Im Video: So geht es zu beim „mittelalterlichen Treyben“ in Dortmund

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Der Dortmunder Westen hat ein neues Event: Das „mittelalterliche Treyben zu Mengede“ ist am Morgen von Fronleichnam gestartet. Mit dabei auch Handwerker wie dieser Schmied, die zeigen wie im Mittelalter gearbeitet wurde.
Der Dortmunder Westen hat ein neues Event: Das „mittelalterliche Treyben zu Mengede“ ist am Morgen von Fronleichnam gestartet. Mit dabei auch Handwerker wie dieser Schmied, die zeigen wie im Mittelalter gearbeitet wurde. © Natascha Jaschinski
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Zelte, wohin man schaut. Aufgebaut von Mittelalter-Fans, die nachts dort schlafen und über Tag zeigen, wie man im Mittelalter gelebt hat: Was man anzog, wie man kochte und aß, wie gearbeitet oder auch gekämpft wurde.

Im Volksgarten in Mengede zeigt sich zu Fronleichnam: Der Stadtteil kann noch Mittelalter. Mengede ist bekannt und berühmt in der Szene. Lange Jahre lud das „Gaudium“ ein. Nach Corona-Pause und einigen Unstimmigkeiten aber gibt es diese Veranstaltung nicht mehr.

Mit dem „mittelalterlichen Treyben“ gibt es ein Nachfolge-Event, organisiert von Michael Herhold und seinem Nordic ledur Veranstaltungsservice. An Fronleichnam um 11 Uhr ist das Fest gestartet. Herhold selbst war schon viel länger vor Ort, wie er sagt. So eine Premiere bedeutet viel Arbeit. Vier Stunden nur habe er geschlafen in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Ausruhen könne er sich aber nach den vier Festtagen.

Zeigen: Wie hat man im Mittelalter gelebt?

Sein Ziel, so sagt er im Gespräch mit uns: „Besucher sollen in die mittelalterliche Welt eintauchen können.“ Dafür sollen zum Beispiel verschiedene Handwerker und Künstler sorgen: Wie ein Schmied und ein Keramikmacher, auch eine Lederei gibt es, in der man sich einkleiden kann.

Jeden Tag um 13 Uhr gibt es einen Umzug durch das Mittelalter-Lager.
Jeden Tag um 13 Uhr gibt es einen Umzug durch das Mittelalter-Lager. © Natascha Jaschinski

Wichtig sei ihm vor allem: Es soll ein Familienfest sein, auch für Kinder gibt es ein großes Angebot. Neben einer Märchenerzählerin und Entenangeln (mit Holzenten!) fertigen die Handwerker mit den kleineren Besuchern zusammen Werkstücke an. Am Samstag gibt es mit Unterstützung des Knax-Sparkassenclubs zudem eine Kinderrallye, bei der die Jungen und Mädchen Bogenschießen können oder in die Zeltlager hereinschauen, um zu sehen „was früher abgegangen ist“, so der Organisator.

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„Mittelalterliches Treyben“ startet in Mengede

Das Konzept könnte aufgehen. Unter den Besuchern am Donnerstag sind bereits viele Familien, viele auch im mittelalterlichen Gewand. Herhold selbst trägt auch ein passendes Outfit: das eines Wikingers um das Jahr 950, wie er erklärt. Die Bewohner der Heerlager sind ebenfalls alle gekleidet wie früher. Und das bedeutet in dem Fall meist: lange Hosen, langärmelige Oberteile oder Kleider.

In den Zeltlagern leben die Mittelalterfans wie früher. Hier wird ein Wikinger-Spiel gespielt.
In den Zeltlagern leben die Mittelalterfans wie früher. Hier wird ein Wikinger-Spiel gespielt. © Natascha Jaschinski

Große Getränkevorräte

So viel Authentizität wird daher wohl den ein oder anderen am Wochenende ins Schwitzen kommen lassen: Schon am Donnerstag ist es warm auf der Wiese des Volksgartens. Und am Samstag mit mehr als 30 Grad wird es noch viel molliger. In den Lagern haben die Aktiven viele Zeltsegel gespannt. Und auch Herold hat vorgesorgt: Er hat die Gastronomen angehalten, viel Flüssigkeit vorzuhalten. „Hier geht keiner durstig vom Platz“, verspricht er. Vor einigen Ständen gibt es zudem Wasserkörbe, an denen man sich erfrischen kann.

Besonders heiß wird es beim Schmied. Doch er bleibt gelassen: Er werde viel Trinken. Auch mal ein Bierchen, sagt er. Vernünftig schmieden könne er trotzdem. Sein Trick: Den Alkohol schwitze er einfach sofort wieder aus.