Ein Klassenfoto mit historischer Bedeutung: Es ist der erste Schultag für die Wichlinghofer Schülerinnen und Schüler im Übergangsdomizil an der Benninghofer Straße. Wenn es wieder zurück nach Wichlinghofen geht, werden viele Kinder schon längst weiterführende Schulen besuchen. © Britta Linnhoff
Wichlinghofer Grundschule

Zu Fuß zum Übergangsdomizil: Grundschüler beziehen alte Loh-Schule

Der 25. Oktober 2021 war der erste Schultag nach den Herbstferien. An der Wichlinghofer Grundschule allerdings war absolut nichts los. Das hatte einen ganz besonderen Grund.

Morgens um kurz nach 9 Uhr an der Wichlinghofer Grundschule an der Vinklöther Mark: Es ist der erste Tag nach den Herbstferien 2021. Während anderswo auf allen Schulhöfen und in allen Klassenzimmern wieder Trubel ist, herrscht hier absolute Funkstille.

Leer und verwaist: die Wichlinghofer Grundschule an der Vinklöther Mark.
Leer und verwaist: die Wichlinghofer Grundschule an der Vinklöther Mark. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Nur der Autolärm von den benachbarten Hauptverkehrsstraßen ist zu hören. Dieser Montag (25.10.) im Oktober 2021 ist ein besonderer Tag für die Wichlinghofer Grundschule, der zwischenzeitlich sogar mal das Aus drohte. Stattdessen steht nun der Aufbruch in ein neues Kapitel der Schule an.

Die verlassene Wichlinghofer Schule wirkt trostlos an diesem Oktobermorgen.
Die verlassene Wichlinghofer Schule wirkt trostlos an diesem Oktobermorgen. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Fußmarsch mit Frühstück durch den Wald

Schon gegen 8 Uhr sind sie alle an diesem Montagmorgen aufgebrochen: 98 Schülerinnen und Schüler sowie sieben Lehrkräfte samt Lehramtsstudentin. Ihr Weg führt durch den Wald in Richtung Benninghofen. Dort, an der Benninghofer Straße 256, steht das Gebäude, das schon so oft in seiner 100-jährigen Geschichte ausgeholfen hat.

Und schon wieder: Das altehrwürdige Schulgebäude an der Benninghofer Straße dient erneut als Übergangsdomizil - nun für die Wichlinghofer Grundschule.
Und schon wieder: Das altehrwürdige Schulgebäude an der Benninghofer Straße dient erneut als Übergangsdomizil – nun für die Wichlinghofer Grundschule. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Dieses Mal dient das alte Schulgebäude der Loh-Grundschule für rund zweieinhalb Jahre als Ersatz für die gerade einmal halb so alte Schule in Wichlinghofen. Die, ursprünglich ohnehin nur als Provisorium gedacht, wird nun abgerissen und neu gebaut. Der Neubau allerdings wird kein reines Schulgebäude, sondern eine Art Multifunktionszentrum für den Stadtteil.

Für die sechs- bis zehnjährigen Mädchen und Jungen ist das Projekt ein Abenteuer. „Sie finden das spannend“, erzählt Schulleiterin Stephanie Klein. Angst vor dem Ungewissen habe niemand. Also haben sie sich an diesem kalten, aber sonnigen Montagmorgen nur kurz in der Vinklöther Mark getroffen, und sind dann gemeinsam zu Fuß Richtung Benninghofen gelaufen, quer durch den Wald. Auf halber Strecke gab es Frühstück aus dem Rucksack.

Die Jungs und Mädels waren offenbar motiviert und gut unterwegs an diesem Oktobermorgen: Alles ging viel schneller als gedacht: Nach zwei Stunden waren die ersten schon jenseits der Benninghofer Straße auf der Wesengutstraße zu hören.

Die letzten Meter: Es geht über die Benninghofer Straße auf den Schulhof.
Die letzten Meter: Es geht über die Benninghofer Straße auf den Schulhof. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Dann ging es ab über die Fußgängerampel auf die andere Straßenseite und durch das Tor auf den großen Schulhof. Der wurde vor weniger als einer Stunde noch für die Ankunft der Schülerinnen und Schüler vorbereitet: Der Laubbläser war im Einsatz.

Dieser Tag wird in der Geschichte der Schule ein besonderer bleiben: Der 25. Oktober ist der Tag, an dem ein neues Kapitel begann. Dieser Kalender steht in einem der Klassenzimmer.
Dieser Tag wird in der Geschichte der Schule ein besonderer bleiben: Der 25. Oktober ist der Tag, an dem ein neues Kapitel begann. Dieser Kalender steht in einem der Klassenzimmer. © Britta Linnhoff © Britta Linnhoff

Die Klassenräume sind schnell gefunden, Es gibt genau vier. Und es gibt vier Klassen, die Schule hat eine Klasse pro Jahrgangstufe – alles ist wie für die Gäste aus Wichlinghofen gemacht. Und auch Schulleiterin Stephanie Klein hat sich nicht nur mit dem Gebäude arrangiert. Sie mag den alten Komplex.

„Das war wirklich die beste Alternative für uns“, sagt die 53-jährige Schulleiterin. Das erste, was den Kindern auffällt: Es gibt gar keine richtigen Tafeln mehr, sondern die elektronische Ausgabe hängt an den Wänden.

Buslinien bringen Kinder nach Benninghofen

Und für manche ändert sich noch mehr. Auch bisher schon hat es für einige Wichlinghofer Grundschüler einen Bus gegeben, der sie zur Schule fuhr. Das galt für die Syburger Mädchen und Jungen. Nun dürfen sie alle Bus fahren: „Es gibt insgesamt drei Buslinien“, berichtet Schulleiterin Stephanie Klein. Zum Teil sind es öffentliche Haltestelle, zum anderen Teil mit den Eltern verabredete Haltestelle.

Am Schluss dieses ersten, für alle aufregenden Schultages gab es vor allem eines zu klären: Wer fährt mit welcher Buslinie? Aber auch das werden sie hinkriegen. So wie eigentlich alles mit der Planung so gelaufen sei, wie es laufen sollte, sagt Stephanie Klein.

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Redaktion Dortmund
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