Beim Umbau der Faßstraße wurden E-Ladestationen an zentraler Stelle nicht vorgesehen. © Susanne Riese
E-Mobilität

Nach jahrelangem Umbau fehlen E-Ladestationen an der neuen Faßstraße: „Eine Schweinerei“

Über Jahre zog sich der aufwendig vorbereitete Umbau der Faßstraße in Dortmund-Hörde hin. Trotzdem hat die Straße keinen Anschluss an moderne E-Lade-Infrastruktur. Warum nicht?

Dionisios Rade Milinkovic wohnt mitten in Hörde. Über Jahre hat er den Umbau der Faßstraße mit allen damit einhergehenden Einschränkungen und Behinderungen miterlebt und verfolgt. Das Ergebnis findet er unglaublich, wie er schreibt.

„Nachdem die Straße nahezu fertiggestellt wurde, bin ich total fassungslos, dass keine einzige Ladesäule für Elektroautos errichtet wurde. Das Thema Elektromobilität ist in den letzten Jahren ein Dauerthema und die Stadt hat es einfach verpennt, hier beim Umbau der Faßstraße Ladesäulen anzubringen.“

Am Hörder Stiftsplatz gibt es Ladesäulen für E-Autos. © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild © picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild

Kommt nun die nächste Baustelle auf Hörde zu? Dionisios Rade Milinkovic: „Ich befürchte, dass nächstes Jahr die Faßstraße wieder gesperrt wird, damit Ladesäulen angebracht werden.“ Er bezeichnet das als „Schweinerei“ und fragt, was bei der Planung der Faßstraße wohl falsch gelaufen sei.

„Keine ausgewiesenen Ladepunkte vorgesehen“

Die Stadt Dortmund bestätigt die Beobachtung des Anwohners: „Tatsächlich sind in der Planung der Faßstraße keine ausgewiesenen Ladepunkte vorgesehen worden“, so Stadtsprecher Christian Schön. „Dies liegt zu einem gewissen Anteil auch an der Funktion der Straße als Hauptstraße, an der auf dem umgebauten Abschnitt nur wenig direkte Wohnbebauung zu finden ist.“

Ladeinfrastruktur brauche Platz. An der Faßstraße habe man bei der Planung dem Radweg und dem Fußweg in entsprechender Breite den Vorzug gegeben. Die neu eingerichteten Stellplätze für den motorisierten Verkehr seien hauptsächlich für Kurzparker gedacht.

Laut Ladensäulenkarte gibt es in Hörde rund 30 Möglichkeiten, Strom zu tanken. © picture alliance/dpa © picture alliance/dpa

Die Stadt verweist auf neu eingerichtete E-Ladpunkte in anderen Bereichen des Ortsteils Hörde. Der aktuelle Stand des Aufbaus – insbesondere zum Projekt NOX-Block – kann auf der Ladesäulenkarte (www.ladeinfrastruktur-dortmund.de) eingesehen werden. Im Forschungs- und Entwicklungsprojekt NOX-Block wird der Aufbau von Ladeinfrastruktur an Straßenlaternen durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWI) gefördert.

Für Hörde sind in der Ladesäulenkarte zwei Ladesäulen aufgeführt – an der Hörder-Bach-Allee und am Stiftsplatz. Hinzu kommen rund 30 Ladepunkte mit jeweils einem Anschluss aus dem NOX-Programm.

Noch im April sah es wüst an der Faßstraße aus. Die Baustellenzeit zog sich lange hin.
Noch im April sah es wüst an der Faßstraße aus. Die Baustellenzeit zog sich lange hin. © Susanne Riese © Susanne Riese

Der Ausbau werde weitergehen, verspricht die Stadt Dortmund. Die Fachverwaltung hat durch den Rat der Stadt den Auftrag erhalten, eine grundlegende Ladeinfrastrukturstrategie 2030 für Dortmund zu entwickeln. Dann bekommt vielleicht auch die Faßstraße noch neue E-Ladestationen.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese