Die Explosion war so gewaltig, dass die Scherben bis in die benachbarte Straße Hummelbank flogen. Die Detonationen mitten in der Nacht weckten viele Nachbarn auf. © Beate Dönnewald
Mehrere Detonationen

Geldautomaten-Sprengung erschüttert Anwohner: „Gott, ich hatte so Angst“

Wohnhäuser befinden sich in der Nähe des Geldautomaten. Bei Facebook tauschen sich entsetzte Anwohner aus. Die Polizei macht erstmals Angaben zur Beute aus der Dortmunder Sprengung von Sonntag.

In der Nacht zu Sonntag (10.10.) rissen mehrere Detonationen die Anwohner einer Dortmunder SB-Sparkassen-Filiale aus dem Schlaf. Schnell war klar: Jemand hatte einen Geldautomaten gesprengt. Die Täter hinterließen ein Bild der Verwüstung.

Für die Anwohner war ab diesem Moment nicht mehr an Schlaf zu denken. Ein großes Polizei- und Feuerwehraufgebot war schnell vor Ort in Dortmund-Oespel, außerdem suchte ein Helikopter nach den flüchtigen Tätern. Schnell, aber nicht schnell genug: Die Täter sollen mit einem vielleicht noch schnelleren Auto Richtung Autobahn geflüchtet sein.

Einige der betroffenen Anwohner tauschten sich in einer lokalen Facebook-Gruppe über den schrecklichen Vorfall aus. „Gegen 3 Uhr sind wir alle aus dem Bett gefallen, weil es zweimal so laut geknallt hat. Qualm und Minuten später Feuerwehr, Polizei etc.“, schreibt eine Nutzerin. Und weiter: „War echt heftig. Die Kids hatten Panik.“

„War echt laut, wir waren danach alle wach“

Ein anderer Nachbar schreibt: „War echt laut, wir waren danach alle wach.“ Nach der Automaten-Sprengung im Bochumer Unicenter in der vergangenen Woche habe er gleich den Verdacht gehabt, dass hier wieder mal ein Geldautomat explodiert sei. Eine weitere Anwohnerin kommentiert: „Gott, ich hatte so Angst. Das war ein Knall heut Nacht, meine Güte.“

Am Montag liefen die Aufräum- und Reparaturarbeiten in der SB-Filiale der Sparkasse. In der Nacht zu Sonntag hatten dort Unbekannte den Geldautomaten gesprengt.
Am Montag liefen die Aufräum- und Reparaturarbeiten in der SB-Filiale der Sparkasse. In der Nacht zu Sonntag hatten dort Unbekannte den Geldautomaten gesprengt. © Beate Dönnewald © Beate Dönnewald

Einige befürchten nun, dass kein neuer Geldautomat mehr in der Oespeler Filiale an der Straße Auf der Linnert aufgebaut wird: „Also gibt es bald kein Bargeld mehr. Für alte Leute sehr schlecht.“ Die seien dann aufgeschmissen, denn sie müssten bis nach Dorstfeld oder Lütgendortmund zum Geldabheben, heißt es in dem Facebook-Chat.

Eine Oespelerin, die eine E-Mail an die Redaktion schickte, sieht noch schwärzer. Sie schreibt: „Somit hat sich der Service der Sparkasse in Oespel wohl erledigt. War sowieso nur eine Frage der Zeit.“ Sie befürchtet, dass dem Friseur nebenan gekündigt, das Gebäude abgerissen und ein Wohnhaus gebaut wird. „Dazu braucht man keine Glaskugel.“

Zukunft der SB-Sparkassen-Filiale ist noch unklar

Wie es tatsächlich mit dem Standort der SB-Filiale der Sparkasse weitergeht, konnte Pressesprecherin Katja Schütte am Montagmittag (11.10.) auf Anfrage nicht sagen. „Dazu können wir zum jetzigen Zeitpunkt noch keine Aussage treffen“, antwortet sie auf die Frage, ob nach der Sanierung wieder ein Geldautomat aufgestellt wird.

Bereits am Montagmorgen hat die Instandsetzung des stark beschädigten Foyers begonnen. Details zum Ausmaß der Zerstörung macht Katja Schütte nicht. „Der gesamte Schaden, der durch die Sprengung entstanden ist, wird derzeit ermittelt.“ Fotos zur Dokumentation des Schadens untersagte unserer Redaktion ein Sicherheitsdienst.

Der eine Geldautomat sei komplett zerstört worden, berichtet Katja Schütte. Der andere Automat, ein Ein- und Auszahlautomat, leicht beschädigt.

Dortmunder Polizei macht erstmals Angaben zur Tatbeute

Am Montagmittag machte die Dortmunder Polizei erstmals Angaben zur Beute. Allerdings unkonkrete: „Ja, die Täter haben Beute gemacht. Da wir keine zusätzliche Anreize schaffen wollen, verraten wir die Höhe aber nicht“, so Polizeisprecherin Nina Kupferschmidt im Gespräch mit dieser Redaktion.

Zum Gesamtschaden machte sie sehr vage Angabe. Er liege nach ersten Schätzungen im sechsstelligen Bereich. Gemeint sind damit der Sachschaden am Gebäude und Automaten sowie die eigentliche Beute: Bargeld.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
Zur Autorenseite
Beate Dönnewald