Am Mittwochabend ist ein Brand in Dortmund ausgebrochen. © Helmut Kaczmarek
15 Mal Feuer gelegt

Brandserie im Dortmunder Westen: Anwälte stellen aufsehenerregenden Antrag

Seit vier Monaten läuft der Prozess um eine unheimliche Brandserie im Dortmunder Westen. Jetzt haben die Verteidiger des Angeklagten mit einem Antrag für Aufsehen gesorgt.

Die Staatsanwaltschaft wirft einem 33-jährigen Angeklagten vor dem Dortmunder Landgericht 15 Brandstiftungen vor. In zwei Fällen soll es sich sogar um versuchten mehrfachen Mord gehandelt haben, weil der Täter den Tod der übrigen Hausbewohner in Kauf genommen habe.

Die beiden Verteidiger Christian Simonis und Karsten Possemeyer haben die Beweislage von Anfang an als „äußerst dürftig“ bezeichnet. Zwar gebe es an einzelnen Tatorten DNA-Spuren ihres Mandanten. „Aber für die kann es tausend Erklärungen geben“, sagt Simonis.

„Dürftige Beweislage“

Und auch der Umstand, dass das Mobiltelefon bei einigen Brandstiftungen zur Tatzeit in der Nähe des Tatorts eingeloggt war, überzeugt die Rechtsanwälte nicht. „Das ist allenfalls ein Indiz“, so Simonis.

Am Montag ging er zusammen mit seinem Verteidiger-Kollegen Possemeyer deshalb in die Offensive. Beide beantragten, den Angeklagten aus der Untersuchungshaft zu entlassen. „Unserer Ansicht nach besteht kein dringender Tatverdacht mehr“, hieß es in dem Antrag.

Wie die Richter mit diesem Vorstoß umgehen, steht noch nicht fest. Über den Antrag muss natürlich beraten und dann entschieden werden. Klar ist: Lehnen sie ab und belassen den Angeklagten weiter in Haft, machen sie deutlich, dass sie die bisherige Beweislage als durchaus ausreichend für eine Verurteilung ansehen.

Über den Autor