Zwischen Kauboomstraße und Stadtgrenze Bochum soll die marode Provinzialstraße im vierten Quartal umgebaut werden. Für die Finanzierung sind auch Anliegerbeiträge eingeplant. © Beate Dönnewald
Fragen und Antworten

Bundesstraßen-Umbau mit Verspätung: Weiterhin Rätselraten um Anliegerkosten

Eigentlich sollten die Bauarbeiten schon lange laufen. Doch der Umbau der Bundesstraße verzögert sich. Wegen der hohen Anliegerkosten herrscht Unruhe. 2019 war von einer Million Euro die Rede.

Im Oktober 2019 wurden die Anlieger der Dortmunder Bundesstraße zum ersten Mal in Aufruhr versetzt. Damals teilte die Stadt mit, dass die Grundstücks-Eigentümer im Zuge des Kommunalen Abgabengesetzes (KAG) für den geplanten Umbau der ramponierten Provinzialstraße (B235) in Lütgendortmund, zwischen Stadtgrenze Bochum und Kaumbomstraße, knapp eine Million Euro berappen müssen.

Nicht nur die gewaltige Summe, auch die Tatsache, dass die Anlieger der beiden vorherigen Bauabschnitte nicht zur Kasse gebeten wurden, sorgt bis heute für Unverständnis. Die Stadt begründet die Ungleichbehandlung damit, dass es sich beim letzten Abschnitt um einen Vollausbau handele und damit ein Fall für das KAG sei. Die Anliegerbeiträge belaufen sich auf rund 130.000 Euro für die Radwege, rund 330.000 Euro für die Parkbuchten und rund 490.000 Euro für die Gehwege.

Eigentümer warten immer noch auf Infos

Mittlerweile sind eineinhalb Jahre ins Land gegangen. Die betroffenen Anlieger sind kein Stück schlauer in Sachen individueller Eigenbeteiligung, und die Arbeiten für den Rück- und Umbau des Straßenabschnitts haben immer noch nicht begonnen.

Wir haben erneut bei der Stadt Dortmund angefragt und fassen das Update in einem „Fragen und Antworten“ zusammen.

Wann beginnen die Umbauarbeiten des dritten und letzten Abschnitts der Provinzialstraße auf Dortmunder Gebiet?

Das gemeinsame Vergabeverfahren von Tiefbauamt, Stadtentwässerung, Donetz und weiteren Versorgern soll laut Stadtsprecher Maximilian Löchter in Kürze starten. „,Mit einem Baubeginn zum Ende des Jahres ist zu rechnen.“

Erst war von einem Baustart im Sommer 2020 die Rede, dann im letzten Quartal 2020. Warum haben sich die Bauarbeiten so extrem verzögert?

Laut Maximilian Löchter hat die Corona-Pandemie an der Verzögerung einen großen Anteil: Der weitere Abstimmungsbedarf zwischen den Beteiligten und umfangreiche Optimierungen in der Baustellendurchführung und -verkehrsführung hätten sich unter Einhaltung der Coronaschutzverordnung schwieriger gestaltet als angenommen.

Bleibt es bei der ursprünglichen Planung, die dritte und letzte Bauphase in zwei Bauabschnitte zu unterteilen?

Ja, an dieser Planung hat sich nichts geändert. Abschnitt 3.1. umfasst den Abschnitt von Weitacker bis Stadtgrenze Bochum, der zweite (3.2.) von Kaubomstraße bis Weitacker.

Wann werden die Eigentümer über die Höhe der individuellen KAG-Beiträge informiert?

Im Bauabschnitt 3.1 liegen Grundstücke auch auf Bochumer Stadtgebiet. Eine Beitragserhebung setze daher eine Vereinbarung zwischen den Städten Dortmund und Bochum voraus, so Maximilian Löchter. „Sie bedarf der Genehmigung durch die Bezirksregierung Arnsberg und wird Grundlage für eine spätere Einzelsatzung sein.“ Dadurch werde es der Stadt Dortmund dann möglich sein, auch die betroffenen Bochumer Grundstückseigentümer zu Straßenbaubeiträgen heranzuziehen. Ein konkreter Zeitpunkt zur Eigentümerinformation könne noch nicht benannt werden.

Wie lange müssen die Eigentümer noch auf die Informationen warten?

Bei der nächsten Bürgerinformation, möglicherweise wird es auch eine Bürgerversammlung geben, soll der Aufgabenbereich „Anliegerbeiträge“ des Tiefbauamtes auf jeden Fall beteiligt sein, verspricht Löchter, ohne aber einen konkreten Termin zu nennen.

Was ist mit Bauabschnitt 3.2.?

Für diesen Bauabschnitt existieren laut Maximilian Löchter weder abschließende Planungen noch ein Baubeschluss. Außerdem beabsichtige die neu gegründete Autobahn GmbH des Bundes in diesem Abschnitt eine Neuplanung der Zu- und Abfahrten zur A40 vor. „Da es noch keine Abstimmung mit der Autobahn GmbH dazu gibt, ist derzeit auch in diesem Fall noch keine Eigentümerinformation über die Höhe der voraussichtlichen Kosten möglich.“

Wie lange werden die Umbauarbeiten circa dauern?

Die Umbauarbeiten von Teil 1 im dritten Abschnitt, also von der Straße Weitacker bis zur Stadtgrenze Bochum, sollen etwa drei Jahre dauern. „Im direktem Anschluss erfolgt mit der Sanierung der Brücke über die A40 im Bereich der Straße Weitacker bis zur Kaubomstraße der zweite Teil des dritten Bauabschnittes“, berichtet Löchter.

Wie wird der Verkehr in diesem Zeitraum (um)geleitet?

Der erste Teil des dritten Bauabschnittes soll, so Maximilian Löchter, in 14 größeren Bauabschnitten erfolgen. „Da der bisherige Straßenquerschnitt großzügig bemessen ist, kann der Verkehr in der Regel zweispurig an den Baubereichen vorbeigeführt werden.“ An Stellen, an denen eine zweispurige Verkehrsführung nicht möglich ist, werde der Verkehr mit einer Baustellen-Ampel einspurig geführt.

Sind keine Umleitungen nötig?

Doch, zum Beispiel beim Ausbau der Kreuzung Provinzialstraße/Lütgendortmunder Hellweg. „Hier werden Umleitungen über den Lütgendortmunder Hellweg, die Lütgendortmunder Straße und Limbecker Straße eingerichtet“, schreibt Maximilian Löchter. Bei Teilsperrungen der Kreuzung Provinzialstraße/Lütgendortmunder Hellweg müsse der Verkehr der Anschlussstelle A40 Lütgendortmund über die Anschlussstellen Bo-Werne und Do-Kley geführt werden.

Was ist mit Radfahrern und Fußgängern?

Da hier nur eine Fahrbahn betroffen ist und die Gehwege bereits hergestellt sind, könne der fußläufige Verkehr um den Baubereich herumgeführt werden, so Löchter. Radfahrer könnten zusätzlich über Anlieger- und Nebenstraßen (zum Beispiel Weitacker, Wilhelmshöhe), die als Fahrzeug-Umleitungsstrecken nicht geeignet sind, ausweichen.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald