Das Vetro ist Restaurant, Lounge und Bar in einem und hat zwei Terrassen. © Susanne Riese
Menue Karussell

Steinpilz-Törtchen und Rote-Bete-Risotto: So schmeckt das Menü im Vetro

Das Vetro an der Stadtkrone Ost gehört zu den ältesten Restaurants an diesem jungen Bereich Dortmunds. Beim Menue Karussell ist es nicht zum ersten Mal dabei. Aber mit neuen Kreationen.

„Cucina Italiana“ und „internationale Spezialitäten im elegant-lässigen Look“ verspricht Vetro-Küchenchef Volker Nickel in der Beschreibung zum Menue Karussell.

Mit vier Gängen soll uns das Restaurant an der Stockholmer Allee verwöhnen, dazu mit passenden Weinen, Bier und Wasser. Wir reservieren telefonisch mit dem Hinweis auf die Aktion.

Am Sonntagabend ist das Restaurant gut gefüllt, trotzdem werden wir schnell und freundlich zu unserem Platz geführt. Zur Begrüßung gibt es ein Glas Prosecco oder wahlweise Bier mit dem netten Hinweis, das beides zum Angebot gehört.

Zeit, sich umzuschauen: Der edel dunkel möblierte Restaurantbereich liegt in schönem, warmen Licht, über der hinteren Terrasse strahlen violette Neonkreise. Dazu läuft coole Musik. Der vordere Teil des Vetros ist als Loungebereich gestaltet, zur Straße hin gibt es eine zweite Terrasse mit Holzmöbeln und -boden, eingefasst durch Olivenbäume und kleine Hecken.

Hinter der Theke und im Service sind eine Menge Leute im Einsatz. Der Personalmangel in der Gastronomie hat offenbar im Vetro nicht so stark zugeschlagen.

Die Vorspeise – ein besonderes Törtchen

Entsprechend schnell geht es, bis Brot, Oliven und Frischkäsecreme auf dem Tisch stehen und Wein zum ersten Gang: ein Sauvignon Blanc aus Italien. Kurz darauf kommt die Vorspeise: „Steinpilz-Parmesan-Törtchen mit Alba Trüffelcreme, pochiertem Ei und knusprigem Bellotta“.

Als Vorspeise gibt es ein Törtchen aus Steinpilz und Parmesan mit Trüffelcreme, Ei und krossem iberischem Schinken.
Als Vorspeise gibt es ein Törtchen aus Steinpilz und Parmesan mit Trüffelcreme, Ei und krossem iberischen Schinken. © Susanne Riese © Susanne Riese

Die cremige Kreation verbreitet einen zarten Trüffel-Steinpilz-Geschmack und findet in den krossen Streifen vom Iberico-Schinken einen passenden Kontrapunkt. Das Ei ist perfekt pochiert – innen leicht flüssig. Einziger Nachteil dieses ersten Gangs: Er ist schon recht mächtig.

Der Zwischengang – rotes Risotto

Wird aber noch getoppt von Gang Nummer zwei: Risotto Riserva mit Roter Bete-Crème, Gorgonzola, Haselnüssen und Birnen. Auch hier kommt wieder ein gutes Gespür für das, was zusammen passt, zum Ausdruck. Allein die satte Farbe wirkt schon toll, auch wenn die Rote Bete schwer herauszuschmecken ist.

Das Risotto mit Roter Bete, Haselnüssen und Birnen sieht aus wie ein Kunstwerk. © Susanne Riese © Susanne Riese

Für mich hätte es den Gorgonzola nicht gebraucht auf dem Risotto, zumal er das Gericht noch sättigender macht. Die Nüsse und die frischen Birnen darin sind dagegen ein wunderbares Topping. Sehr passend dazu ist auch der zweite Weißwein des Abends, ein Regaleali, der mit einer leichten Säure das Risotto abrundet.

Der Hauptgang – Thunfisch ohne viel Schnickschnack

Das Vetro an der Stadtkrone Ost ist Restaurant, Lounge und Bar in einem und hat zwei Terrassen.
Der Hauptgang: Thunfisch mit Gemüse. © Susanne Riese © Susanne Riese

Beim Hauptgang, „Thunfisch mediterraner Art mit Caponata Ponzu-Sauce“ wird es etwas leichter. Der gegrillte Thunfisch ist perfekt, er kommt auf Gemüse und etwas süßlicher Soja-Zitronen-Sauce, genau richtig.

Das Dessert – Krönung des Menüs

Krönung des Karussell-Angebots ist die Nachspeise: „Bayerische Creme mit Mango, frischen Früchten und Kokosnusskeks“, ein zartes Cremetörtchen, überzogen von Mangomousse mit frischer Himbeere, Erdbeere und Heidelbeeren. Dazu gibt es wahlweise einen Limoncello oder Nusslikör.

Die Creme mit Mangomousse und frischen Beeren ist ein Gedicht.
Die Creme mit Mangomousse und frischen Beeren ist ein Gedicht. © Susanne Riese © Susanne Riese

Fazit und Preis

Das viergängige Menü kostet 56 Euro pro Person, inklusive dreier Weine, Bier, Prosecco, Digestiv und Wasser. Wer weiß, was Getränke im Restaurant normalerweise kosten, kann sich ausrechnen, wie fair der Preis ist. Für Vegetarier gibt es übrigens Alternativen, die vor Ort abgesprochen werden.

Jeder einzelne Gang des Menüs hat uns gut gefallen. In der Zusammenstellung war es uns nur etwas mächtig; ein leichtes Rote-Bete-Carpaccio beispielsweise statt des Risottos als Zwischengang hätte für uns daher noch besser gepasst.

Zwei Fehler sollten die Karussell-Gäste im Vetro vermeiden: 1. Die ersten beiden Gänge aufessen, weil es so gut schmeckt und dann keinen Platz mehr haben für die folgenden und 2. mit dem Auto anreisen. Das wäre schade um die liebevoll ausgesuchten Weine.

Menue Karussell

  • Bei der Aktion Menue Karussell bieten verschiedene Restaurants in Dortmund und Umgebung verschiedene Menüs an. Alle Menüs gibt es zu einem Festpreis, darin enthalten sind die begleitenden Weine oder Bier und Mineralwasser, nicht enthalten sind Aperitif, Digestif, warme und kalte Getränke.
  • Insgesamt laden 27 Küchenchefs zu Vier-Gang-Menüs in Castrop-Rauxel, Dortmund, Iserlohn, Unna, Waltrop, Werl und Wickede-Ruhr ein.
  • Wir haben uns bewusst einige Restaurants herausgesucht, die sonst nicht so in der Öffentlichkeit sind. Wir haben die Menüs getestet als ganz normale, zahlende Gäste.
  • Alle Informationen zur Aktion finden Sie hier: www.menue-karussell.de/dortmund/index.php
Über die Autorin
Redaktion Dortmund
Seit 2001 in der Redaktion Dortmund, mit Interesse für Menschen und ihre Geschichten und einem Faible für Kultur und Wissenschaft. Hat einen Magister in Kunstgeschichte und Germanistik und lebt in Dortmund.
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Susanne Riese