Das Ausmaß an spurlos verschwundenen DHL-Paketen wird immer größer. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild
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Mit Herzmedikamenten: Wichtiges Paket aus Hörde bleibt in China liegen

Eine Dortmunderin gibt in Hörde ein Paket für ihren Vater in Shanghai ab. Angekommen ist es bis heute nicht. Die Post entschuldigt sich, sagt aber auch: Wahrscheinlich sei das Paket in Quarantäne.

Sarah Fischer brachte am 17. September ein Paket zur Hörder Poststelle. Mit Unterlagen und Herzmedikamente, wie sie sagt. Das Paket ist für ihren Vater, der sich aktuell in Shanghai aufhält. Bei ihm angekommen ist das Paket bis heute nicht.

Der Versand nach Shanghai war dabei nicht billig: „Das Paket hat etwas über 100 Euro gekostet, der Premium-Versand noch einmal 46 Euro“, erzählt Sarah Fischer. Die Mitarbeiter vor Ort hätten sie darüber informiert, dass der Premiumversand acht bis zehn Tage dauern wird.

Das ist schon über drei Wochen her. Sarah Fischer ist frustriert: „Das ist uns schon einmal passiert, damals hat das Paket letzten Endes fünf Wochen gebraucht.“ Vor allem sorgt sie sich, dass das Paket verloren gegangen sein könnte – weder Medikamente noch die Unterlagen seien unwichtig, so die Dortmunderin.

Verzögerungen noch immer Corona-bedingt

Rainer Ernzer, Pressesprecher der Deutschen Post in NRW, beschwichtigt: „Das Paket ist in Sicherheit und befindet sich bereits in China.“ Aus Deutschland sei das Paket von der Post schon längst ausgeflogen worden. Der Grund für die Verzögerung sei noch immer das Coronavirus.

„In China werden seit 2020 regelmäßig Flughäfen, Häfen und Bahnhöfe geschlossen, sobald sich die Lage in bestimmten Bereichen negativ entwickelt“, sagt Ernzer. Das sei für die Deutsche Post „unvorhersehbar“, allerdings entschuldige man sich für den „unglücklichen Ablauf“.

„Laut unserer Einschätzung wird das Paket bis zum 15. Oktober ankommen“, sagt Ernzer – allerdings sei auch diese Zeitangabe ohne Gewähr. Sollte das Paket bis dahin noch nicht angekommen sein, könnte in diesem Fall ein Nachforschungsantrag bei der Post eingereicht werden.

Der Fall von Sarah Fischer ist dabei kein Einzelfall, betont Ernzer: „Das hängt mit der Gesamtlage im Weltmarkt zusammen. Die Vorhersage gestaltet sich dabei leider sehr schwierig.“

„Mein Vater macht sich Sorgen“

Sarah Fischer zeigt sich erleichtert, dass das Paket noch ankommen wird. Allerdings hätte sie sich eine vorherige Information gewünscht. „Mein Vater macht sich jetzt auch Sorgen, ob er die Medikamente überhaupt noch gebrauchen kann – die dürfen ja nicht zu lange in extremen Temperaturen gelagert werden, und in China ist das Wetter sehr schwül“, sagt sie.

Auch hätte sie sich diese Infos lieber von dem Kundenservice gewünscht, den sie in den vergangenen Wochen kontaktierte. Außerdem sei ihr im Internet die ganze Zeit angezeigt worden, dass das Paket noch am einem deutschen Flughafen liege – die Info, dass es bereits in China ist, sei ebenfalls neu für sie gewesen. „Den Nachforschungsantrag habe ich jetzt schon gestellt“, sagt sie.