Derzeit prüft die Bauaufsicht die Bauarbeiten an diesem leerstehenden Gebäude – ein Bauantrag liegt bislang nicht vor. © Beate Dönnewald
Auffällige Bauarbeiten

Besorgte Anwohner: Dortmunder „Problemhaus“ steht im Visier der Stadt

Seit Wochen beobachtet die Nachbarschaft die Vorgänge in einem leer stehenden Wohnhaus und Café in Dortmund mit großem Argwohn. Mittlerweile prüft die städtische Bauaufsicht den Fall.

Der Dortmunder Leif Jungermann sucht schon lange Antworten. Denn in seiner direkten Nachbarschaft laufen seit Wochen Bauarbeiten in und an einem leerstehenden Wohnhaus und Café. Seine eigenen Recherchen haben ergeben, dass am Bärenbruch 11 in Dortmund-Marten eine Pension entstehen soll.

„Ist es legal, einfach so aus einer Gaststätte einen Hotelbetrieb zu machen?“, fragen sich der 49-Jährige und seine Nachbarn. Mehrfache Anfragen, auch zu einer möglichen Überbelegung der Immobilie, blieben laut Jungermann bislang unbeantwortet. „Das ist schon sehr enttäuschend.“

Bauaufsicht setzt Frist für Bauantrag

Das „ungute Gefühl“ hat Jungermann und seine Nachbarn jedenfalls nicht komplett getäuscht. Denn mittlerweile ist die Stadt in Marten aktiv geworden. „Der Fall ist der Bauaufsicht etwa Mitte September gemeldet worden und wird von dort aus geprüft“, berichtet Stadtsprecher Christian Schön auf Anfrage dieser Redaktion.

Viele Details verrät Christian Schön in seiner Antwort-Mail nicht. Das Ergebnis der Prüfung sei noch offen, schreibt er. „Klar ist aber, dass es wohl einen Nutzungsänderungsantrag, eine besondere Form des Bauantrags geben muss, der aber bisher nicht vorliegt. Dafür wurde eine Frist gesetzt, die noch nicht abgelaufen ist.“ Ob ein solcher Antrag erfolgreich sein könne, sei ebenso offen.

Leif Jungermann und seine Nachbarn beobachten die Vorgänge in dem ehemaligen Wohnhaus und Café (hier die Rückseite) mit großer Sorge.
Leif Jungermann und seine Nachbarn beobachten die Vorgänge in dem ehemaligen Wohnhaus und Café (hier die Rückseite) mit großer Sorge. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Etagenbetten in allen Geschossen

Leif Jungermann hatte seine Beobachtungen auch der Bezirksvertretung (BV) Lütgendortmund per Mail mitgeteilt. „In allen Geschossen wurden Etagenbetten aufgestellt, und in den letzten zwei Wochen wurde das komplette Gebäude ,entkernt‘, zu allen möglichen Tages- und Nachtzeiten und vor allem sonntags“, schreibt er unter anderem. Jungermann schätzt, dass dort 20 bis 30 osteuropäische Personen wohnen.

In der September-Sitzung stand sein Schreiben auf der Tagesordnung der BV. Mithilfe der Verwaltung will sich das Gremium nun um eine rasche Klärung kümmern.

Während des Besuchs dieser Redaktion bei Leif Jungermann am Mittwoch (22.9.) konnte der gebürtige Martener auch Positives vermelden: Die in seinem Schreiben kritisierte Müllsituation („Hausmüll und Unrat auf dem Grundstück sowie Gehweg und Straße“) habe sich mittlerweile deutlich gebessert. „Alles wurde beseitigt.“ Damit habe sich auch das „massive Ratten-Problem“ erledigt.

Garage dauernd zugeparkt

Noch nicht gelöst sei das durch die neuen Bewohner entstandene Parkproblem. „Mindestens dreimal am Tag ist meine Garage zugeparkt“, sagt der 49-Jährige. Im Gespräch mit dieser Redaktion betonte er noch einmal, dass er sich dringend ein Feedback der Stadt wünsche: „Wir Anwohner fühlen uns im Stich gelassen.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald