Die Sanierung des Volksgartens bietet einmal mehr Konfliktpozenzial zwischen Verwaltung und Politik. © Uwe von Schirp
Kommentar

Eklat um Mengeder Volksgarten: Ein Schlag ins Gesicht der Demokratie

Das Gaudium ist in Gefahr und andere Veranstaltungen mit. Die Missstimmung über die Festwiese ist nur ein Synonym. Die Verwaltung hat den Bogen diesmal klar überspannt, meint unser Autor.

Mittelalterliches Treiben ist nicht Jedermanns Sache. Muss es auch nicht sein. Das Mengede Mittelalterlich Gaudium ist jedoch die größte Veranstaltung im Stadtbezirk. Sie lockt Menschenmassen auch von weit her. Beste Werbung für Mengede, für Dortmund – und nicht zuletzt auch ein Wirtschaftsfaktor.

Nun kann man den Standort von Stromanschlüssen und Wasserkränen als lächerliche Petitesse abtun. Darum geht es aber nicht. Das Gaudium zeigt als größte Veranstaltung, was in Mengedes grüner Lunge möglich sein muss. Großveranstaltungen sind Wille der Bevölkerung und ihrer gewählten Vertreter.

„Frechheit gegenüber Bezirksvertretung“

Die Ignoranz und Arroganz, mit der die Projekt-Verantwortliche des Grünflächenamtes Politiker und Zuhörer am Mittwoch im Mengeder Saalbau brüskiert hat, ist schwer erträglich. Andreas Flur (CDU) empfindet die Berichterstattung „als absolute Frechheit gegenüber der Bezirksvertretung“. Sylvia Dettke (SPD) spricht von „Humbug“. Nachvollziehbar.

Es ist nicht der erste Konflikt zwischen Verwaltung und Mengeder Bezirksvertretung. Mit seinem Verhalten dreht das Grünflächenamt die Verhältnisse: Die Verwaltung ist Dienstleister – die Volksvertreter entscheiden. Bezirksbürgermeister Tölch spricht zurecht von einer „Missachtung unseres Parlaments“.

Vier Tage vor der Wahl – ein Bärendienst und ein Schlag ins Gesicht der Demokratie.

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
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Uwe von Schirp