Die Betrüger sind mit ihrer Masche auf Supermarkt-Parkplätzen und an anderen Orten unterwegs. © Linnhoff (A)
Halbes Jahr Leerstand

Zukunft des früheren Rewe weiter offen – aber: „Mehrere Mietinteressenten“

Viele Benninghofer warten auf Nachricht, was mit dem ehemaligen Rewe im Ort geschieht. Doch konkrete Auskünfte der Eigentümerin gibt es auch Monate nach dem Aus des Marktes nicht.

Genau ein halbes Jahr ist es her, dass der Rewe an der Overgünne seine Türen endgültig schloss. Schon vorher, seitdem der Rückzug des Marktes bekannt war, bemühte sich eine Bürgerinitiative darum, frühzeitig eine vernünftige Zukunft für die Immobilie und die Menschen im Stadtteil zu sichern. Bisher trotz aller Bemühungen ohne Erfolg.

Vor wenigen Tagen erst hatte sich ein potentieller Nachmieter des Supermarktes darüber beschwert, dass er trotz eines Vorvertrages von der Eigentümerin hingehalten werden.

Diesen Vorwurf bestreitet die Kirchliche Zusatzversorgungskasse, der die Immobilie gehört, allerdings vehement: „Wir befinden uns aktuell mit mehreren Mietinteressenten im Gespräch. Mit keinem der Interessenten haben wir zurzeit eine vertragliche Vereinbarung getroffen, also auch keinen Vorvertrag geschlossen.“

Derzeit werden alle Optionen geprüft

Aber damit erschöpfen sich die Auskünfte weitgehend. Ansonsten hält man sich bei der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse mit konkreten Ausführungen auf Anfragen zurück. Man prüfe derzeit noch alle Optionen zur weiteren Verwendung der Liegenschaft, unter anderem auch die Frage eines möglichen Neubaus des Objekts.

„Uns ist es wichtig, diese Entscheidung nicht übereilt, sondern sorgfältig und gewissenhaft zu treffen“, schreibt Jana Hubrig, zuständig für Marketing und Kommunikation bei der Zusatzversorgungskasse Rheinland-Westfalen. Man plane nicht kurzfristig, sondern lege „Wert auf eine nachhaltige Lösung“.

Das legen die Benninghofer und ihre Initiative ganz sicher auch. Auch deshalb ist der monatelange Leerstand ohne konkrete Hinweise, wie es weitergeht für sie wenig zufriedenstellend. Obwohl Jana Hubrig versichert, man habe „neben den wirtschaftlichen Interessen selbstverständlich auch die Situation und die Bedürfnisse vor Ort im Blick“.

Wasserschaden im Gebäude habe Planungen durchkreuzt

Zwar habe man sich bis zu einer endgültigen Lösung mit einer Zwischennutzung auseinandergesetzt, aber ein Wasserschaden in dem Objekt und die dadurch notwendig gewordenen Trocknungsmaßnahmen hätten diese Überlegungen kurzfristig durchkreuzt. Man suche nun vorwiegend nach einer langfristigen Lösung.

Aufschluss darüber, wie eine solche langfristige Lösung aussehen könnte, gibt ganz sicher eine in Auftrag gegebene Machbarkeitsstudie. Die liege vor, bestätigt Jana Hubrig. Aber was die für die Benninghofer bedeutet, sagt sie nicht. Man werde, so teilt sie für die Kirchliche Zusatzversorgungskasse mit, „diese Studie in unsere interne Entscheidungsfindung mit einbeziehen“. Und weiter: „Da in dieser Machbarkeitsstudie auch Kosten und erzielbare Mieten genannt werden, verstehen Sie bitte, dass wir diese Inhalte nicht veröffentlichen.“

Mit der Bürgerinitiative habe man mehrfach in Kontakt gestanden und auch den aktuellen Brief inzwischen erhalten. Darin hatte die Benninghofer Initiative eine Einladung an Vertreter der Kirchlichen Zusatzversorgungskasse nach Benninghofen ausgesprochen. Inzwischen hat die Kirchliche Zusatzversorgungskasse auch geantwortet. Die Einladung, so heißt es, habe man so kurzfristig nicht annehmen können. Ansonsten enthalte das Schreiben genau die Informationen, die man exakt so schon im Oktober 2020 bekommen habe, klagt die Initiative.

Die Initiatoren waren angetan vom Zuspruch bei der Unterschriftenaktion auf der Benninghofer Straße - inzwischen liegen die Unterschriftenlisten in mehreren Geschäften aus.
Die Initiatoren waren angetan vom Zuspruch bei der Unterschriftenaktion auf der Benninghofer Straße – inzwischen liegen die Unterschriftenlisten in mehreren Geschäften aus. © Initiative © Initiative

Zeitpunkt einer Entscheidung ist weiter unklar

Und wann kann man nun in Benninghofen mit einer Entscheidung über die Zukunft der Immobilie rechnen? Die Antwort: „Wir bemühen uns, möglichst zeitnah zu einer Entscheidung zu kommen. Einen konkreten Zeitpunkt können wir derzeit nicht benennen.“

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Britta Linnhoff

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