Hier standen bis April das Gemeindehaus und der Glockenturm der Noah-Kirchengemeinde. Wann Baustart für die angekündigte Kindertagesstätte sein wird, kann der Kirchenkreis noch nicht beantworten. © Thomas Schroeter
Kirchenkreis Dortmund

Im Dortmunder Westen lassen 148 neue Kita-Plätze weiter auf sich warten

Vor sechs Monaten fielen in Nette der Glockenturm und das Gemeindehaus der Noah-Gemeinde dem Abrissbagger zum Opfer. Sie sollten Platz machen für eine neue Kita. Passiert ist vor Ort nichts.

Der Glockenturm war noch gar nicht so alt. Am 10. November 1968 war er eingeweiht worden. Etwas mehr als 50 Jahre später fielen der markante 31,5 Meter hohe Turm und das Gemeindehaus der evangelischen Noah-Gemeinde in Nette dem Greifer eines Abrissbaggers zum Opfer.

Die Gemeinde musste das Gelände verkaufen, weil die Kosten für notwendige Renovierungen zu hoch gewesen wären. Nur die Renovierung des Standortes in Nette hätte die Gemeinde zwischen 500.000 und 600.000 Euro gekostet. Für den zweiten Standort der Gemeinde in Oestrich wären weitere 250.000 Euro fällig gewesen.

Zu viel Geld angesichts wegbrechender Kirchensteuern und weniger werdenden Gemeindegliedern. Die evangelischen Christen haben inzwischen eine Heimat bei den katholischen Christen im Stadtteil gefunden. Die St.-Josef-Kirche liegt ja zum Glück auch nur 450 Meter vom alten Noah-Gemeindehaus entfernt. Gelebte Ökumene könnte man das nennen, was in Nette praktiziert wird.

Wie es mit dem Grundstück an der Joachim-Neander-Straße weitergeht, stand zum Zeitpunkt des Abbruchs längst fest. Auf dem Gelände sollen eine Kita und Wohnungen entstehen, hieß es im Frühjahr vom Evangelischen Kirchenkreis Dortmund.

Das evangelische Gemeindehaus der Noah-Kirchengemeinde in Nette ist im Jahr 2017 entwidmet worden. © Stephan Schuetze (Archivbild) © Stephan Schuetze (Archivbild)

Wann genau Baustart sein könne, steht noch nicht fest. „Sicherlich wird das aber nicht vor Herbst dieses Jahres sein“, so Kirchenkreis-Sprecher Wolfram Scharenberg damals. Der Herbst ist da und die Fläche an der Netter Wohnstraße liegt tatsächlich noch immer brach.

Umgeben ist das Gelände, auf dem neben Wohnungen die etwa 1400 Quadratmeter große Kita mit 148 Plätzen und einer Außenfläche von rund 1700 Quadratmetern entstehen soll, seitdem mit einem Bauzaun der Gebr. Lorenz Bauunternehmung aus Waltrop.

Kirchenkreis wartet auf den Investor

Die Firma soll die Kita bauen. Aber wann wird das denn nun geschehen, wollte unsere Redaktion nun sechs Monate nach den Abrissarbeiten vom Kirchenkreis wissen. Da allerdings muss Wolfram Scharenberg weiter vertrösten. Jochen Schade-Homann, der Geschäftsführer der Kindertagesstätten im Kirchenkreis habe in dieser Angelegenheit keinen neuen Stand zu melden.

Wolfram Scharenberg: „Er wartet selber auf die nächsten Schritte.“ Die Pläne hätten sich nicht etwa erledigt, aber da hänge eben der Investor dazwischen, der jetzt noch am Zuge sei. „Die Trägerschaft der Einrichtung wird dann beim Kirchenkreis sein“, so Scharenberg.

So wird weiter abzuwarten sein, wann an der Joachim-Neander-Straße endlich statt der abtransportierten Kirchenglocken Kinderlachen zu hören sein wird.

Über den Autor
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1961 geboren. Dortmunder. Jetzt in Castrop-Rauxel. Vater von drei Söhnen. Opa. Blogger. Interessiert sich für viele Themen. Mag Zeitung. Mag Online. Aber keine dicken Bohnen.
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Thomas Schroeter