Die Wohnanlage für Studierende an der Ostenbergstraße. Sie hat direkte Nachbarn am Baroper Kirchweg. Nun gibt es Ärger um Lärm in der Nacht. © Britta Linnhoff
Lärm in der Nacht

Streit um „Trinkspiele“ am Wohnheim – Eier flogen an die Hauswand

Eine Gruppe grölender Menschen vor dem Balkon und das mitten in der Nacht. Ein Anlieger des Baroper Kirchwegs jedenfalls ist bedient, denn er sagt: Es blieb nicht bei Lärm, es flogen auch Eier.

Der Baroper ist Anlieger des Baroper Kirchwegs – ist quasi Nachbar des Studierendenwohnheims an der Ostenbergstraße – eine andere Adresse, aber „um die Ecke“.

Der Mann (Name der Red. bekannt) sagt, er habe sich unfreiwillig eine Nacht um die Ohren schlagen müssen Er klagt über alkoholisierte Studenten, die nachts um 3 Uhr grölend und singend durch die Straße gezogen sind. Das komme durchaus immer wieder vor.

Trinkspiele unter dem Balkon

Aber ein Vorfall am Freitag (25.6.) sei dann doch aus dem Rahmen gefallen: Eine Gruppe von sieben jungen Männern und einer Frau habe „direkt unter unserem Balkon gegen 21.30 Uhr auf einer ausgewiesenen Privatfläche eines ihrer Trinkspiele gespielt“.

Er habe, so schildert es der Baroper, die Gruppe gebeten, doch etwas leiser zu sein und darauf hingewiesen, dass es sich um privates Gelände handele. Er habe sich daraufhin abfällige Bemerkungen anhören müssen. Auf seine Bitte, doch auf dem Innenhof des Studentenwohnheims zu feiern, habe er die Antwort erhalten, das ginge nicht, weil „da in der letzten Woche die Polizei gerufen wurde“.

Eierschalen liegen am nächsten Morgen auf dem Boden.
Eierschalen liegen am nächsten Morgen auf dem Boden. © privat © privat

Um 22.15 Uhr habe sich die Gruppe dann schließlich auf einen Privatparkplatz vor dem Haus verzogen. Dann sei „kurz vernünftig“ über die Situation gesprochen worden. „Ich habe dann noch angemerkt, dass, wenn die Gruppe um 22.30 Uhr immer noch so laut weiter spielt, mir keine andere Möglichkeit bleiben würde, auch hier die Polizei rufen zu müssen,“ berichtet der Baroper.

Der Mann rief nicht die Polizei, es habe so ausgesehen, als ob die Gruppe es eingesehen hätte. Sie habe ihr Spiel in die hintere Ecke des zum Studentenwohnheim gehörenden Parkplatzes verlegt. Gegen kurz vor 22.45 Uhr schien man sich dann doch einen anderen Ort zum Feiern zu suchen, erzählt der Baroper weiter, „jedoch nicht ohne „nochmal bei uns Sturm zu klingeln“. Gegen 23 Uhr habe die Gruppe dann die Wohnung im zweiten Stock mit Eiern beworfen.

Polizei verzeichnet an diesem Abend keinen Einsatz

Die Polizei sagt auf Anfrage, es habe am fraglichen Abend keinen Einsatz dort am Studierendenwohnheim an der Ostenbergstraße gegeben. Allerdings vor wenigen Tagen einen am Studierendenwerk selbst. Ein Einsatzschwerpunkt seien das Wohnheim und seine Umgebung aber keinesfalls. Ob es es sich bei diesem Vorfall tatsächlich um Studierende gehandelt hat, ist unklar.

Das Studierendenwerk weiß weder von dem Vorfall mit den Eiern noch von dem Polizeieinsatz am Wohnheim. Man bedaure das natürlich und die Hausordnung schreibe Ruhezeiten konkret vor: „Ruhezeiten sind von 22-8 Uhr und von 13-15 Uhr.

Schlieren an der Hauswand und am Fenster fotografierte der Anlieger des Baroper Kirchwegs . © privat © privat

In dieser Zeit sei jeglicher Lärm über Zimmerlautstärke hinaus nicht zulässig. Strikt untersagt ist in dieser Zeit auch Lärm auf Balkonen oder in den Außenanlagen.“ Wer das nicht beachte, dem drohten Konsequenzen bis hin zur Kündigung so Petra Mikolajetz, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit beim Studierendenwerk.

Fristlose Kündigungen „aufgrund von Verstößen“

In der Vergangenheit habe das Studierendenwerk bereits „aufgrund von Verstößen fristlose Kündigungen ausgesprochen“. Voraussetzung sei dabei immer, dass die Verursachenden namentlich bekannt seien. Denn: „Sollte es einen Polizeieinsatz gegeben haben, so wird das Studierendenwerk in der Regel nicht darüber informiert. Wenn uns vermehrt Ruhestörungen gemeldet werden, versuchen wir zu ermitteln, wer die Verursacher sind. Dies gelingt leider nicht immer und daher können wir in solchen Fällen keine Ermahnungen, Abmahnungen oder Kündigungen folgen lassen.“

In der Vergangenheit habe man bereits vorübergehend einen Wachdienst in einer Wohnanlage beschäftigt, der dafür Sorge getragen habe, „dass weder in der Wohnanlage noch in deren Außenbereich Partys oder ähnliches außerhalb der Ruhezeiten stattfinden“. Dass sich Studierendengruppen zum abendlichen Feiern verabreden – und dies auch im öffentlichen Raum – könne man trotz aller Appelle leider nicht verhindern.

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Britta Linnhoff

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