Zuletzt lief das Wasser nicht mehr nur ins Brunnenbecken, sondern auch an einigen der Hexenfiguren herunter. Schuld soll Vandalismus sein. © Natascha Jaschinski
Heinrich-Sondermann-Platz

Der Hexenbrunnen ist nicht kaputt, hat aber ein ganz massives Problem

Immer wieder versprüht der Hexenbrunnen in Lütgendortmund sein Wasser quer über den Marktplatz. Bisher hieß es immer, Wind sei daran schuld. Nun wurde noch eine andere Ursache entdeckt.

Ende November war es zwischen Hexenbrunnen und S-Bahnstation auf dem Heinrich-Sondermann-Platz in Lütgendortmund dauerhaft nass. Das Wasser lief langsam, aber ganz stetig vom Brunnen aus über dem Markplatz. Tag für Tag verdunstete ein Teil das Wassers auf dem Boden des Platzes oder floss in die Kanalisation. Denn direkt vor dem S-Bahneingang ist eine große Gullyrinne.

Dass der Brunnen sein Wasser mitunter großzügig verteilt, ist nicht neu. Wir berichteten bereits 2019 darüber. Und im Sommer dieses Jahres. Die Stadt betonte immer wieder, dass an dem Brunnen nichts kaputt sei.

Ungünstig stehender Wind sorge an manchen Tagen dafür, dass das Wasser nicht immer dort lande, wo es hin soll. Das sei auch an anderen Brunnen der Stadt zu beobachten. Zum Beispiel am Gauklerbrunnen in der Innenstadt, hieß es.

Wasser lief an den Hexenfiguren herunter

Zuletzt allerdings war der Heinrich-Sondermann-Platz nicht nur ab und an gewässert, sondern immer. Wer genauer hinsah, konnte erkennen: Das Wasser aus zwei der vier Hexenfiguren landete nicht nur im Brunnenbecken, sondern lief an den Figuren herunter und von dort um den Brunnen herum auf den Platz. Der Brunnen schien defekt zu sein.

Ist er aber nicht, teilte die Stadt Dortmund auf Anfrage nun mit. „Auch nach abermaliger Prüfung durch das Tiefbauamt hat sich bestätigt: Es liegt kein Leck an der Brunnenanlage vor“, heißt es. Dafür Vandalismus. Unbekannte würden die Düsen, aus denen das Wasser ins Becken spritzen soll, immer wieder verstopfen, sagt Stadtsprecher Christian Schön. Sie steckten beispielsweise Fremdkörper in die Münder der Hexenfiguren.

Das erklärt die Beobachtung, dass Wasser an den Figuren hinunterläuft. Durch Fremdkörper in den Düsen werde der Wasserfluss nicht komplett behindert, so Schön. Aber ein Teil des Wassers rinne an den Hexen herunter und fließe nicht ins Becken. Zudem würden die Spritzwinkel verändert. Die Folge: Der Wasserstrahl landet nicht zwingend so im Becken wie vorgesehen.

So sah es bis vor kurzem aus: Ein Teil des Wassers aus dem Hexenbrunnen lief auf den Marktplatz in Lütgendortmund.
So sah es bis vor kurzem aus: Ein Teil des Wassers aus dem Hexenbrunnen lief auf den Marktplatz in Lütgendortmund. © Natascha Jaschinski © Natascha Jaschinski

Figuren verändern oder abschalten

Das Tiefbauamt will nun Konsequenzen ziehen, damit der Platz nicht immer wieder gewässert wird: Sollte es nicht besser werden mit dem Vandalismus, „müsse über eine bauliche Veränderung an den Figuren nachgedacht werden“, sagt Schön. Oder aber: Der Brunnen wird gänzlich abgeschaltet. Das sei durchaus eine Alternative.

Wie das wäre, können die Lütgendortmunder seit Ende letzter Woche sehen: Seitdem ist der Brunnen abgestellt. Allerdings nur, weil er immer zur Wintersaison abgeschaltet wird. Wie die meisten Brunnen der Stadt. Nicht wegen Vandalismus. Noch nicht.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
Ist fürs Journalistik-Studium vor 20 Jahren nach Dortmund gezogen und hat danach jahrelang in der Nachrichtenredaktion gearbeitet. Lebt schon lange im Dortmunder Westen und freut sich, hier und in Castrop-Rauxel auch journalistisch unterwegs zu sein.
Zur Autorenseite
Natascha Jaschinski