Braucht Marten einen neuen Express-Buss oder reicht eine andere Taktung bei der Linie 462? Diese Frage beschäftigt gerade die Martener Politik. © Stephan Schuetze
DSW21

Bus vom Dortmunder Westen zur Uni: Neue Ideen bekommen Gegenwind

Eine S-Bahn, eine Stadtbahn und fünf Buslinien. Viele Wege führen nach Marten. Trotzdem fürchten einige, im Nahverkehr abgehängt zu werden. Studierende wünschen sich eine engere Bus-Taktung.

Viele kleine, günstige Wohnungen gibt es in Marten. Genau das, was Studierende sich wünschen. Und obwohl es laut Bezirksbürgermeister Heiko Brankamp keine belastbaren Zahlen gibt, die es belegen, gehen die Martener davon aus, dass in ihrem Vorort viele Studierende leben.

Deshalb kämpft Joachim Schmittgen, der in Marten entsprechende Wohnungen vermietet, für eine Verbesserung der öffentlichen Nahverkehrsverbindungen zum Uni-Campus.

Als er von den Plänen erfuhr, DSW21 solle einen Express-Bus zwischen Waltrop und der Uni einrichten, fragte er sich: „Warum fährt diese Express-Route über Mengede, Huckarde und Dorstfeld und durch Marten?“

Kein Umweg über Marten

In der Anwohnerfragestunde der vergangenen Sitzung der Bezirksvertretung Lütgendortmund kritisierte Schmittgen deshalb, dass das Bezirks-Parlament nicht dafür eingetreten sei, diese Route über Marten zu führen. „Eine verpasste Chance“, meint er.

Heiko Brankamp hingegen weiß, warum die Lütgendortmunder Politiker keinen Einfluss auf die Planungen genommen haben: „Das ist eine Express-Linie“, so Brankamp. Bei einem Umweg über Marten wäre sie das nicht mehr.

Joachim Schmittgen könnte sich auch gut eine Weiterführung der Stadtbahn vorstellen. „Bis in die 60er Jahre fuhr die Straßenbahn über Kirchlinde bis nach Castrop-Rauxel“, sagt er.

Stadtbahn nach Kirchlinde

Das könne man reaktivieren. Doch eine Verlängerung der Stadtbahn in diese Richtung stehe gar nicht zur Diskussion, sagt DSW21-Sprecher Marc Wiegand.

Und wie sehen die Studierenden selbst die Verbindung zwischen Marten und der Uni? Gibt es überhaupt Handlungsbedarf? „Für mich hat es immer gereicht“, berichtet ein Martener, der gerade seinen Abschluss gemacht hat. Namentlich möchte er nicht genannt werden.

„Von Germania aus ist man in 20 Minuten auf dem Campus“, sagt er. Damit meint er die Buslinie 462, die von Marten über den Campus bis nach Barop fährt. Nicht so gerne hat er während seiner Studienzeit die S-Bahn genommen.

S1 ist immer überfüllt

Die Verbindung sei zwar einfach – von Marten nach Dorstfeld, dann mit der S1 zur Uni – doch die S1 war ihm zu unzuverlässig. „Ich habe mal gezählt: Bei 30 Fahrten war die S1 19 Mal mehr als 5 Minuten verspätet. Und immer überfüllt“.

Sarah Dirks studiert ebenfalls in Dortmund und fährt nur noch mit dem 462er zur Uni. Für sie ist der Bus die perfekte Verbindung. Wenn da nicht eine Sache wäre: „Morgens sind die Busse so voll, dass sie manchmal nicht mehr an allen Haltestellen halten“, sagt sie. Zu der Zeit sind viele Schulkinder unterwegs.

Da würde sie sich eine dichtere Taktung wünschen. Die Idee unterstütz Joachim Schmittgen: „Das würde Marten noch attraktiver für Studierende machen“. Doch damit ist man wieder bei der Frage, die noch gar nicht geklärt ist: Ist Marten überhaupt ein Studenten-Quartier?

Studierende in der Germania-Siedlung

„Fast alle Kommilitonen, die ich kenne, wohnen in Marten“, sagt Sarah Dirks, und bestätigt die nicht belegte Entwicklung des Vorortes. Auch der ehemalige Martener Student bestätigt, dass ein Bereich der Germania-Siedlung bei Studierenden sehr beliebt sei.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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Holger Bergmann