Borussia Dortmund

Ehemalige Deutsche Meister laden zum schwarz-gelben Klassentreffen ein

In den 90er-Jahren feierten die U17- und U19-Mannschaften des BVB Deutsche Meisterschaften in Serie. Zwei Spieler der A-Jugend von 1996/97 laden zu einem „schwarz-gelben Klassentreffen“ ein.

Ein Koffer ist voll mit Erinnerungsstücken. Auf dem Tisch liegen Programmheftchen: Sie nennen die Kader, die Offiziellen der Vereinsdelegationen, Besprechungsräume, Daten. Stephan Knop hütet sie wie einen Schatz.

Der noch 41-Jährige sitzt bei einem Alster in der Netter Sportklause. Inhaber ist Niko Savvidis. Beide verbindet der Tag und der Ort ihres größten gemeinsamen Erfolges: 6. Juli 1997, Rosenaustadion Augsburg: Mit der U19 von Borussia Dortmund wurden sie Deutscher A-Jugend-Meister.

2:1 setzte sich der BVB-Nachwuchs gegen den TSV 1860 München durch. Das Spiel pfiff Schiedsrichter-Legende Bernd Heynemann. A-Jugend-Cheftrainer beim BVB war Michael Skibbe. Stephan Knop gehörte als Jungjahrgang zum Kader. Niko Savvidis, fast auf den Tag ein Jahr älter, verteidigte links.

Savvidis erlebte den Siegtreffer von Sedat Akcay in der 87. Minute abseits des Spielfelds. Er sah in der 87. Minute die rote Karte. Ein Jahr zuvor, beim 2:0-Finalsieg gegen den SV Waldhof Mannheim, kam er in der 90. Minute auf den Platz.

Zwei Meisterschaften in zwölf Monaten

Auch für Stephan Knop war es das zweite Finale in zwölf Monaten. Am 21. Juli 1996 feierte er mit den Schwarz-Gelben die Deutsche B-Jugend-Meisterschaft. 6:1 schlugen die Borussen vor 4500 Zuschauern in der Roten Erde den 1. FC Saarbrücken. Stürmer Knop schoss drei Tore.

Gut 25 Jahre nach ihren größten sportlichen Erfolgen wollen sie Wiedersehen feiern und mit ihren Mannschaftskameraden in Erinnerungen schwelgen. Für Samstagabend (4.9., offizieller Beginn: 19.09 Uhr) haben sie die Erfolgsspieler aus den 90ern in die Sportklause eingeladen – quasi zu einem schwarz-gelben Klassentreffen.

25 Zusagen haben sie bereits. Francis Bugri will nach Nette kommen. Er schoss 1997 das 1:0 gegen 1860 München. Ebenso Kurtulus Öztürk, der beim Torschützen-Fest im B-Jugend-Finale 1996 den BVB mit 1:0 in Führung brachte. Zugesagt hat auch Volker Pröpper, ihr Trainer aus der U14 bis U16.

Bei Pröppers 50. Geburtstag trafen sich Niko Savvidis und Stephan Knop vor acht Jahren wieder. Nach den erfolgreichen Jugendjahren gingen die Spieler getrennte Wege. „1997 ist Dortmund Champions-League-Sieger geworden“, sagt Knop. „Da war es für uns schwer, im Profifußball Fuß zu fassen.“

BVB-Karriere ausgeschlagen

Chancenlos waren sie nicht, eher ungeduldig. „Michael Skibbe und Meier haben gesagt, Niko, bleib noch ein Jahr“, erzählt Savvidis. „Ich hatte aber keine Chance, in der 1. Mannschaft zu spielen.“ Er wechselte zu Rot-Weiß-Essen. „Dort konnte ich in der Ersten spielen.“

Auch Stephan Knop schlug die weitere Karriere beim BVB aus. „Vom Zeug her hätte ich Profi werden können“, sagt er. „Skibbe hat zu mir gesagt, Junge mach weiter. Aber ich hatte keinen Berater und war auf mich allein gestellt.“

Heute trainiert er die U17 des Kirchhörder SC und arbeitet neben seinem Job als Servicetechniker in der Medizintechnik nebenberuflich in der BVB-Fußballakademie.

Geburtstagsfeier mit Mannschaftskameraden

Beiden bleiben die Erinnerungen an ihre erfolgreichen Jahre: mit den Meisterschaften, internationalen Turnieren in Japan, Italien oder Nordirland. Und an Nachwuchsrundenspiele mit Spielern der A-Jugend, der zweiten Mannschaft und den Profis. Bilder und Zeitungsausschnitte liegen in besagtem Koffer.

Diese Erinnerungen sollen am Samstag wieder aufleben – verbunden mit einem sozialen Zweck. Jeder Ex-Spieler zahlt einen Obolus, von dem sie jeweils 19,09 Euro an den Verein Kinderlachen spenden. Und: Im alten Mannschaftskreis wollen die Beiden gleichzeitig ihre Geburtstage feiern: Stephan Knop wird am Samstag 42, Niko Savvidis am Sonntag 43.

„Das Treffen am Samstag soll ein Anfang sein“, sagt Knop. „Vielleicht können wir ja mal gegen die Alten Herren des BVB kicken oder gemeinsam ein Jugend- oder Amateurspiel besuchen.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
Zur Autorenseite
Uwe von Schirp