Nur wenige Zentimeter ist die neue Mauer hoch – doch diese Maße können bei Sturzregen entscheidend sein. Zumindest kann die Kita jetzt auf Sandsäcke verzichten. © Britta Linnhoff
Baumängel

Mauer gegen weitere Wasserschäden: Überflutungs-geplagte Kita rüstet auf

Zwei Mal wurde die Kita Maulwurf überflutet. Im Januar bestätigte eine Untersuchung der Stadt: Das Abwassersystem des Gebäudes ist Pfusch. Jetzt ist die Kita von einer Mauer umgeben.

Die Kita Maulwurf ist undicht – das haben die vergangenen Sommer bereits gezeigt. Zwei Mal wurde die Einrichtung am Stortsweg schon durch Starkregen überflutet. Zuletzt wurde klar: Am Gebäude der Kita gibt es „schwerwiegende Fehler in der privaten Entwässerung“, so ermittelte die Stadtentwässerung Dortmund. Aktuell unterstützt sie den Eigentümer der Kita dabei, den baulichen Schaden zu beheben.

Mauer ersetzt die alten Sandsäcke

Jetzt gehen die Verantwortlichen am Stortsweg noch einen Schritt weiter, um das erst 2017 eingeweihte Gebäude vor Nässe zu schützen. Am Montag (26.4.) wurde eine kleine Mauer vor der Kita fertiggestellt – an der Stelle, wo seit August 2020 monatelang Sandsäcke lagen.

Die Elterninitiative der Kita hatte diese im vergangenen Sommer mit Sand aus dem hauseigenen Sandkasten gefüllt, um weitere Wasserschäden zu verhindern. Grau und schlapp lagen die Sandsäcke noch vor wenigen Wochen dort – nach fast acht Monaten boten sie kein schönes Bild mehr.

Erneut musste sich die Kita Maulwurf gegen Wassermassen stemmen, die Zweifel an dem Kanalisationssystem vor Ort aufkommen lassen. Ein erneuter Umzug der Kita ist nicht ausgeschlossen.
Erneut musste sich die Kita Maulwurf gegen Wassermassen stemmen, die Zweifel an dem Kanalisationssystem vor Ort aufkommen lassen. Ein erneuter Umzug der Kita ist nicht ausgeschlossen. © Sonja Jacobs © Sonja Jacobs

Sonja Jacobs, Vorstand der Elterninitiative, betonte bereits 2020, dass die Sandsäcke „keine Dauerlösung“ seien. Sie blockierten die Parkplätze der Kita, konnten nicht spontan von dem Team der Kita bewegt werden und versperrten für körperlich beeinträchtigte Menschen oder Kinderwagen den Weg.

Das wenige Zentimeter hohe „Mäuerchen“ dagegen soll es trotzdem möglichmachen, die Parkplätze wieder zu nutzen – dafür stehen allerdings noch weitere Umbaumaßnahmen an.

Elterninitiative hofft auf trockenen Sommer

Jacobs schaut nun, nach fast zwei Jahren Überflutungs-Ärger, mit vorsichtigem Optimismus in die Zukunft. „Es geht auf jeden Fall endlich voran“, sagt sie. „Wenn die Mauer denn hält, war das wirklich der wichtigste Schritt für uns.“

Denn weiterhin sei die Elterninitiative nicht davon überzeugt, dass die Städtische Abwasserleitung am Stortsweg reibungslos funktioniere. „Das Wasser ist die letzten Male den Gulli hochgeschossen“, erinnert sich Sonja Jacobs.

Die Kita liegt abschüssig am Stortsweg. Schon zwei Mal lief die Einrichtung mit Wasser voll: im September 2019 und im Juli 2020. Ein drittes Mal soll es nicht geben, da sind sich alle Beteiligten einig.
Die Kita liegt abschüssig am Stortsweg. Schon zwei Mal lief die Einrichtung mit Wasser voll: im September 2019 und im Juli 2020. Ein drittes Mal soll es nicht geben, da sind sich alle Beteiligten einig. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Eine Ableitung für das Wasser, das durch die Mauer zurückgehalten wird, gibt es nicht. „Momentan wird das Wasser auf den Spielplatz laufen“, sagt Sonja Jacobs. Die Kita liegt in einer Senke am Stortsweg. „Das ist natürlich auch nicht ideal, aber da werden wir auch eine Lösung für finden“, sagt sie.

Allerdings gibt es noch andere Baueigenschaften der Kita, die die Elterninitiative und Kita-Leiterin Tina Sacharzek bemängeln. Zwar wurde die Heizung inzwischen repariert. Doch im Sommer sind die Schlafräume überhitzt und lassen sich nicht abdunkeln, auch die Fenster können nicht geöffnet werden. Das Kita-Team hat nun einen Antrag beim Landesjugendamt gestellt, um in Zukunft lüften zu können – und hofft auf einen ruhigeren Sommer als in den vergangenen Jahren.