Links unten liegt das Naturschutzgebiet, oben die Autobahn. Wer damit leben kann, findet bei einer Zwangsversteigerung ein Objekt mit viel Platz. © RVR 2020 Aerowest
Zwangsversteigerung

Haus im Angebot: Wer hier kauft, muss mit der Autobahn leben können

Die Immobilien-Knappheit treibt auch die Preise bei Zwangsversteigerungen in die Höhe. Auch in Autobahn-Nähe. Ein aktuelles Dortmunder Beispiel zwischen Naturschutzgebiet und Lärmschutzwand.

Wer nahe dem Naturschutzgebiet Mengeder Heide heimisch werden möchte und dabei nicht nur im Haus, sondern auch ringsum reichlich Platz mag, der wird unter Umständen bald bei einer Zwangsversteigerung das Objekt seiner Träume finden können.

Dann kommt im Freizeitzentrum West in Dortmund eine Immobilie unter den Hammer, die mit 166 Quadratmetern Wohnfläche auf rund 1200 Quadratmetern Grundstück genug Raum bietet, um sich mit einer Familie ausbreiten zu können.

Umgebungslärmwerte von 60 bis 65 Dezibel

Allerdings muss man dann auch damit leben können, dass etwa 350 Meter Luftlinie entfernt die Autobahn 2 verläuft. Und so sind laut Gutachten Verkehrsimmissionen, auf gut deutsch also Lärm, „nicht ganz auszuschließen“, werden für das Grundstück Umgebungslärmwerte von 60 bis 65 Dezibel angegeben.

Wissenschaftliche Studien haben gezeigt, dass bei Straßenlärm, der im Haus einen Schallpegel von 65 Dezibel erreicht, das Risiko für Herz-Kreislaufstörungen um 20 Prozent höher ist als bei 50 bis 55 Dezibel. Nicht ganz unwichtig für eine Entscheidung, wie und wo man wohnen möchte.

Reichlich Platz an der Gröpperheide

Beim Haus auf einem rund 20 mal 60 Meter großen Grundstück handelt es sich an der Gröpperheide 9 um einen eingeschossigen Bungalow aus den 1960er-Jahren. Der hat laut Gutachten zum Teil noch seine ursprüngliche Ausstattung mit baujahrsbedingtem Renovierungs-/Modernisierungsbedarf. So sind etwa noch ursprüngliche Holzeinfachfenster zu erneuern.

Das eingeschossige Haus an der Gröpperheide liegt auf einem großen Grundstück, hat aber einen Renovierungsstau,
Das eingeschossige Haus an der Gröpperheide liegt auf einem großen Grundstück, hat aber einen Renovierungsstau, © Gutachten © Gutachten

Dafür hat man mit 33,43 Quadratmetern im Souterrain des Hauses und mit 132,12 Quadratmetern im Erdgeschoss (ohne Flächenansatz der Terrasse) viel Platz zur Verfügung. Dass man dabei auch einen Renovierungsstau an den „Schönheitsgewerken“ vorfindet, wie es im Gutachten so schön formuliert wird, könnte dabei sicher verschmerzt werden.

Verkehrswert von 425.000 Euro wird aufgerufen

Allerdings kommt der Gutachter bei seiner Wertermittlung des Objekts auch auf eine Summe von 425.000 Euro Verkehrswert. Für ein Haus, in das offensichtlich einiges Geld investiert werden muss, keine Kleinigkeit. Zumal inzwischen auch bei Zwangsversteigerungen längst nicht mehr gesagt ist, dass der aufgerufene Verkehrswert bei einem Zuschlag signifikant unterschritten wird.

Denn ein nach wie vor deutlich von hoher Nachfrage und geringem Angebot geprägter Immobilienmarkt in Dortmund und Umgebung hat die Preise für Immobilien derart in die Höhe getrieben, dass auch für durchschnittliche oder gar unterdurchschnittliche Immobilien Preise bezahlt werden müssen, die vor zehn Jahren nur für Top-Häuser aufgerufen werden konnten.

Wer an dem Haus in der Mengeder Heide interessiert ist: Die Zwangsversteigerung findet am Mittwoch, 17. November, um 8.30 Uhr im Freizeitzentrum West an der Ritterstraße 20 statt.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
Zur Autorenseite
Thomas Schroeter