Das „DAB“-Schild erinnert an den „Ollen Kotten" an der Dessauerstraße. Dort entstanden jetzt Wohnungen. © Spar- und Bauverein eG
Spar- und Bauverein

Kneipe „Oller Kotten“ wird zu einem besonderen Wohnprojekt umgebaut

Wo früher Feierabend-Bierchen getrunken wurden, leben in Zukunft Menschen, die normalerweise nicht alleine wohnen können. Der ehemalige „Olle Kotten“ wird zu einem besonderen Wohnprojekt.

Die Spar- und Bauverein eG und der Caritasverband Dortmund haben gemeinsam die Kneipe „Oller Kotten“ in Dortmund für ein besonderes Wohnprojekt umgebaut. Im Erdgeschoss des Hauses an der Dessauerstraße in Hörde entstanden Wohnungen für Menschen mit einer kognitiven Beeinträchtigung. Sie haben dort die Möglichkeit, selbstbestimmt zu leben.

Drei Mietwohnungen wurden jetzt übergeben

Nach rund fünfmonatigem Umbau der Gastronomiefläche zu Wohneinheiten konnte der Spar- und Bauverein am 20. September drei Mietwohnungen an die Caritas übergeben. Zwei der Wohnungen werden von je einem Mieter genutzt, die dritte ist für eine Lebensgemeinschaft konzipiert.

Das Projekt richtet sich an Menschen, die sich eine eigenverantwortliche Lebensführung wünschen. Unterstützt werden die Bewohnerinnen und Bewohner durch Mitarbeitende des Ambulant Betreute Wohnen (ABW) der Caritas Dortmund. Die pädagogische Begleitung richtet sich nach dem individuellen Unterstützungsbedarf.

Elke Krause (l.), Abteilungsleiterin Behindertenhilfe Caritasverband Dortmund, begrüßt die zukünftigen Mieterin Angelika Höppner.
Elke Krause (l.), Abteilungsleiterin Behindertenhilfe Caritasverband Dortmund, begrüßt die zukünftige Mieterin Angelika Höppner. © Spar- und Bauverein eG © Spar- und Bauverein eG

Der nahe Ortskern von Hörde ist für das Wohnprojekt ein besonderer Vorteil. Angelika Höppner freut sich als zukünftige Bewohnerin vor allem darüber, dass ihr dadurch die Teilhabe am öffentlichen Leben möglich ist.

Gute Anbindung und kurze Wege

Durch die kurzen Wege und die gute Anbindung an den öffentlichen Nahverkehr kann sie künftig den Stadtteil zusammen mit ABW-Leiterin Leona Kusber erschließen und ihre Selbstständigkeit und Mobilität erweitern.

So bietet das Wohnprojekt in der Dessauerstraße Menschen mit Beeinträchtigung inklusives Wohnen mitten im Leben. „Für den Spar- und Bauverein ist dieses Projekt ein gelungenes Beispiel dafür, wie wir als Genossenschaft soziale Schlüsselthemen besetzen und lokal Verantwortung übernehmen“, sagte Franz-Bernd Große-Wilde, Vorstandsvorsitzender der Spar- und Bauverein eG, bei der Übergabe. Die langjährige Kooperation mit der Caritas sei dabei ein wichtiger Erfolgsfaktor.

Vertreter von Caritasverband und Spar- und Bauverein mit einer Mieterin bei der Übergabe der Wohnungen
Vertreter von Caritasverband und Spar- und Bauverein mit einer Mieterin bei der Übergabe der Wohnungen © Spar- und Bauverein © Spar- und Bauverein

Ansgar Funcke, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbands, wies auf den Mangel an barrierefreien Sozialwohnungen in Dortmund hin: „Die neuen Wohnungen tragen dazu bei, eine Versorgungslücke zu schließen: In Dortmund wird geeigneter – und bezahlbarer – Wohnraum für Menschen mit Beeinträchtigungen immer knapper.“

Gerade benachteiligten Menschen profitieren

Dadurch würden Menschen, die es auf dem Wohnungsmarkt schon immer schwer hatten, ausgegrenzt. Gemeinsam mit dem Spar- und Bauverein setze der Caritasverband dem durch Projekte wie dieses etwas entgegen.

Das Gebäude, in dem sich der „Olle Kotten“ befand, stammt aus dem Jahr 1956. Von 1985 bis 2017 hatte die Dortmunder Actien Brauerei die rund 140 Quadratmeter große Gastronomie-Fläche gemietet.

Ausbau ist möglichst barrierefrei

Die Genossenschaft investierte für den Umbau zu den drei 38 bis 56 Quadratmeter großen Wohnungen plus Nutzflächen im Keller rund 350.000 Euro. Die barrierefreundliche Umgestaltung umfasst bodentiefe Duschen, breitere Türen sowie Lichtschalter und Fensterbrüstungen auf rollstuhlgerechter Höhe.

Eine Wohnung bietet einen vollständig barrierefreien Zugang, die anderen beiden Wohnungen sind über eine Stufe zu erreichen und gelten daher als barrierefreundlich.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese