Wenn der Hund hinmacht, wo er will, ist nicht der Hund der Schuldige, sondern der Hundehalter. Wer mit Gift, Nadeln oder Rasierklingen auf Hunde losgeht, trifft also den Falschen. © picture alliance / dpa
Meinung

Hunde: Wer zum Giftköder oder zu Reißzwecken greift, handelt kriminell

Gleich drei Attacken auf Hunde gab es zuletzt in Dortmund. Mit Gift, Reißzwecken und Nadeln. Wer zu solcher Selbstjustiz greift, handelt kriminell und trifft den Falschen, meint unser Autor.

Man muss Hunde nicht lieben. Oder Katzen. Oder Tiere überhaupt. Man muss auch nicht davon begeistert sein, wenn man im eigenen Vorgarten, auf der Wiese, auf der auch Kinder spielen oder auf einem Spazierweg Hundehaufen findet. Man darf das sehr wohl sehr eklig und sehr ungehörig und sehr falsch finden.

Was man aber nicht darf, ist zur Selbstjustiz greifen. Der Griff zum Giftköder, der Griff zu Rasierklingen oder Reißzwecken in Wurststückchen ist ein Tabubruch. Genau das passiert aber immer wieder, aktuell wieder mehrfach im Dortmunder Westen.

Im vergangenen September hatten Giftköder in Deusen für Aufregung gesorgt. Für einen Hund kam damals jede Hilfe zu spät. Der erst dreijährige Vierbeiner, so hieß es damals, habe den Giftköder wohl im Freilauf neben dem Fahrrad seines Frauchens gefressen. Es soll sich damals um präparierte Kartoffeln und Fleischstücke gehandelt haben.

Aktuell sorgen drei weitere Fälle für große Sorgen. Erst ein Hund mit Vergiftungserscheinungen an der Hangeney-Straße in Westrich, dann gab es an Ostern Wurstköder mit Nadeln in Obernette. Dort beobachteten aufmerksame Anwohner ein verdächtiges Verhalten. Nach einer Anzeige ermittelt nun die Polizei. Und in Kirchlinde an der Wasserstraße entdeckte eine Hundehalterin in der vergangenen Woche Reißzwecken im Gras.

Solche Nachrichten sind der Albtraum eines jeden Hundehalters. Und sorgen auch beim objektiven Beobachter für Kopfschütteln. Wie kann man sich so weit gehen lassen, den Frust über manche unbelehrbare Hundehalter an wehrlosen Tieren abarbeiten zu müssen?

Denn das Problem, das viele Menschen mit den Hinterlassenschaften von Hunden haben, das Jogger mit frei laufenden Hunden haben, das ganze Nachbarschaften mit ständig bellenden oder jaulenden Hunden haben, darf man schließlich nicht den Vierbeinern anlasten.

Wenn, dann sind die Hundehalter verantwortlich

Die Hunde sind das, was man aus ihnen macht. Wer seinen tierischen Gefährten richtig erzieht, der sorgt dafür, dass der sich benehmen kann, dass der Hund auf Kommandos reagiert, dass er brav bei Fuß und an der Leine läuft. Und dass er nicht mit erwachsenen Joggern oder Kindern „spielen möchte“, wie es viele Hundehalter immer wieder zu vermitteln suchen.

Nein, Hunde sollen nicht mit Menschen spielen, die das nicht wollen. Hunde sollen auch nicht hinter jeden Busch machen. Aber die Steuerung dabei obliegt den Menschen. Und wenn die Hundehaufen liegen bleiben, wenn der Vierbeiner ohne Leine durch den Wald streunt, dann verdienen Frauchen oder Herrchen eine echte Ansage, zur Not auch eine Anzeige.

Ganz bestimmt aber verdient der Hund keinen Giftköder, keine Nadeln oder Reißzwecken. Wer dazu greift, handelt schlicht und einfach kriminell.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter