Barbara Bergob (l.) hat die Organisation für die Gruppe übernommen. Bei ihr kann man sich auch für eine "Schnupperstunde" in der alten Schule anmelden. © Britta Linnhoff
Menglinghauser Sportverein

Schmettern und schlagen: Frauen „Ü60“ suchen Nachwuchs an der Platte

Sie kommen jeden Mittwoch. Kurz vor 16 Uhr wird die alte Schule an der Hegemannsheide zu neuem Leben erweckt. Die, die kommen, sind aber nicht mehr im Schulalter, sondern „Ü60“.

Seit Jahren kommen sie und schlagen hier auf den kleinen Ball: die Frauen der Tischtennisgruppe Ü 60 des Menglinghauser Sportvereins.

Dort, wo früher Mädchen und Jungen zur Schule gingen, stehen heute in einem großen Raum zwei Tischtennisplatten. Sie sind der Grund, warum die Frauen, alle über 60 Jahre alt, hier jeden Mittwoch hinkommen. Sie lieben Sport im Allgemeinen und das Tischtennisspiel im Besonderen.

Jeden Mittwochnachmittag erwacht die alte Schule an der Hegemannsheide zu neuem Leben.
Jeden Mittwochnachmittag erwacht die alte Schule an der Hegemannsheide zu neuem Leben. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Im Gepäck: Sportschuhe, den Schläger und jede Menge gute Laune. Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, dass die Gruppe im Laufe der Jahre viel kleiner geworden ist. Zu klein, finden sie, und suchen nun Nachwuchs für ihre lebhafte Ü60-Truppe.

Jeder der es versuchen möchte, ist willkommen

Barbara Bergob ist seit 2003 dabei und organisiert alles: „Wir suchen Frauen über 60 Jahren, die Lust haben, mit uns Tischtennis zu spielen“, sagt sie. Toll wäre es, wenn sie schon einmal irgendwann gespielt hätten, aber im Prinzip ist jede willkommen, die Lust hat, es zu lernen. Dafür wollen die „alten Hasen“ schon sorgen.

Ganz sicher einer ist Christa Fiedler. Die heute 87-Jährige, die hier an der Platte steht, ist schon seit 30 Jahren im Verein. „Früher“, erinnert sie sich, „haben wir auch Turniere gespielt.“ Und ganz früher habe sie Volleyball gespielt. Allerdings nicht in Menglinghausen, sondern für Westfalia Hombruch.

Als sie hier an der Platte vor Jahren irgendwann auf Margret Richter trifft, stellen die beiden Frauen fest, dass sie vor Jahren gegeneinander um Spiel, Satz und Sieg auf dem Volleyballfeld gespielt haben. Margret Richter (63) damals für das Team des Stenografenvereins Hombruch-Barop – ja, die hatten auch eine Volleyballmannschaft.

Bei einem Neuzugang soll es nicht bleiben

Die fünf Frauen, die an diesem Mittwoch zur alten Schule gekommen sind, sieht man an, dass sie – so wie sie betonen, eigentlich in ihrem ganzen Leben „irgendwie Sport gemacht“ haben. Neben Barbara Bergob, Christa Fiedler und Margret Richter ist Hanne Leidecker (76) heute dabei, und Gabriele Kirschbaum. Die 62-Jährige ist ein „Neuzugang“.

Gabriele Kirschbaum beim Aufschlag: Die 62-Jährige ist ein erster Neuzugang.
Gabriele Kirschbaum beim Aufschlag: Die 62-Jährige ist ein erster Neuzugang. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Aber es soll eben nicht bei diesem einen, neuen Gesicht bleiben. Deshalb also die Einladung, es an einem Mittwoch doch einfach Mal auszuprobieren mit dem Tischtennis. Wem es gefällt, der muss Mitglied des Menglinghauser Sportvereins werden. „Irgendwie müssen wir ja auch die Miete hier aufbringen“, sagt Barbara Bergob. Auch, wenn man den Spielerinnen hier sehr entgegen gekommen sei.

Wer an der Hegemannsheide mal vorbeischauen möchte, muss sich wegen der Corona-Bestimmungen aber vorher anmelden: per E-Mail unter info@menglinghauser-sv.de oder telefonisch bei Barbara Bergob unter 015118510712.

„So, dann wollen wir mal
„So, dann wollen wir mal“: Die 87-jährige Christa Fiedler ist seit Jahrzehnten dabei und voller Energie. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Die Fünf, die an diesem Mittwoch da sind, haben sich inzwischen ein bisschen eingespielt: „So, dann wollen wir mal“, sagt Christa Fiedler, und schmettert den Ball übers Netz.

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Britta Linnhoff