltestelle ‚Renninghausen‘ barrierefrei umgebaut.“

Bis 2022 sollen 39 weiter Haltestelle fertig werden

Und wie sieht es in den nächsten Monaten aus? Auch hier gibt es positive Nachrichten vonseiten der Stadt. „Weiterhin befindet sich in Hombruch noch die Haltestelle ‚Doldenweg‘ auf der Durchstraße in Vorbereitung, die mit 39 weiteren Haltepunkten aktuell im Ausschreibungspaket ist. Diese Haltestellen werden 2022 umgesetzt sein“, sagt Christian Schön.

Alles in allem ist dies aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein, das machen die Zahlen noch einmal deutlich. Insgesamt 58 Haltestellen sollen bis Ende 2021 barrierefrei umgebaut sein. 82 weitere warten noch auf den Ausbau. Eingeteilt sind diese Haltestellen in acht Prioritätsstufen.

Bis die Haltestellen aus der letzten Prioritätsstufe dran sind, wie zum Beispiel die Haltestellen „Olpkebach“ oder die „Schondellestraße“, an denen die Buslinie 447 hält, kann es noch einige Jährchen dauern.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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