In Dortmund gibt es zu wenig Gesamtschul-Plätze. Deswegen soll die JGR in eine Gesamtschule umgewandelt werden. © Archiv
Gesamt- statt Realschule

Hörder Politiker geben grünes Licht für neue Gesamtschule in Wellinghofen

Die Stadt Dortmund will die Johann-Gutenberg-Realschule zur Gesamtschule machen. Die Mitglieder der Bezirksvertretung Hörde stimmten nun in einer Sondersitzung ab, ob sie den Plan mittragen.

Bei der Sondersitzung der Hörder Bezirkspolitiker stand am Dienstag (30.11.) nur ein einziger Punkt auf der Tagesordnung: die Umwandlung der Johann-Gutenberg-Realschule (JGR) in Wellinghofen in eine Gesamtschule.

Nachdem die Mitglieder der Bezirksvertretung (BV) die Empfehlung in der letzten regulären Sitzung am 2. November wegen offener Fragen verweigert hatten, kamen sie nun außer der Reihe zu einer abschließenden Diskussion und Abstimmung zusammen. Denn dem am 1. Dezember (Mittwoch) tagenden Schulausschuss sollte das Votum der Hörder vorliegen.

Schuldezernentin Daniela Schneckenburger hatte dazu alle ausstehenden Fragen der Fraktionen umfangreich schriftlich beantwortet. Offenbar zur Zufriedenheit der BV-Mitglieder: Sie sprachen sich mehrheitlich mit elf zu vier Stimmen für die Vorlage und damit für die Gesamtschule aus.

CDU bemängelt Unklarheit über den Elternwillen

Die CDU-Fraktion übte vor allem Kritik an der mangelhaften Beteiligung der Bezirksvertretung und an fehlenden Erhebungen zum Elternwillen. Es sei kein Elternwille bekannt, außer der der Eltern in Brackel, die Gesamtschule dort zu nutzen, meinte Bezirksbürgermeister Michael Depenbrock (CDU). „Wir entscheiden aber über den Stadtbezirk Hörde.“

SPD-Fraktionsvorsitzender Werner Sauerländer fasste zusammen, dass Eltern an keiner Stelle gegen die Gesamtschule im Stadtbezirk votiert hätten. „Es sind umfängliche Informationen geflossen und auch die Eltern sind informiert, sodass man guten Gewissens der Vorlage zustimmen kann.“

Klaus Tillmann, Fraktionsvorsitzender der Grünen, musste nicht mehr lange überzeugt werden. „Ich finde es positiv, eine Gesamtschule hier im Stadtbezirk zu bekommen.“ Es gehe ja nicht darum, dass „die wirklich gute Arbeit der Konrad-von-der-Mark-Schule nicht gewürdigt“ werde. „Aber sie wird erst ab Klasse 7 gefüllt, wenn an den Gymnasien und Realschule ausgesiebt wird.“

Gesamtstädtische Lage soll berücksichtigt werden

Es gehe um eine gesamtstädtische Entscheidung, so Klaus Tillmann, stellvertretender Bezirksbürgermeister. „Die Nachfrage nach Gesamtschulplätzen steigt seit Jahren, die Zahlen sind ganz eindeutig. Gesamtstädtisch fehlen diese Plätze und ich bin froh, dass die Verwaltung einen schnellen Weg gefunden hat, sie zu schaffen.“

Zumal die Schülerprognosen übertroffen worden seien. „Der große Druck der kommt noch. Die Kindergärten sind voll, der Bedarf an Gesamtschulplätzen und Plätzen an anderen Schulen wird steigen.“

Nach der Diskussion im Schulausschuss könnte der Rat der Stadt Dortmund am 16. Dezember entscheiden, die Umwandlung der JGR in eine vierzügige Gesamtschule in die Wege zu leiten.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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