Mittlerweile laufen schon neue Rodungsarbeiten: Ratsvertreter Emmanouil Daskalaki (CDU) will mit der Bürgerinitiative „Kein Netto im kleinen Park“ gegen die Discounter-Ansiedlung kämpfen. © Matthias Langrock
Politische Kehrtwende

„Kein Netto im kleinen Park“: CDU-Ratsherr unterstützt Bürgerinitiative

2019 stimmte CDU-Ratsvertreter Emmanouil Daskalakis für den Bau eines Supermarkts auf der grünen Wiese. Nun schließt er sich der Bürgerinitiative an, die die Netto-Ansiedlung verhindern will.

Netto statt Edeka, Discounter statt Vollversorger: Im März 2021 traf diese Hiobsbotschaft die Bezirksvertretung Innenstadt-West mit voller Wucht. Doch an der Entscheidung konnten die Kommunalpolitiker nicht mehr rütteln. Denn: Der Rat der Stadt hatte den Bebauungsplan für die Frerichwiese an der Kreuzung Dorstfelder Hellweg/Arminiusstraße bereits 2019 beschlossen.

Auch der Dorstfelder Ratsvertreter Emmanouil Daskalakis (CDU) votierte damals für einen Supermarkt mit einer Frischetheke. „Denn das war das Einzige, was in Unterdorstfeld nach der Schließung des Edeka-Markts auf dem Wilhelmplatz noch fehlte“, so der Christdemokrat. Deshalb habe er trotz „vieler Skepsis“ der Ratsvorlage zugestimmt.

Der Traum von einer Frischetheke ist geplatzt

Zwei Jahre später sieht die Welt anders aus. Der Traum von einer Bedientheke für Wurst, Fleisch und Käse ist mit dem Rückzug von Edeka geplatzt. Damit kann der Nachfolger Netto nicht dienen. Einziges Trostpflaster für die Kunden in Dorstfeld soll ein größeres Sortiment mit 5000 statt 2000 Artikeln sein. Ein „Netto Plus“ soll sich hier ansiedeln.

Emmanouil Daskalakis kann das allerdings nicht überzeugen. Im Gegenteil: „Ein neuer Discounter auf der Frerichwiese in Dorstfeld ist offensichtlich eine falsche Entscheidung“, schreibt er in einem Brief an diese Redaktion.

CDU-Ratsvertreter Emmanouil Daskalakis (CDU) will die Grünfläche nicht für einen Netto-Markt opfern.
CDU-Ratsvertreter Emmanouil Daskalakis (CDU) will die Grünfläche nicht für einen Netto-Markt opfern. © Stephan Schütze (Archiv) © Stephan Schütze (Archiv)

Auf diese Worte will der CDU-Politiker auch Taten folgen lassen: Er werde die Bürgerinitiative „Kein Netto im kleinen Park“ unterstützen, verspricht der CDU-Ratsvertreter. Diese hatte sich nach Bekanntwerden der Discounter-Pläne gegründet und breitet mit juristischer Hilfe eine Klage vor.

In den Augen Emmanouil Daskalakis‘ könnte die Initiative durchaus Erfolg haben. Denn: Die Bauausführung und die Art der geplanten Nutzung wichen vom Ratsbeschluss ab, vier Bäume seien widerrechtlich gefällt worden, sagt er. Aktuell laufen bereits weitere Rodungsmaßnahmen.

Daskalakis: Sicherheit der Schulkinder gefährdet

„Die Fällung erfolgte, bevor als Voraussetzung geforderte Bedingungen der Baugenehmigung erfüllt waren“, so Emmanouil Daskalakis. Heißt: Die Verkehrsströme seien noch nicht so geregelt worden, dass die Sicherheit für die Schulkinder der benachbarten Grundschule gewährleistet sei.

„Letztendlich geben wir in Dorstfeld eine Grünfläche auf, um etwas zu bauen, was wir nicht brauchen und was auch noch die Gefahr eines Leerstandes in der Zukunft beinhaltet“, meint der CDU-Politiker. Denn Discounter gebe es im unmittelbaren Umfeld schon zu genüge.

Über die Autorin
Castrop-Rauxel und Dortmunder Westen
1968 geboren und seit über 20 Jahren Redakteurin bei Lensing Media. Zuständig für den Dortmunder Westen mit seinen Stadtbezirken Lütgendortmund, Mengede und Huckarde sowie für die Stadt Castrop-Rauxel.
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Beate Dönnewald

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