Hundekot überall. Angela Welzel ärgert sich über das Verhalten der Hundehalter in Marten. © Holger Bergmann
Hundekot

Kein Tritt ins Glück: Auf diesem Weg müssen Fußgänger vorsichtig sein

Braun auf braun, das sieht man kaum. Doch wenn sich das Auge darauf eingestellt hat, dann bietet der Boulevard „In der Meile“ in Marten einen ekelerregenden Anblick.

Es mag seltsam klingen, aber wer den Fußgängerbereich in der Mitte der Straße „In der Meile“ benutzt, sollte den Blick gesenkt halten. Denn wer hier unvorsichtig durch Marten geht, rutscht schnell man aus.

Auf Hundekot, der liegt in dieser eigentlichen Vorzeige-Straße in Massen herum. Wenn man einmal das Auge dafür hat und genau darauf achtet, sieht man nur noch Haufen an Haufen auf den dunklen Pflastersteinen.

Als Angelika Welzel zum ersten Mal in der Meile zu Besuch war, waren ihre Augen noch nicht geschult: „Ich kam aus dem Haus und bin voll reingetreten. Ekelhaft“, berichtet die Dortmunderin, die heute gleich in der Nähe wohnt.

Kästen für Hundekot-Beutel

Das Problem ist alt und bei allen Martenern, die in der Nähe wohnen, bekannt. Es gab in der Vergangenheit sogar schon Bürgerversammlungen deswegen. In der Folge wurden in der Meile mehrere Kästen für Hundekot-Beutel aufgestellt.

Die Box für die Hundekot-Beutel wird in der Meile schon seit 2019 nicht mehr aufgefüllt.
Die Box für die Hundekot-Beutel wird in der Meile schon seit Jahren nicht mehr aufgefüllt. © Holger Bergmann © Holger Bergmann

Die werden bereits seit geraumer Zeit nicht mehr nachgefüllt, denn die Kotbeutel verschwanden immer ziemlich schnell, ohne dass die Straße sauberer wurde. Wer die Beutel genutzt hat und für welchen Zweck weiß jedoch niemand.

Das Problem ist also bekannt, seit Jahren. Trotzdem findet Angelika Welzel, dass es Zeit ist, wieder verstärkt gegen die Quellen des Hundekots vorzugehen: „Gerade in diesem Winter hat die Zahl der Haufen stark zu genommen“, meint sie.

Täter sind nicht bekannt

Ob es mehr Hunde sind oder ob die Besitzer die Tiere nur noch kurz vor die Tür lassen und keine weiteren Spaziergänge mehr machen? Niemand hat eine Ahnung.

Auch Apothekerin Monika Grote kennt das Problem. Wenn sie morgens ihr Geschäft, die Ardey-Apotheke, öffnet, kontrolliert sie erstmal den Bürgersteig vor dem Haus auf Hundehaufen.

Tagsüber sieht sie viele Hundebesitzer mit ihren Tieren in der Meile spazieren gehen. „Aber ich will nicht immer rausrennen und die Hundehalter ansprechen“, berichtet sie, „Erstens gibt es schnell böse Sprüche zurück und am Ende heißt es dann, dass ich immer nur meckere“.

Keine Hundekot-Wache

Auch Angelika Welzel ist sich klar darüber, dass man weder eine Hundekotwache noch einen speziellen Reinigungsservice einrichten kann: „Das kann ja keiner bezahlen“.

Auch den Hinweis darauf, dass das Liegenlassen von Hundekot konkret verboten ist, und mit einem Bußgeld von 50 Euro bestraft werden kann, hält Angelika Welzel für unwirksam. „Es wird ja nie jemand erwischt“, sagt sie.

Deshalb bleibt der Martenerin nur der Appell an die Hundebesitzer, mit Rücksicht auf die Passanten in der Meile, den Hundekot aufzusammeln. Denn: „Das ist kein Tritt ins Glück. Wirklich nicht.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Holger Bergmann ist seit 1994 als freier Mitarbeiter für die Ruhr Nachrichten im Dortmunder Westen unterweg und wird immer wieder aufs neue davon überrascht, wieviele spannende Geschichten direkt in der Nachbarschaft schlummern.
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