Viele schulpflichtige Kinder und Jugendliche haben in den Herbstferien die offiziellen Teststellen genutzt. © dpa
Coronavirus

Corona-Teststellen profitieren von Herbstferien – wie geht es weiter?

Dank der Herbstferien hatten die Corona-Testzentren im Dortmunder Westen deutlich mehr zu tun als sonst. Einige haben sogar ausschließlich Schulkinder getestet. Hat das Folgen?

In den vergangenen zwei Wochen haben die Testzentren im Dortmunder Westen einen kleinen Boom erlebt. Denn viele Schülerinnen und Schüler ließen sich während der Herbstferien bei ihnen testen.

Normalerweise werden schulpflichtige Kinder und Jugendliche dreimal pro Woche in der Schule getestet – und gelten damit auch in ihrer Freizeit automatisch als getestete Personen. In den Ferien hingegen müssen die Kids für geplante Aktivitäten wie Schwimmen, Fußballcamps oder Stadionbesuche eine offizielle Teststelle aufsuchen.

Wirt Niko Savvidis, der in seiner Gaststätte „Sportklause“ in Dortmund-Nette eine Corona-Teststelle eingerichtet hat, ist mit der Nachfrage in den vergangenen zwei Wochen sehr zufrieden. „Wir haben täglich 15 bis 25 Kinder getestet“, erzählt er. Am Wochenende seien es sogar 40 bis 50 Kinder gewesen. „Die wollten alle ins Stadion zum BVB-Heimspiel.“

Das Deutsche Rote Kreuz bildete die Mitarbeiterinnen von Niko Savvidis für ihren Dienst im Testzentrum aus. Vor dem Lockdown arbeiteten sie für den Wirt als Servicekräfte.
Das Deutsche Rote Kreuz bildete die Mitarbeiterinnen von Niko Savvidis für ihren Dienst im Testzentrum aus. Vor dem Lockdown arbeiteten sie für den Wirt als Servicekräfte. © Uwe von Schirp © Uwe von Schirp

Tests sogar an Heiligabend

Auch wenn die Nachfrage deutlich zurückgegangen sei, will Savvidis das Angebot aufrecht erhalten. „Seitdem die Tests nicht mehr kostenlos sind, kommen täglich nur noch 10 bis 20 Selbstzahler“, sagt der Netter Wirt. Aktuell plane er bis zum 31. Dezember. Sogar an Heiligabend, am 1. Weihnachtstag und an Silvester wolle er von 10 bis 14 Uhr öffnen.

Ähnliche „Ferien-Erfahrungen“ hat Necati Duymaz, Inhaber des Pflegebüros Plus in Lütgendortmund, gemacht. „Wir haben in den vergangenen Wochen ausschließlich Schulkinder getestet.“ Im Schnitt seien es 10 bis 15 täglich gewesen. „Viele Erwachsene gehen wieder, sobald sie den Preis hören“, so Necati Duymaz. Für ihn sei dies aber kein Grund, das Angebot einzustellen. Er plane mindestens bis zum 31. Dezember.

Erste Testläufe hat die Pflegedienst-Einrichtung bereits gemacht. Ab Mittwoch (14.4.) ist das neue Corana-Testzentrum offiziell geöffnet.
Erste Testläufe hat die Pflegedienst-Einrichtung bereits gemacht. Ab Mittwoch (14.4.) ist das neue Corana-Testzentrum offiziell geöffnet. © Ovital © Ovital

Ovital hört zum 31. Oktober auf

Im benachbarten Huckarde wird hingegen in Kürze eine Teststelle schließen. „Wir hören Ende des Monats auf“, sagt Ralf Novy, Inhaber von „Ovital-Pflege“. In den Ferien hätten seine Mitarbeiter 15 bis 20 Kinder getestet. „Doch ab Montag werden sie ja wieder in der Schule getestet.“ Für zehn Testungen pro Tag lohne sich der räumliche und personelle Aufwand nicht, so Novy. „Früher hatten wir über 100 pro Tag.“

Die Betreiber der Sanitatis-Teststelle in Lütgendortmund wollen weitermachen. Aktuell suchen sie nach einem winterfesten Ersatz für das Testzelt.
Die neue Teststelle befindet sich in dem blauen Pavillon. Tests gibt es ohne Termin und auch für Kinder ab drei Jahre. © Sanitatis © Sanitatis

Durchhalten wollen hingegen Paul Droste und Fabian Symietz mit ihrer Sanitatis-Teststelle neben dem Rewe in Lütgendortmund. „Solange es für uns wirtschaftlich bleibt, machen wir weiter“, sagt Fabian Symietz. Aktuell sei man auf der Suche nach einem winterfesten Ersatz für das Testzelt. „Aber es ist nahezu unmöglich, einen Container zu bekommen. Vielleicht wird es ein Transporter.“ Auch die Sanitatis-Teststelle hat von den Herbstferien profitiert. „Wir hatten circa 40 Kinder pro Tag hier“, so Fabian Symietz.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald