Ein Spaziergänger entdeckte im Dortmunder Westen diesen Müllberg aus Altreifen. Seine Forderung trifft bei der Stadt auf offene Ohren. © Reiner Schramowski
Neuer Müllärger

Dortmunder Bürger brodeln: „Wieder Dreckschweine unterwegs“

Die Umweltsünder werden immer dreister, die Bürger, die die illegalen Müllkippen entdecken, immer saurer. Über eine ihrer Forderungen denkt jetzt die Stadt Dortmund nach.

Schon wieder haben sie zugeschlagen: Vermutlich in einer Nacht- und Nebel-Aktion kippten Unbekannte eine riesige Menge Altreifen auf einem Feldweg ab. Einmal mehr trifft es den Dortmunder Westen.

„Dreckschweine waren wieder unterwegs“: Mit diesen drastischen Worten kommentierte Reiner Schramowski seine Fotos, die er an diese Redaktion schickte. Entdeckt hat er die rund 100 illegal entsorgten Reifen auf einem Feldweg am Ährenweg in Dortmund-Deusen. „Im Hintergrund sieht man die Regenrückhaltebecken“, so der Vorsitzende der Siedlergemeinschaft (SG) Deusen.

Belohnung für „sachdienliche Hinweise“?

Die unerlaubte Ablagerung meldete Schramowski auch der Entsorgung Dortmund GmbH (EDG). Grundstückseigentümer ist die Immobilienwirtschaft der Stadt, die die Reifen über die DOGA, eine Beteiligungsgesellschaft im EDG-Konzern, abräumen ließ.

Diesmal wurden sehr breite Altreifen illegal entsorgt, möglicherweise von Sportwagen.
Diesmal wurden sehr breite Altreifen illegal entsorgt, möglicherweise von Sportwagen. © Reiner Schramowski © Reiner Schramowski

„Die Täter sind wohl von der Deusener Straße reingefahren“, vermutet der SG-Vorsitzende. Deshalb ist er sich sicher: „Sie müssen dabei gesehen worden sein.“ Aus diesem Grund fordert Schramowski, dass für Hinweise auf Umweltsünder zukünftig Belohnungen ausgesetzt werden. „Dann schauen die Leute genauer hin und der eine oder andere wird geschnappt.“

Seine Idee hat diese Redaktion an die EDG-Sprecherin Petra Hartmann weitergegeben. Sie beriet sich dazu mit der Unteren Abfallbehörde der Stadt Dortmund.

„Die Idee einer Belohnung für ,sachdienliche Hinweise‘ ist nach Auffassung der Unteren Abfallbehörde nur in Einzelfällen sinnvoll; immer dort, wo die Wahrscheinlichkeit hoch ist, dass es Zeugen der illegalen Handlung gab und Autokennzeichen notiert wurden“, schreibt Petra Hartmann.

Für ein erfolgreiches Ordnungswidrigkeitenverfahren sei ein zweifelsfreier Personenbezug erforderlich. „Solche konkreten Zeugenaussagen sind eher dort zu erwarten, wo das Müllvergehen in einem stark frequentierten Bereich oder im bebauten Wohnumfeld passiert.“

Umweltamt denkt über den Belohnungs-Vorschlag nach

Insbesondere bei illegalen Altreifenablagerungen würden aber von den Tätern bewusst sehr einsam gelegene Orte angefahren und das vorzugsweise nachts. „Im konkreten Fall in Deusen liegt die Fundstelle nicht unmittelbar an einer belebten Straße, auch wenn die Zufahrt möglicherweise über die Deusener Straße erfolgte.“ Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand verwertbare Hinweise beisteuern könne, die einen eindeutigen Täternachweis ermöglichen, erscheine sehr gering.

Dennoch: Grundsätzlich könnten Belohnungen eine Option für eine höhere Aufklärungsquote sein, so Petra Hartmann. „Das Umweltamt wird sich Gedanken dazu machen, ob und in welchen Fällen die Honorierung sachdienlicher Hinweise erfolgversprechend erscheint.“

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald