Überraschende Wende

Marode Halle bleibt zu – ist sie der Startschuss für ein großes Schul-Bauprojekt?

Eine Turnhalle, etwas über 40 Jahre alt: Mitarbeiter der Stadt kamen nach einer Begehung zu einem Entschluss für die marode Halle – und der zieht eine große Überraschung nach sich.

Wann die Probleme an der alten Schul-Turnhalle begonnen haben, kann niemand mehr so genau sagen. Weder an der Busenberg-Grundschule noch beim TV Berghofen, der die Halle seit Jahrzehnten für den Vereinssport nutzt.

Fakt ist: Die Sporthalle ist von der Stadt Dortmund aufgrund ihres Zustandes geschlossen worden – und wird auch nicht wieder geöffnet.

Turnhalle an der Grundschule ist seit 2020 geschlossen

Seit dem Frühjahr 2020 ist die alte Halle geschlossen. Der Grund lag im Fundament des Gebäudes. Durch eine Routinewartung an den Bodenhülsen der in den 1970er-Jahren errichteten Halle, wurden erhebliche Feuchtigkeitsschäden, resultierend aus defekten Grundleitungen, festgestellt.

„Sofortmaßnahmen für eine weitere Nutzung der Turnhalle waren nicht möglich“, sagt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

Die Schule und der Sportverein in Berghofen drängten auf eine Lösung. Zwar gibt es noch eine weitere kleinere Turnhalle an der Dependance der Busenberg-Grundschule am Hirschweg, doch für alle reicht der Platz einfach nicht.

Eine Sanierung würde die Kosten sprengen

Jetzt gab es Ende August 2021 eine weitere Begehung durch Mitarbeiter der Stadt Dortmund – das Ergebnis war niederschmetternd. Denn in das marode Gebäude noch zu investieren, scheint sinnlos. Eine Sanierung wäre zu teuer. Denn nach Einschätzungen der Technischen Objektverantwortlichen wäre für eine notwendige Sanierung der Turnhalle ein siebenstelliger Euro-Betrag erforderlich.

Das sei nicht finanzierbar – also gibt es für die mehr als 40 Jahre alte Halle kein Happy End. „Die Turnhalle muss leider weiterhin gesperrt bleiben. Das Schulverwaltungsamt und die Sport- und Freizeitbetriebe werden nach geeigneten Lösungen zur Aufrechterhaltung des Schul- und Vereinssports suchen“, sagt Stadt-Pressesprecher Maximilian Löchter.

Schulgebäude aus dem Jahr 1912 auch im Blickpunkt

Doch die nähere Untersuchung der Halle und des benachbarten Schulgebäudes der Busenberg-Grundschule, das 1912 erbaut wurde, brachten auch eine überraschende Erkenntnis mit.

Denn, die an den Gesprächen Beteiligten aus Politik, Schule und Verwaltung waren sich einig, dass eine gesamtheitliche Betrachtung des Standortes notwendig ist. Aber was bedeutet das nun genau für Grundschule und Sporthalle an der Busenbergstraße?

Vermutlich ein neues Schulzentrum. Denn Platz wäre am Standort genügend. Vielleicht sogar für eine Zusammenlegung der beiden Berghofer Grundschulstandorte.

Was vonseiten der Stadt Dortmund zu erfahren war, klingt zumindest nach einer großen Lösung: „Ob die Turnhalle und das Schulgebäude saniert oder abgerissen und neu gebaut werden können, wird das Ergebnis der Projektentwicklung und die anzufertigende Wirtschaftlichkeitsuntersuchung zeigen“, erklärt Pressesprecher Maximilian Löchter. „Der Fachbereich Liegenschaften wird in diesem Jahr in diese Projektentwicklung einsteigen, sodass die benötigten Aussagen im kommenden Jahr vorliegen werden.“

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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