Silke Cosmar (l.) und Deborah Lee sorgen mit ihren starken Stimmen für ein außergewöhnliches Treffen von Pink und Whitney Houston. © Dietmar Bock
Konzert

Whitney Houston meets Pink: Zwei starke Stimmen im Hansa-Theater

Das Hansa-Theater feierte drei Premieren in einer: Whitney Houston meets Pink, die neue Live-Band und eine Sängerin, die erstmals den Saal rockte und sich einen Kindheitstraum erfüllte.

Im Hansa-Theater Hörde heißt es fortan: „Whitney Houston meets Pink“. Silke Cosmar als Pink und Deborah Lee als Whitney Houston feierten letzten Freitag (8.10.) in ihren Rollen zweier außergewöhnlicher Sängerinnen eine ebensolche Premiere; mit einem Hauch von Olympia und einem erfüllten Kindheitstraum.

Genau genommen waren es drei Premieren. Und die bejubelte das Publikum im ausverkauften, Corona-gerecht bestuhlten Saal lange mit stehenden Ovationen, zustimmenden Pfiffen und lautem Gejohle.

Alles live mit kleinen Aussetzern

Selbst kleinere Pannen trübten den guten Gesamteindruck nicht. Es war alles live, jedoch Corona-bedingt mit reduzierten Proben. So setzte das projizierte Hintergrundbild dreimal kurz vor dem Ende der jeweiligen Nummer aus, die Videowand erschien schwarz. Die neu formierte Live-Band mit Daniel Sok (Keyboard), Marc Pavlowski (Schlagzeug), Mario Levin-Schröder (Gitarre) und Ivo Kassel (Bass) geriet bei „I Wanna Dance With Somebody“ einmal außer Takt.

Silke Cosmar überzeugt bei einer außergewöhnlichen Premiere zweier stimmstarker Sängerinnen als Pink.
Silke Cosmar überzeugt bei einer außergewöhnlichen Premiere zweier stimmstarker Sängerinnen als Pink. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

Geboten wird ansonsten ein gelungener Mix aus Show und Information. Mit kraftvollen Stimmen. Allen voran Silke Cosmar. Bekannt aus vielen Hansa-Produktionen, rockt sie als Pink mit „So What“ und „Trouble“ ab, singt Balladen wie „Whatever You Want“ und „Nobody Knows“ sehr gefühlvoll. Die großen Hits der Grammy-Preisträgerin, wie „What About Us“ und „Cover Me In Sunshine”, fehlen ebenso wenig, wie das Duett „Dear Mr. President“ mit Katja Kutz.

Katja Kutz (l.) steht Pink (Silke Cosmar) als Backround-Sängerin und Duett-Partnerin zur Seite, moderiert zudem das Leben von Whitney Houston.
Katja Kutz (l.) steht Pink (Silke Cosmar) als Backround-Sängerin und Duett-Partnerin zur Seite, moderiert zudem das Leben von Whitney Houston. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

Drogen und Gedichte

„‚Raise Your Glass‘ ist einer meiner Lieblingssongs“, gesteht Cosmar. Sie erzählt aus dem Leben der Alecia Beth Moore und wie die zum Künstlernamen Pink kam. Schon mit 13 Jahren nahm Pink Drogen und wäre fast daran gestorben. Sie schrieb früh Gedichte, die als Basis für Songs wie „Family Portrait“ dienten.

Silke Cosmar als Pink-Darstellerin vor einem Foto des Originals im Rahmen der Familie.
Silke Cosmar als Pink-Darstellerin vor einem Foto des Originals im Rahmen der Familie. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

Drogen spielten auch bei Weltstar Houston eine entscheidende Rolle. Bei ihr führten sie zum Tod – mit nur 48 Jahren. Da half es nicht, dass sie in einem „religiösen Umfeld“ und einer „musikalischen Familie“ aufwuchs, wie Kutz über das wechselvolle Leben von „The Voice“, wie man Houston mit ihrer drei Oktaven umfassenden Stimme bezeichnete, informiert.

Deborah Lee interpretiert die bereits 2012 verstorbene Whitney Houston sehr lebensnah.
Deborah Lee interpretiert die bereits 2012 verstorbene Whitney Houston sehr lebensnah. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

„Danke Whitney!“

„Danke, Whitney! Deine Stimme werden wir nie vergessen“, huldigt Katja Kutz die sechsmalige Grammy-Gewinnerin, die den höchsten internationalen Musik-Preis ebenso zahlreich abräumte wie all die anderen Auszeichnungen, egal welcher Legierung. Was den Musikliebhabern mit Whitney Houston verloren ging, brachte Deborah Lee bei ihrer Hansa-Premiere zu Gehör.

Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Whitney Houston (Hintergrundbild) und Deborah Lee ist gegeben.
Eine gewisse Ähnlichkeit zwischen Whitney Houston (Hintergrundbild) und Deborah Lee ist gegeben. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

Die Wahl-Kölnerin kommt ihrem Idol aus Kindertagen stimmlich sehr nahe. „Als kleines Mädchen habe ich davon geträumt, so wie Whitney zu sein“, schwärmt sie. „Wir waren alle Fans von ihr.“ Jetzt ist ihr Traum wahr geworden. Sie steht auf der Bühne, mal im goldenen Glitzerkleid, mal im schwarzen eleganten, und singt wie ihr Vorbild.

Nah dran am Original

So meint man bei „I Will Always Love You“ und „Step By Step“ die Originalstimme zu hören. Wie auch bei „One Moment In Time“, dem Olympia-Song von 1988, der besonders lang und laut beklatscht wird. Deborah Lee lebt die Musik, wird mit ihr eins. Das spürt das Publikum, das auf den Stühlen wippt, mitsingt und hinten im Saal tanzt.

Deborah Lee kommt ihrem Idol aus Kindertagen nicht nur stimmlich sehr nahe.
Deborah Lee kommt ihrem Idol aus Kindertagen nicht nur stimmlich sehr nahe. © Dietmar Bock © Dietmar Bock

Für Lee, die beim SAT1-Hit-Quiz „Let the music play“ singt, ist dies die erste Bühnenshow, bei der sie Whitney ausführlich gibt. „Für mich war es leicht, da reinzukommen“, sagt sie. „Doch es ist auch ganz schön fordernd.“ Am Ende treffen sich Whitney Houston und Pink dann doch noch, intonieren den Houston-Hit „My Love Is Your Love“, eine Liebe, die die Fans stehend mitfeiern.

Hansa Theater

Das sind die kommenden Vorstellungen

„Whitney Houston meets Pink“ heißt es wieder am 26. November 2021 sowie am 19. Februar und am 28. Mai 2022 (jeweils 19.30 Uhr). Karten gibt es telefonisch unter: (0231) 94 14 748 oder per E-Mail: info@hansa-theater-hoerde.de

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Wie der Name schon sagt, habe ich BOCK auf Sport, Kultur und Politik. Sportliche Schwerpunkte sind: Ringen, Judo, Grappling. Kulturell begeistert mich politisches Kabarett, Kirchen-Kabarett, Comedy, Musical, Rock-Konzerte und andere Musikveranstaltungen, Theater, jede Art von Kleinkunst usw.
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