Eigentlich sollten hier 2023 die ersten Häuser stehen. Daraus wird vermutlich nichts werden. Und das trotz Wohnungsknappheit in Dortmund. © Jörg Bauerfeld
Zeche Gottessegen

Riesiges Baugebiet weiter im Dornröschenschlaf – Verfahren beginnt erneut

Zunächst war der Optimismus beim Investor groß: Auf dem Gelände der Zeche Gottessegen war der Startschuss für das Neubaugebiet bereits geplant – doch dann kam die negative Überraschung.

Aus der Luft sieht man die Größe des Gebietes, um das es geht. Am westlichen Teil der heutigen Hagener Straße, kurz vor der Autobahn A45, gab es bis in die 60er-Jahre eine Zeche: die Zeche Gottessegen. 1963 wurden die Gebäude abgerissen, seitdem gibt es dort eine große versiegelte „Brachlandschaft“.

Teilweise Nutzung als Parkplatz

Zurzeit wird ein kleiner Teil davon als Parkplatz für die Behindertenwerkstätten genutzt, die ihren Namen nach der ehemaligen Zeche erhalten haben. Sonst gibt es hier nichts außer Beton.

2018 war schon alles bereit für die Bebauung. Dann gab es Zweifel vonseiten der Stadt Dortmund. Die Planungen sollten überarbeitet werden. Heute, drei Jahre später ist immer noch nicht klar, was mit dem Gelände wirklich passiert.

Neben viel Beton gibt es auf dem Zechengelände auch noch so manch andere Überraschung.
Neben viel Beton gibt es auf dem Zechengelände auch noch so manch andere Überraschung. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Dass gebaut werden soll steht indes fest – zumindest irgendwann. Und die Tatsache, dass es auch Einzelhandel bei einer Bebauung geben soll, ist ebenfalls gegeben. Nur wie und was genau, das steht noch in den Sternen.

Wie große ein Nahversorger am Ende sein wird, weiß noch niemand

Ob sich ein klassischer Nahversorger mit einer Verkaufsfläche von maximal 800 Quadratmetern oder ein größerer Einzelhandel einschließlich der erforderlichen Stellplatzanlage in das Konzept integrieren lasse, müsse man noch abwarten, so die Stadt Dortmund.

Denn es wird ein neuer Bebauungsplan aufgestellt. Es werde zunächst eine erneute Aufstellungsvorlage für die politischen Gremien erarbeitet, so die Stadt weiter. Aber warum die ganze Verzögerung?

Ein Grund liegt eigentlich auf der Hand und ist auch kein neuer. Es geht um die Altlasten und die Bergbauschäden, die eine Erschließung schwierig machen. Eine Überraschung dürfte das auf einem alten Zechengelände wohl eher nicht sein.

Die Einfahrt zu dem Gelände lag immer schon zur Hagener Straße - das soll auch bei einer Bebauung so bleiben.
Die Einfahrt zu dem Gelände lag immer schon zur Hagener Straße – das soll auch bei einer Bebauung so bleiben. © Jörg Bauerfeld © Jörg Bauerfeld

Dann ist da noch die Offenlegung des Ossenbringsiepens. Ein kleines Tal nord- östlich des ehemaligen Zechengeländes, durch das der Kirchhörder Bach fließt. Dort weiß man auch noch nichts Genaues. Es soll zunächst eine

detailliertere Planung in Abstimmung mit den zuständigen Fachbereichen der

Stadtentwässerung und der Gewässeraufsicht erarbeitet werden.

Zeitfaktor drei ist, dass die Stadt Dortmund mehr Wohnraum dort schaffen möchte als zunächst geplant. 250 Wohneinheiten waren es noch im Jahr 2018. Doch aufgrund der Lage auf dem Wohnungsmarkt soll jetzt aufgestockte werden. 25 Prozent davon im sozialen Wohnungsbau.

Abwarten heißt die Devise – trotz Wohnungsmangel

Wie viele Wohneinheiten dann einmal auf dem Zechengelände stehen werden, steht ebenfalls noch nicht fest. Auch das werde noch erarbeitet, so die Stadt Dortmund.

Die einzige Konstante bisher ist, dass die Ein- und Ausfahrt zu dem Gelände dort bleibt, wo sie immer schon war und auch heute noch ist: zur Hagener Straße hin.

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Redaktion Dortmund
Jörg Bauerfeld, Redakteur, berichtet hauptsächlich in Wort, Bild und Ton aus dem Dortmunder Süden.
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