Mitten in einem Wohngebiet in Dortmund-Oespel ist eine Weltkriegsgranate gefunden worden.
Kampfmittel-Entschärfung

Evakuierung im Dortmunder Westen: Weltkriegs-Granate kontrolliert gesprengt

In Dortmund ist am Donnerstag eine Granate gefunden worden. Sie wurde am Spätnachmittag kontrolliert gesprengt. Die Entschärfung war kaum zu hören. 150 Personen mussten die Häuser verlassen.

Eine Granate aus dem Zweiten Weltkrieg ist am Donnerstagmittag (9.12.) in Dortmund-Oespel gefunden worden. Arbeiter, die Glasfaserkabel verlegen wollten, haben sie entdeckt.

Sie waren auf die Granate im Bereich Am Dorfplatz/Sonnenwendstraße gestoßen. Sofort war klar: Die Granate war nicht transportfähig und musste direkt vor Ort gesprengt werden. Eile war geboten, denn die Sprengung sollte noch im Hellen erfolgen.

Sprengung erfolgte im Hellen

Daher wurde der Dorfplatz, an dem die Granate gefunden worden war, ab 15 Uhr für die Sprengung vorbereitet. Die Freiwillige Feuerwehr Berghofen war vor Ort. Die Sprengung übernommen hat Volker Lenz vom Kampfmittelbeseitigungsdienst Westfalen-Lippe.

Kampfmittelbeseitigungsdiensts Westfalen Lippe
Volker Lenz vom Kampfmittelbeseitigungsdiensts Westfalen Lippe soll die Bombe sprengen. Hier steht er in dem Loch, das für die Sprengung ausgehoben wurde. © Beate Dönnewald

Laut Volker Lenz handelte es sich um eine deutsche Flakgranate aus dem Zweiten Weltkrieg. Die kontrollierte Sprengung mittels einer fernelektrischen Zündung aus der Deckung erfolgte schließlich gegen 16.30 Uhr. „Es war nur ein leiser Puff zu hören“, berichtete unsere Reporterin vor Ort. „Zu sehen war nichts.“

Zwei Meter tiefe Grube

Für die Sprengung war eigens ein zwei Meter tiefes Loch auf der großen Wiese am Dorfplatz ausgehoben worden, in das die Granate gelegt wurde, ehe sie gesprengt werden konnte. Weil die Grube so tief war und die Feuerwehr sie zusätzlich mit Wasserbehältern aus Gummigewebe abgedeckt hatte, war die Detonation kaum zu hören. Deutlich lauter war das dreifache Signal, das die kontrollierte Sprengung einläutete.

Städtische Fahrzeuge sperrten die Straßen rund um den Bereich der Sprengung ab.
Städtische Fahrzeuge sperrten die Straßen rund um den Bereich der Sprengung ab. © privat

In einem Radius von 100 Metern um den Ort der Sprengung war eine Sicherheitszone eingerichtet worden. Innerhalb dieses Umkreises mussten rund 150 Anwohner ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Städtische Fahrzeuge sperrten alle Straßen rund um den Dorfplatz ab.

Ordnungsamt lief von Tür zu Tür

22 Mitarbeiter des Ordnungsamtes liefen von Tür zu Tür und informierten die Anwohner. Einige machten sich zu Fuß auf den Weg, andere fuhren mit dem Auto davon. Für Anwohner, die nicht bei Freunden oder Verwandten unterkommen konnten, stand ein Wärmebus der Feuerwehr an der ehemaligen Busschleife bereit.

Knapp eine Stunde dauerte die Evakuierung. Einige Minuten nach der Sprengung hoben die Stadt und die Feuerwehr die Absperrungen wieder auf. Die Menschen konnten zurück in ihre Häuser.

Die Granatenreste werden nun in einem Bunker des Kampfmittelbeseitigungsdienstes Westfalen-Lippe zwischengelagert. Danach werden sie verbrannt.

Ihre Autoren
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Beate Dönnewald
Freier Mitarbeiter
Geboren 1964. Dortmunder. Interessiert an Politik, Sport, Kultur, Lokalgeschichte. Nach Wanderjahren verwurzelt im Nordwesten. Schätzt die Menschen, ihre Geschichten und ihre klare Sprache.
Zur Autorenseite
Uwe von Schirp

Corona-Newsletter

Alle wichtigen Informationen, die Sie zum Leben in der Corona-Pandemie benötigen, sammeln wir für Sie im kostenlosen Corona-Newsletter. Jetzt abonnieren!

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.