Im Revierpark Wischlingen haben Jugendliche eine Party gefeiert und randaliert. © Rebekka Wölky
Partynacht

Ärger in Wischlingen: Betreiber zeigt sich versöhnlich mit Randalierern

Bei einer nächtlichen Party ist im Dortmunder Revierpark Einiges kaputtgegangen. Die Täter haben sich gestellt. Der Geschädigte erstattet keine Anzeige, hat sich aber eine Strafe überlegt.

Zigarettenstummel und leere Cola- und Wodkaflaschen fand Steffen Eich, als er am Samstagmorgen seine Adventure-Golf-Anlage im Revierpark Wischlingen betrat. Auf der Sonnenterrasse war offensichtlich eine nächtliche Party gefeiert worden.

Bei dem Müll blieb es nicht. „Auf unserer BVB-Bahn hatte jemand richtig randaliert. Die drei schwarz-gelben Bälle, die dort als Hindernisse aufgebaut waren, lagen alle nicht mehr an ihrer ursprünglichen Stelle. Zwei waren gar nicht mehr aufzufinden“, erzählt Steffen Eich.

Facebook-Fahndung

Obwohl die Polizei von privaten Fahndungen abrät, veröffentlichte Eich einen Facebook-Post, in dem er den Tätern anbot, sich freiwillig bei ihm zu melden. Auf eine Strafanzeige würde er dann verzichten.

Auch Aufnahmen einer Überwachungskamera veröffentlichte er. „Es sah aus, als seien die Täter Jugendliche“, sagt Eich. „Da wollte ich versuchen, ohne Anzeige zu einer Einigung zu kommen.“

Auf der Sonnenterrasse der besonderen Minigolf-Anlage mit Dortmund-spezifischen Bahnen muss die Party laut Betreiber Steffen Eich stattgefunden haben.
Auf der Sonnenterrasse der besonderen Minigolf-Anlage mit Dortmund-spezifischen Bahnen muss die Party laut Betreiber Steffen Eich stattgefunden haben. © Rebekka Wölky © Rebekka Wölky

Mit seiner Facebook-Fahndung hatte er tatsächlich Erfolg. Der Post habe sich schnell verbreitet. „Schon am Samstagabend hat mich dann einer der Verantwortlichen stellvertretend für alle angerufen und sich entschuldigt“, sagt Eich. Die Bilder der Kameraaufnahmen habe er daraufhin sofort gelöscht.

Hoffnung auf Lerneffekt

„Die Jugendlichen haben angeboten, mir Geld für den entstandenen Schaden zu geben“, sagt er. „Aber die Kosten für die Reparatur haben sich im Rahmen gehalten.“ Neue Bälle habe er direkt am Morgen besorgt und die Bahn wieder so aufgebaut, wie sie sein sollte. „Aber Ärger, Aufwand und Zeit hat die Aktion mich natürlich trotzdem gekostet.“

Die Lösung, auf die man sich deshalb jetzt geeinigt hat: „Ich habe gesagt: ‚Kommt vorbei und bringt zwei Stunden Zeit mit.‘ Die sollen hier einfach ein bisschen auf der Anlage mithelfen, bei uns gibt es immer irgendwas zu tun.“ Am Ende werde die Strafarbeit wahrscheinlich auf Fegen oder Unkrautjäten hinauslaufen. „Ich hoffe, dass dadurch ein Lerneffekt eintritt“, sagt Eich.

Im Herbst 2020 war die Statue des Florianturms von der Minigolf-Anlage im Dortmund-Stil gestohlen worden. Das sei damals ein geplanter Diebstahl gewesen, sagt Steffen Eich. Er erstattete Anzeige bei der Polizei. Der neue Florianturm auf der Minigolfbahn ist seither diebstahlsicher im Boden verankert.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky