Der Blick vom Balkon von Astrid Grünberg auf das kleine Stück Rasen: Hinter dem Zaun steht der Neubau. Auf dem Außengelände wird in diesen Tagen noch tüchtig gearbeitet. © Britta Linnhoff
Baustellen-Ärger

Wieder Ärger um Vonovia-Bauprojekt – noch bevor die ersten Mieter einziehen

Eine Vonovia-Mieterin ist empört: Ohne zu fragen, betreten Bauarbeiter ihren Garten und reißen Pflanzen heraus. Schon wieder neuer Ärger, der mit der Bebauung der Freifläche zu tun hat.

33 neue Wohnungen sind entstanden auf der früheren Freifläche zwischen Harkortstraße, Karlsbader Straße und Aussigring im Herzen Hombruchs: Alle sind auch schon vermietet. Von Anfang an hatte das Vorhaben von Vonovia nicht nur Freunde – die Nachbarn sowieso nicht: Verloren sie doch den freien Blick auf viel Grün.

Wieder Ärger um Vonovia-Bauprojekt

Inzwischen steht der Komplex. Die ersten Mieter ziehen ab dem 1. November ein. Vorher gibt es aber noch reichlich Baulärm, denn an den Außenanlagen samt Feuerwehrzufahrt wird noch tüchtig gearbeitet.

Hier zwsischen den Häusen an der Karlsbader Straße, soll die Feuerwehrzufahrt entstehen. Die Stütz liegen bereit.
Hier zwsischen den Häusen an der Karlsbader Straße, soll die Feuerwehrzufahrt entstehen. Die Stützen liegen bereit. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Die Feuerwehrzufahrt liegt genau neben dem Haus Karlsbader Straße Nummer 6. Dort wohnt Astrid Grüneberg. Schon vor Monaten war sie entsetzt über den Neubaukomplex.

Jetzt ärgert sie sich darüber, wie sie von den Arbeitern behandelt wurde, die ohne jede Vorankündigung in ihrer Abwesenheit einfach ihren Garten betreten und Teile ihrer Pflanzen herausgerissen haben sollen, wie sie sagt. Dabei hätte man zumindest direkt vor Ort Bescheid sagen können, denn ihr Sohn sei Zuhause gewesen. Der habe sie angerufen und alarmiert.

Die Arbeiter, die sie in ihrem Unmut angesprochen habe, hätten ihr erklärt, es gebe Zeitdruck – bis Montag (25. Oktober) müsse die Feuerwehrzufahrt fertig sein. Das bestätigt Vonovia-Sprecherin Bettina Benner auf Anfrage. Nach Absprache mit Feuerwehr und Bauordnungsamt müsse die provisorische Feuerwehrzufahrt bis zu diesem Datum fertiggestellt sein.

So sah der Bereich aus, auf dem der Neubau entstanden ist. Zuvor waren bereits Bäume und Lauben der Anwohner entfernt worden.
So sah der Bereich aus, auf dem der Neubau entstanden ist. Zuvor waren bereits Bäume und Lauben der Anwohner entfernt worden. © Archiv © Archiv

So reagiert Vonovia auf die Anschuldigungen:

„Was kann ich für deren Zeitdruck?“, fragt Grüneberg. „Die können sich doch nicht einfach Zugang zu meinem Grundstück verschaffen.“ Für sie sei das Hausfriedensbruch. Und eine weitere Frage drängt sich der Hombrucherin auf: Warum könne man solche Maßnahmen nicht einfach vorher erklären?

„Selbstverständlich werden Mieter im Normalfall sowohl mündlich als auch schriftlich informiert. […] Die Kommunikation mit der Mieterin ist hier bedauerlicherweise nicht zu unserer Zufriedenheit abgelaufen. Dafür können wir uns nur entschuldigen“, sagt Unternehmenssprecherin Benner.

Aufgrund des Höhenunterschieds zwischen Mietergarten und Zufahrt habe eine Winkelstützwand zur Hangsicherung verbaut werden müssen, erklärt die Sprecherin das Prozedere. Dafür sei die vorübergehende Ausgrabung der Gartengrenze unbedingt erforderlich gewesen.

Der Zaun werde selbstverständlich wieder voll hergestellt und die Verschiebung des Zauns wegen der neuen Geländebefestigung zugunsten des Mieters sogar 2 Quadratmeter größer sein.

Trotz Anwohner-Protesten herrschte gute Laune beim symbolischen Spatenstich.
Trotz Anwohner-Protesten herrschte gute Laune beim symbolischen Spatenstich. © Archiv © Archiv

Eine finanzielle Entschädigung hat Astrid Grüneberg abgelehnt. Stattdessen wird Vonovia die Rasenfläche vollständig erneuern, eine neue Hecke und ein Beet mit kleinen Lebensbäumen pflanzen lassen.

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Britta Linnhoff
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Ist am Niederrhein geboren und aufgewachsen. Hat Germanistik und Kunstgeschichte studiert und lebt seitdem in ihrer Wahlheimat Bochum. Liebt das Ruhrgebiet und all seine spannenden Menschen und Geschichten.
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Irina Höfken