In den Fitnessstudios gilt zukünftig die "2G"-Regel. Betreiber im Dortmunder Westen befürchten vor allem, dass Neukunden ausbleiben werden. © dpa
Coronavirus

Fitness-Studios im Dortmunder Westen: Kunden rechnen mit nächstem Lockdown

2G statt 3G: Die neue Corona-Regel, die ab nächster Woche gilt, betrifft auch die Dortmunder Fitness-Studios. Die „Muckibuden“ im Westen der Stadt zeigen sich verständnis-, aber auch sorgenvoll.

Für Gordon Handle steht das Wohl der Allgemeinheit an erster Stelle. Der Leiter des „Ai Fitness“-Studios in Dortmund-Dorstfeld ist davon überzeugt, dass alle mithelfen müssen, die Pandemie einzudämmen. „Es ist wichtig, dass wir die Intensivstationen nicht zum Überkochen bringen“, betont der Fitness-Trainer. Die hohe Zahl der täglichen Corona-Neuinfektionen sei eine Katastrophe.

Auf der anderen Seite bereite ihm die 2G-Regel, die ab nächster Woche für den Freizeitbereich in NRW gilt, natürlich auch Sorgen. Ab Montag dürfen nur noch Geimpfte und/oder Genesene ein Fitness-Studio besuchen. Die Konsequenzen werde man spüren, so Gordon Handle.

Für die Nicht-Geimpften sei es schade, dass sie nicht mehr trainieren dürfen, so der Studio-Leiter. „Gerade die, die Herz-Kreislauf- oder muskuläre Probleme haben, tun mir leid.“ Dennoch: Momentan sei es wichtiger, die komplette Gesellschaft zu schützen. Die nicht geimpften Kunden könnten kostenlos pausieren.

Der größte Teil ist geimpft

Der größte Teil der Ai-Fitness-Kunden in Dorstfeld sei glücklicherweise geimpft. „Morgens trainieren bei uns die älteren Kunden, abends die zwischen 20 und 50.“ Trotz der hohen Impfquote werde die 2G-Regel aber wirtschaftliche Folgen haben, ist sich der Studio-Leiter sicher.

Fitness-Trainer Gordon Handle hat volles Verständnis für die 2G-Regelung, befürchtet für sein
Fitness-Trainer Gordon Handle hat volles Verständnis für die 2G-Regelung, befürchtet für sein „Ai Fitness“-Studio aber schmerzhafte Einbußen, gerade mit Blick auf Neukunden. © privat © privat

„Wir leben von neuen Mitgliedschaften“, so Gordon Handle. „Viele Kunden denken, dass es nicht bei 2G bleiben wird, sondern noch ein Lockdown kommen wird. Neue werden sich deshalb erst gar nicht anmelden“, befürchtet er. Dann werde es schwierig, die Kosten für Strom, Miete oder Geräteleasing aufzubringen. „Schon der letzte Lockdown war ein großer Kraftakt.“

Auch im Kirchlinder „Fitness Palace“ denkt man mit Sorge an die Neukunden-Gewinnung. „Bei uns kommen und gehen die Kunden“, sagt ein Mitarbeiter. Wenn sich aufgrund von 2G keine neuen anmeldeten, sei das fatal.

„2G plus“ wäre ein Katastrophe

Sollte gar „2G plus“ eingeführt werden, sieht er richtig Schwarz. „Dann bleiben die Kunden weg.“ Nur ein kleiner Teil sei so sportverrückt, dass er sich vor dem Trainieren extra testen ließe.

Wie im „Ai Fitness“-Studio sei auch im „Fitness Palace“ der überwiegende Teil der Kunden geimpft und/oder genesen. „Es sind maximal zwei Prozent, die vor dem Training einen Test vorlegen“, so der Mitarbeiter.

In der „Turnhalle Vital“ in Oestrich sollen sogar ausschließlich geimpfte Kunden trainieren. „Mir fällt niemand ein, der mir in der letzten Zeit einen Test vorgelegt hat“, sagt ein Mitarbeiter. Zur Klientel gehörten viele ältere Besucher.

Zur Einführung der 2G-Regel möchte sich der Mitarbeiter nicht äußern: „Ob man sich impfen lässt, muss jeder für sich selbst entscheiden.“ Generell bedauere er alle, die zukünftig nicht mehr trainieren dürfen.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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