Die Tuningszene ist auch in Lünen (Symbolbild) vertreten. Am Samstag sprach die Polizei Platzverweise aus. © DPA
Lärmbelästigung

Anwohner im Dortmunder Westen befürchten neue Raser- und Tuningszene

Anwohner in westlichen Stadtteilen klagen über Lärmbelästigung, die hochmotorisierte Fahrzeuge in den Abendstunden verursachen. Sie vermuten eine neue Raser- und Tuningszene vor ihrer Haustür.

Anwohner im Dortmunder Westen fühlen sich seit geraumer Zeit in ihrer Nachtruhe gestört. Für die Lärmbelästigung sollen stark motorisierte Autos nach 22 Uhr verantwortlich sein. Laut aufheulende Motoren während des Auf- und Abfahrens brächten sie um ihren Schlaf.

Hilfesuchend haben betroffene Bürger den Vertretern der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund ihre Nöte geschildert. „Die Vermutung liegt nahe, dass sich hier eine neue Raser- und Tuningszene entwickelt und die Anwohner in ihrer nächtlichen Ruhe stört“, schreibt die CDU-Fraktionsvorsitzende Barbara Murawski in ihrem Antrag an die Verwaltung.

Raser-Schwerpunkte in Marten und Bövinghausen

Konkret geht es um den Bereich Martener Straße/Kesselborn in Dortmund-Marten. Mündlich ergänzte Barbara Murawski während der September-Sitzung noch folgende Standorte in Bövinghausen: den Bereich Bockenfelder Straße in Höhe Hausnummer 266 vor dem Bürgerhaus in Richtung Westrich sowie den Bereich Provinzialstraße ab Einmündung Bövinghauser Straße in Richtung Lütgendortmund.

„Wir vermuten, dass die Szene wandert, um nicht erwischt zu werden“, so die CDU-Fraktionsvorsitzende. Deshalb wolle man die Verwaltung beauftragen, „die Situation zu überprüfen und gegebenenfalls durch eine zeitweilige intensivere Bestreifung, durch Ordnungsamt und Polizei in den Abendstunden diesem Treiben Einhalt zu gebieten“.

Im Bereich Kesselborn/Martener Straße beklagen Anwohner nächtliche Lärmbelästigung durch aufheulende Motoren.
Im Bereich Kesselborn/Martener Straße beklagen Anwohner nächtliche Lärmbelästigung durch aufheulende Motoren. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Polizei bestätigt Verdacht nicht

Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt konnte auf Anfrage dieser Redaktion die Problematik nur bedingt bestätigen. Keinesfalls habe sich aber die aus der Innenstadt bekannte Raser- und Tuningszene in den Dortmunder Westen verlagert, betonte sie.

Weder dem Verkehrsdienst der Polizei noch der örtlichen Wache lägen entsprechende Hinweise vor, die diesen Verdacht bestätigten. Es gäbe keine große Anzahl an Anwohnerbeschwerden und keine gehäuften Verstöße.

„Hochmotorisierte Fahrzeuge von Anwohnern“

Einzig Ende des Jahres 2020 habe es „aufgrund eines Hinweises eine polizeiliche Maßnahme gegeben“, sagt Nina Kupferschmidt, ohne auf weitere Details einzugehen. Darüber hinaus seien der Polizeiwache Lütgendortmund „hochmotorisierte Fahrzeuge von Anwohnern“ durch Verkehrskontrollen bekannt. Die zählten aber definitiv nicht zu der stadtbekannten Raser- und Tuningszene.

Die Bezirksvertretung Lütgendortmund votierte in ihrer September-Sitzung einstimmig für den CDU-Antrag.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald