Corona-Impfung

Impfabfrage: Pflegeheime im Westen bewerten den neuen Corona-Beschluss

Pflegeeinrichtungen dürfen den Impfstatus ihrer Mitarbeiter abfragen. In der Politik wurde dieser Beschluss heftig diskutiert. Pflegeheime im Dortmunder Westen sind sich aber weitestgehend einig.

Pflegeeinrichtungen sollen künftig den Corona-Impfstatus ihrer Beschäftigten abfragen dürfen. Das hat der Bundestag am Dienstag (7.9.) beschlossen. Viele Pflegeheime blicken diesem Ende einer rechtlichen Grauzone erleichtert entgegen. Auch im Dortmunder Westen. Die Regelung soll auch für Kitas und Schulen gelten, denn auch dort werden besonders verletzliche Personen betreut.

AWO sieht mehr Normalität für die Bewohner

Die AWO, die das Seniorenzentrum Dortmund-Kirchlinde an der Bockenfelder Straße betreibt, sieht in dem Beschluss eine Möglichkeit, den Alltag der Bewohner, aber auch die Arbeit des Personals weiter zu normalisieren.

„In kaum einem Bereich leben und arbeiten Menschen so eng zusammen wie in der stationären Pflege. Alles, was diese körpernahe Tätigkeit erleichtert, ist in unserem Sinne“, sagt Elke Hammer-Kunze, stellvertretende Geschäftsführerin des AWO-Bezirksverbandes.

Die AWO will, sobald es eine sichere rechtliche Grundlage gibt, den Impfstatus ihrer Mitarbeiter abfragen. Zum Schutz der Bewohner, aber auch um die Arbeitsbedingungen der Pflegekräfte zu verbessern.

„Eine feste Regelung befürworten wir“, sagt auch Sarah von Borzestowski, Sprecherin der Caritas Dortmund. Sie sagt aber auch, die Diskussion sei für die Pflegeheime der Caritas selbst nicht besonders relevant.

3G-Regel und Corona-Schutzverordnung gelten nach wie vor

„Bei den meisten Mitarbeitenden in der Pflege haben wir bereits Kenntnis über den Impfstatus, weil diese uns die Information freiwillig gegeben haben. In den Altenzentren gilt darüber hinaus die 3G-Regel.“ Das gelte auch für das Caritas-Altenzentrum St. Antonius in Huckarde.

Bei der Caritas sei ein Großteil des Personals geimpft. Auch für Ungeimpfte würden sich Einsatzmöglichkeiten und Dienstpläne in nächster Zeit aber nicht ändern, so von Borzestowski. Denn Hygienemaßnahmen und Coronaschutzverordnung würden nach wie vor gelten. Dazu gehöre auch, dass die Mitarbeiter regelmäßig getestet werden.

Im Seniorenheim Mengede war bis Mittwochnachmittag noch nicht entschieden, wie man mit dem Thema Impfabfrage umgehen wolle. Und für Claudia Reiners, Hausleiterin der Cordian Hausgemeinschaft in Bövinghausen, stellt sich die Frage nicht. „Bei uns sind schon alle Mitarbeiter geimpft“, sagt sie. Bei Neueinstellungen wolle sie den Impfstatus aber in Zukunft abfragen.

Die neue Regelung bleibt nur in Kraft nur, solange auch die epidemischen Lage von nationaler Tragweite gilt. Sie wurde in der vergangenen Woche für weitere drei Monate verlängert. Kritik an der Impfabfrage hatte es hauptsächlich aus Datenschutz-Gründen gegeben.

Über die Autorin
1997 in Dortmund geboren. Dort seit 2017 für die Ruhr Nachrichten im Einsatz. Habe die Stadt dabei neu kennen und lieben gelernt. Mag die großen und kleinen Geschichten um mich herum, Bücher, schreiben und fotografieren.
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Rebekka Antonia Wölky