Ein Asphaltfräser macht einen Schlitz in den Boden. Dort wird die in Mikrorohre verpackte Glasfaser verlegt. © Stadt Dortmund
Breitbandausbau

Neuartige Schlitz-Methode bringt schnelles Internet ins Wannebachtal

Der Breitbandausbau für schnelleres Internet hat das südliche Ende Dortmunds erreicht. In Syburg werden Leerrohre für Glasfaserkabel verlegt. Dabei wird ein innovatives Verfahren genutzt.

In Dortmund-Syburg verlegt das Tiefbauamt mit Dokom21 Glasfaser für schnelleres Internet im Wannebachtal. Das Besondere ist die Verlegetechnik, das sogenannte Trenching. Dieses Verfahren eigne sich im ländlichen Raum viel besser als die traditionelle Bauweise mit Ausschachtung, so die Stadt Dortmund. Die Erfahrungen aus dem Wannebachtal sollen bei späteren Projekten helfen.

Den Ausbau übernimmt Dokom21 im Auftrag der Wirtschaftsförderung mit einem Dienstleister. Für die Verlegung muss nicht wie andernorts die gesamte Straße im Wannebachtal aufgerissen werden.

Durch das Trenching und im Seitenbereich sogenanntes Pflügen erfolgen die Eingriffe sozusagen minimalinvasiv. Es wird ein schmaler Schlitz in die Oberfläche gefräst, in dem die Kabel verlegt werden. Isolierrohre, die aussehen wie eine Schwimmnudel, schützen sie bis zur Asphaltierung vor äußeren Einflüssen.

Leerrohre werden durch einen Kanal gezogen

Der Bereich, in dem die Wannestraße den Bach überquert, wird mithilfe des horizontalen Spülbohrverfahrens überbrückt. Dabei bohrt das Gerät einen dünnen unterirdischen Kanal und zieht im Rückzug Leerrohre ein.

Auch das beschauliche Wannebachtal wird ans Glasfasernetz angebunden.
Auch das beschauliche Wannebachtal wird ans Glasfasernetz angebunden. © Dieter Menne (A) © Dieter Menne (A)

Die Wannestraße hat die richtigen Voraussetzungen, um diese innovativen Verfahren anzuwenden. „Zunächst einmal ist es schwierig, in einer bewaldeten Gegend, die hier auch noch als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist, eine umweltfreundliche und -schonende Verlegetechnik einzusetzen“, sagt Christian Gauger von Haus12 West, die den Auftrag für Dokom21 umsetzen.

Trenching sei dort besonders gut geeignet: „Der Baumbestand links und rechts würde sonst Nerven, Zeit und am Ende Geld kosten. Dann ist der Straßenbelag hier weder rissig noch hat er Schlaglöcher. Das ist wichtig, damit es nach dem Verfüllen keine Probleme mit dem übrigen Belag gibt.“

Normalerweise werde mit Beton verfüllt, der hauptsächlich aus Zement besteht. Das sei aber für Nacharbeiten aufgrund der Härte eher ungeeignet. „Wir verfüllen Flüssigboden. Dieser besteht hauptsächlich aus Wasser und Polymere, ist also wesentlich flexibler“, so Christian Gauger.

Erfahrungen in Syburg werden ausgewertet

Die Erfahrungen, die im Wannebachtal gemacht werden, sollen zu einer Normierung des Trenching-Verfahrens sowie mehr Akzeptanz führen und es fachlich absichern. Zudem sollen die Erkenntnisse dem weiteren Breitbandausbau in der Stadt nutzen. Sie sollen dabei helfen, den Ausbau möglichst schnell und mit dem jeweils passgenauen Verfahren zu realisieren.

Der Vorteil beim Trenching ist die Schnelligkeit: Die Verlegetechnik sei viermal schneller als die traditionelle Bauweise Ausschachtung. „Trenching ist kein normales Regelverfahren, das macht es so spannend“, erklärt Silvia Uehlendahl vom Tiefbauamt. „Es ist ein schnelleres Verfahren und damit auch ein kostengünstiger Bau. Wir wollen mitgestalten an einer Bauweise, die den Straßenbau vorantreiben kann.“

Allerdings ist die Methode in bebauten Gebieten mit einer hohen Dichte an Leitungen nicht geeignet. Dort führt kein Weg an der klassischen offenen Grabenbauweise vorbei, um andere Leitungen nicht zu beschädigen.

Für den Ausbau in der Stadt ist Trenching ungeeignet

„Trenching kann man schlecht in der Stadt anwenden, da dort viel mehr Kabel im Untergrund verlegt wurde, und es dadurch schwieriger ist, eine passende Stelle zum Öffnen der Straßenoberfläche zu finden“, erklärt Christian Gauger. „Da kannst du nicht einfach irgendwo mittendrin ein Schlitz in die Oberfläche fräsen.“

Beim Pflügverfahren wird ein Pflug mit Hilfe einer Zugmaschine durch das Erdreich gezogen. Im gleichen Arbeitsgang erfolgt die Verlegung der Mikrorohre. Im Anschluss wird der Schlitz mit entsprechendem Material verfüllt. Dieses Verfahren ist allerdings lediglich auf nicht versiegelten Flächen, also im Seitenbereich der Fahrbahn, einsetzbar.

Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese

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